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mavida 03_2016

10 www.mavida-magazin.de fitness fitness Mehr als nur ein Trend: Mit Dynamischem Faszien-Yoga werden Orangenhaut, Speckröllchen, aber auch Rückenschmerzen oder eine ungesunde Körperhaltung bekämpft. F aszien-Yoga klingt wie eine neue Wunderwaffe… doch was steckt dahinter? mavida hat die Erfinderin des Dynamischen Faszien-Yogas und Autorin Amiena Zylla befragt: Sie sind Coach für Yoga, Pilates, Barre Workout ... Wie kommt es, dass Sie das Thema Faszien nun so begeistert? Es gibt immer wieder neue Trends und Bewegungen. In meinen mehr als 20 Jahren als Yoga-Coach habe ich schon viele neue Bewegungen kennengelernt, aber bei vielen erkenne ich auf einen Blick, dass es sich um Trends dreht, die auch schnell wieder vorbeigehen. Beim Thema Faszien ist das völlig anders, denn sie sind schließlich ein Teil unseres Körpers. Daher habe ich mich intensiv damit auseinander- gesetzt und bin auf den Faszienforscher Dr. Robert Schleip gestoßen. Meine Begeisterung wurde immer größer und ich habe gemerkt, dass das genau mein Ding ist. Denn ich bin kein Fan von strengem Unterricht und möchte meinen Schülern möglichst viel Freiraum geben. Und so habe ich angefangen, mein Dynamisches Faszien-Yoga zu entwickeln. Was genau sind Faszien? Ich beschäftige mich mit Myo-Faszien, also dem muskulären Bindegewebe (von myo = Muskel und Faszie = Bindegewe- be). Sie ziehen sich wie ein Gerüst durch unseren gesamten Körper, umhüllen die Organe; sie sind die Sehnen, Bänder und Gelenkkapseln, die uns unsere persönliche Struktur und Form geben. Quasi ein Schutznetzwerk, das alles in uns zusammenhält. 80 Prozent unserer Nerven- endungen verlaufen durch dieses Netzwerk. Die Rezeptoren tragen zu unserer Feinwahr- nehmung bei. Unser Gehirn lechzt nach den Infos, die von den Faszien kommen. Und natürlich sind die Faszien Hauptakteure in dem Theater, das wir „Bewegung“ nennen. Ohne Faszien gibt es keine Bewegung, keine Haltung, kein gar nichts. Warum sollte man die Faszien fit halten? Forscher haben festgestellt, dass z.B. Rückenschmerzen, Schulter- und Nackenbeschwerden oder Sportverlet- zungen oft nicht in den Muskeln liegen, sondern durch Verfilzungen und Ver- klebungen in den Faszien entstehen. Sogar Traumata, die psychisch bedingt sind, sitzen buchstäblich in ihnen fest. Berührungen gehören zu den wichtigsten Faktoren für das menschliche Überleben, und so ist es wichtig, immer auch unse- ren Faszien ein paar Streicheleinheiten zu geben. Denn durch das Stimulieren der Faszien wird das Gewebe befeuchtet und der Körper läuft wie geschmiert. Sie bleiben jung, fit und straff. Was mögen Faszien besonders gern? Das Dehnen in verschiedene Richtungen, vor allem entlang der Faszienbahnen. Wenn man den Faszien keine Impulse gibt, wird ihnen langweilig. Das macht sie bockig und dann verfilzen und verkleben sie. Mit Feder- und Schwungbewegungen kann man sie aber wieder aus der Re- serve locken. Das geht sehr schön mit den Yoga-Positionen. All diese Elemente fließen in mein Dynamisches Faszien- Yoga mit ein. Auch das Hineinschmelzen in eine Bewegung, wie beim Yin Yoga, lieben die Faszien. Wie oft und wie lange sollte man Faszien-Yoga praktizieren, bis erste Erfolge zu spüren und zu sehen sind? Man spürt ganz schnell, dass man dem Körper einen anderen Input gegeben hat, und kann bereits nach zwei Monaten erste Veränderungen feststellen. Noch deutli- cher werden die Erfolge bei regelmäßigem Training nach einigen Monaten. Allerdings sollte man sich nicht nur auf die Faszien konzentrieren, sondern am besten ist das Zusammenspiel aus regelmäßigem Faszi- en-, Muskel- und Kardio-Training. Wie sehr unterscheidet sich Dynamisches Faszien-Yoga vom „normalen“ Yoga? Schon das klassische Yoga ist bestens dafür geeignet, die Faszien zu trainie- ren. Viele Startpositionen sind ähnlich, aber dann verlässt man die klassische Ausrichtung und nutzt den Spielraum, der je nach Körper unterschiedlich ist. Ein Beispiel: Bei der Vorbeuge ist im klassischen Yoga der Rücken gerade, und beim Faszien-Yoga ist er rund. Im Detail bedeutet das: Es wird nicht einfach nur ein Muskel gedehnt, sondern es geht um eine langkettige Dehnung der Myo- faszialen Bahnen. Am besten einfach mal ausprobieren! Für ein neues Lebensgefühl! Fotos: Gräfe und Unzer / Fotograf: Johannes Rodach

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