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mavida 04_2012

www.mavida-magazin.de 37 Fleischlos glücklich?Als bekannteste Form dürfte wohl der Vegetarismus gelten, der erst-mals 1839 erwähnt wird. Die Ernährung durch pflanzliche Lebensmittelsowie der Verzicht auf Fisch und Fleisch stehen hier im Fokus – begrün-det in der Auffassung des griechischen Philosophen Pythagoras „Alles,was der Mensch den Tieren antut, kommt wieder auf den Menschenzurück“. Praktiziert wird der Vegetarismus in drei Ausprägungen. Lakto-vege-tabil konzentriert sich auf Pflanzenkost, ergänzt um Milch und Milch-produkte. Ovo-lakto-vegetabil umfasst auch Eier im Ernährungsplan.Vegan ist hingegen streng pflanzlich orientiert und lässt jegliche vonTieren stammenden Stoffe – selbst Honig – außen vor. Vorteile vegetarischer bzw. veganer Kost:Mit einem hohen Anteil an Obst und Gemüse sowie Vollkornproduktenund den darin enthaltenen Vitaminen und Mineralstoffen, komplexenKohlehydraten, hochwertigen Fetten und pflanzlichen Eiweißen gestal-tet sich eine fleischfreie Ernährung als gesund, umweltschonend undklimafreundlich. Vor allem die vegane Ernährung findet immer mehrFürsprecher. Zahlreiche Studien in den vergangenen Jahren belegenden Zusammenhang zwischen dem Verzehr tierischer Lebensmittel undden häufigsten chronischen Erkrankungen unserer Zeit wie Krebser-krankungen, Bluthochdruck, Arteriosklerose, Herzerkrankungen, Di-abetes und Adipositas sowie Demenzerkrankungen, Osteoporoseund Autoimmunerkrankungen. Die Amerikanische Gesellschaft derErnährungswissenschaftler (ADA) und der Verband kanadischer Er-nährungswissenschaftler sind überzeugt, „dass vernünftig konzipiertevegetarische Ernährungsformen, einschließlich strenger Vegetarismusund Veganismus, gesund und ernährungsphysiologisch angemessensind und einen gesundheitlichen Nutzen durch die Vorbeugung undBehandlung bestimmter Erkrankungen bieten.“ Nachteile vegetarischer bzw. veganer Kost:Um sich selbst und dem eigenen Körper etwas Gutes zu tun, ist eswichtig, sich bewusst mit der vegetarischen bzw. veganen Ernährungs-weise auseinanderzusetzen. Eine abwechslungsreiche und vielfältigeErnährung ist unverzichtbar, um die Versorgung mit lebenswichtigenVitaminen und Mineralstoffen zu gewährleisten. Vor allem eine ausrei-chende Zufuhr von Vitamin B12 ist zu beachten. Hierzu sollte man beimArzt regelmäßig seinen Nährstoffbedarf überprüfen lassen und eventuellauf Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen. Buch-Tipp: G. Lendle, Dr. med. E. W. Henrich Ab jetzt vegan! Über 140 Rezepte: Ge- sund essen ohne tierische Produkte 156 Seiten, Thieme Verlagsgruppe, 17,99 Euro (D), ISBN 978-3-8304-6660-4 Tim Mälzer Greenbox – Geschmacksschule und Rezeptsammlung für eine fleischlose Küche 272 Seiten, Mosaik Verlag, 19,99 Euro (D), ISBN 978-3-442-39243-8 DerTrend Unter dem Umweltaspekt und wachsen- dem Gesundheitsbewusstsein hat sich jüngst eine neue Gruppe etabliert: die Flexitarier, die sich durch sehr maßvollen, auf Tierschutz bedachten und qualitäts- bewussten Fleischkonsum auszeichnen. Fleisch und Fisch sind nur sehr unre- gelmäßig Bestandteil ihres Speiseplans, indem man mehr als drei Tage pro Woche darauf verzichtet. Der Flexitarier-Anteil in der Bevölkerung wächst zunehmend, ohne dass diese wirklich als neue Ess- kultur wahrgenommen wird. Vielmehr ist sie als Folge allgemeiner Achtsamkeit gegenüber Ernährung und Lebensmittel- produktion zu sehen. Die Exoten D ie spirituelle Ernährungsphilo- sophie kann durchaus kuriose Blüten treiben. Beispiel dafür sind die Frutarier. Sie versorgen sich strikt von pflanzlichen Produkten (z.B. Obst, Nüsse, Samen). Die Pflanzen dürfen bei der Ernte nicht beschädigt werden. Streng genommen dürfen nur Früchte „geerntet“ werden, die bereits vom Baum gefallen sind. Der Star-Faktor Madonna tut es, Gwyneth Paltrow ist ein bekennender Fan: Makrobiotische Ernäh- rung hat Starpotenzial. Doch was genau steckt dahinter? Diese Ernährungsphiloso- phie kombiniert die Einfachheit des Essens und die Vermeidung von Giften in Lebens- mitteln mit dem Prinzip des Zen-Buddhis- mus. Man isst fettarm und ballaststoffreich, konzentriert sich auf vollwertiges Getreide und Gemüse. Dos: Vollkorn-Getreide (Naturreis, Hirse, Buchweizen, Weizen, Mais, Roggen) • Gemü- se, Bohnen sowie Bohnenprodukte wie Tofu • Algen • kleinere Mengen an Früchten, Samen, Nüssen und Weißfisch • bei der Zubereitung Verwendung von Utensilien aus Materialien wie Holz, Glas, Emaille oder Stahl Don’ts: Fleisch • Tierische Fette wie Butter und Schmalz • Eier • Milchprodukte • künstliche Süßungsmittel • chemische Zu- satzstoffe • Gemüsesorten wie Avocados, Kartoffeln, Tomaten, Auberginen, Paprika, Spargel und Rüben • Nahrungsergänzungs- mittel • Mikrowellenbenutzung

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