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mavida 01_2014

www.mavida-magazin.de 21 •• Serie Richtig vorsorgen ••• Serie Richtig vorsorgen ••• Serie Richtig vorsorgen ••• Serie Richtig vorsorgen ••• Serie Richtig vorsorgen Burkhard Goßens Rechtsanwalt Ahornallee 10 14050 Berlin www.gossens.de Fotos:©ElenaElisseeva,YuriArcurs/Shutterstock.com Eigenkapital Für Anleger mit ausreichend Eigenkapital sind die vorbezeichne- ten Risiken deutlich geringer. Verbraucherschützer raten Käufern deshalb ein Eigenkapital von mindestens 20 bis 30 Prozent an- zusparen. Beachten Sie, dass zusätzlich zum Kaufpreis Notar- und Grundbuchkosten (1,5 bis 2 Prozent), Grunderwerbssteuer (je nach Bundesland z.B. 3,5 Prozent in Bayern und Sachsen bis zu 6,5 Prozent in Schleswig-Holstein) und ggf. Maklerkosten (3,57 bis max. 7,14 Prozent) anfallen. Auch für die Finanzierung können Kosten bis zu 1 Prozent der Kreditsumme anfallen. Förderung und Prämien Werden bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschritten (25.600 Euro Alleinstehende/51.200 Euro Verheiratete), gibt es staatliche Förderungen bei der Vermögensbildung. Dabei belohnt der Staat Bausparer mit 8,8 Prozent auf eine jährlich maximal ge- förderte Sparleistung (512 Euro für Alleinstehende/1024 Euro für Verheiratete). Zusätzlich zum Bausparen gibt es als Wohnungs- bauprämie die Arbeitnehmer-Sparzulage in Höhe von 9 Prozent auf eine maximal geförderte Sparleistung (470 Euro für Alleinste- hende/940 Euro für Verheiratete), wenn die Einkommensgren- ze (17.900 Euro Alleinstehende/35.800 Euro Verheiratete) nicht überschritten wird. Vermietete Immobilien – Wertanlage für das Alter Immobilien, die Sie bestenfalls in maximal einer Stunde Fahrzeit erreichen, können Sie persönlich verwalten. Dabei sparen Sie nicht nur Kosten, sondern kennen in der Regel Ihre Mieter und den Zu- stand Ihres Anlageobjekts. Für entferntere Immobilien benötigen Sie meist einen Verwalter für die Vermietung. Hausverwalter von Wohnanlagen mit Eigentumswohnungen (WEG) übernehmen für Sie als Eigentümer in der Regel gegen Aufpreis auch die Mietver- waltung. Unabhängig davon, ob Sie Mitglied einer WEG sind oder Ihre Immobilie selbst verwalten, sollten Sie regelmäßig 20 Prozent der Mieteinnahmen für Reparaturen und Instandhaltung zurückle- gen. Ist die Immobilie im Alter entschuldet, können Sie ohne Reno- vierungsstau monatlich über 80 Prozent der Nettomiete verfügen. Vorsicht bei Immobilienfonds Viele Anleger haben sich in der Vergangenheit dazu überreden lassen, Anteile von geschlossenen Immobilienfonds zu erwerben. Neben den Steuervorteilen wurden den Anlegern auf dem „grau- en Kapitalmarkt“ eine gute Wertentwicklung der Immobilien und Gewinnausschüttungen für das Alter versprochen, welche die Rente erhöhen sollen. Doch für viele Anleger geht die Rechnung nicht auf, weil die Gesamtinvestition im Verhältnis zu den Mietein- nahmen zu hoch ist. Durch sogenannte „Weichkosten“, die bis zu 50 Prozent des Gesamtvolumens betragen können, z.B. Kon- zeptions-, Emissions- und Steuerberatungskosten sowie Kosten der Geldbeschaffung und Erstvermietung, für Mietgarantie und Zinsfestschreibung, gehören viele Anleger zu den Verlierern. Sie geben für ihren Anteil an den Immobilen zu viel Geld aus, zumal die Vertriebe bis zu 20 Prozent des Gesamtvolumens an Pro- vision verdienen. Gewinner sind regelmäßig die Initiatoren, die im Übrigen in ihren prospektierten Anlegerinformationen auf all diese Kosten und die mit dem Erwerb der Anlage verbundenen Risiken im „Kleingedruck- ten“ hinweisen. Da es für diese Fondsanteile kei- nen Markt gibt, ist der spätere Verkauf, ins- besondere zu einem erträglichen Preis, so gut wie ausge- schlossen. Darauf sollten Sie achten: Bei den derzeit güns- tigen Zinsen ist Kredit- nehmern zu empfehlen, diese möglichst 15 Jahre oder länger festzuschreiben. Dabei sollten Sie mit der Bank kostenfreie jährliche Sondertilgun- gen von mindestens 5 Prozent p.a. vereinbaren. Damit bleiben Sie finanziell fle- xibel. Kreditnehmer von selbstgenutzten Immobilien sollten von Anfang an mindestens 2 bis 3 Prozent p.a. tilgen, um im Rentenalter schuldenfrei zu sein. Es gilt die Faustregel: Je niedriger die Zinsen, umso länger müssen Sie tilgen. Zur in- dividuellen Berechnung bieten Banken im Internet sogenannte Tilgungsrechner an. Anleger von vermieteten Immobilien können die gesamten Schul- denzinsen für die Finanzierung steuerlich absetzen. Aus diesem Grund wird regelmäßig eine geringe Tilgung gewählt oder es erfolgt Tilgungsaussetzung sicherungshalber gegen die Abtre- tung einer Kapitallebensversicherung (KLV) in Höhe des Darle- hensbetrags. Dient die Immobilie der finanziellen Absicherung im Alter, sollten Sie darauf achten, bis spätestens zum Eintritt im Rentenalter schuldenfrei zu sein. Insbesondere bei KLV erleben Anleger zunehmend böse Überraschungen, da die seinerzeit prognostizierten Ablaufsummen nicht mit den tatsächlich erwirt- schafteten Renditen übereinstimmen und nicht zur Tilgung des Darlehens in einer Summe ausreichen. Fazit Unter Beachtung der vorstehenden Hinweise sind sowohl selbst- genutzte als auch vermietete Immobilien zur Altersvorsorge zu empfehlen.

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