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mavida 02_2013

46 www.mavida-magazin.de ORTE EINMALIGE SERIE Nur die besten unter den herausragenden Zeugnissen der Menschheits- und Naturgeschichte dürfen den Titel UNESCO-Welterbe tragen. Und viele der Besten finden Sie in Deutschland. 37 Baudenkmäler, Stadtensembles, aber auch bedeutende Industrieanlagen und außergewöhnliche Naturlandschaften hat die UNESCO in Deutschland zum Welterbe erklärt. In jeder Ausgabe von mavida möchten wir Ihnen einige vorstellen. Muskauer Park Der Muskauer Park (Park Muzakowski) wurde im Juli 2004 als gemeinsames polnisch-deutsches Kulturerbe in die Welterbeliste der Unesco aufgenommen. Der Park wurde an beiden Ufern der Neiße entlang der deutsch-polnischen Grenze 1815 bis 1844 von Prinz Hermann von Pückler- Muskau mit den Mitteln der „Naturmalerei“ als harmonisches Gartenkunstwerk angelegt. Er beeinflusste die Landschaftsarchitektur in Europa und Amerika. Die grenzüberschreitende Zusam- menarbeit Polens und Deutschlands bei seiner Restaurierung ist beispielhaft. Kloster Lorsch In der kleinen Ortschaft Lorsch zwischen Worms und Darmstadt erinnert die berühmte Torhalle, eines der ganz wenigen Denkmäler der Karolingerzeit, das über die Jahrhunderte hinweg sein ursprüng- liches Aussehen bewahrt hat, an die vergangene Größe einer einst mächtigen Klosteranlage. Die Ab- tei Lorsch wurde während der Regierungszeit König Pippins des Kurzen (751–768) vom fränkischen Gaugraf Cancor und seiner Mutter Williswinda gegründet. Seine Blütezeit erreichte das Kloster, als es nach dem Tod Ludwig des Deutschen (876) der Begräbnisplatz der Könige des Ostkarolingischen (deutschen) Reiches wurde. Grube Messel Die Fossillagerstätte Grube Messel bei Darmstadt gibt einzigartigen Aufschluss über die frühe Evoluti- on der Säugetiere. Sie dokumentiert die Entwick- lungsgeschichte der Erde vor 49 Millionen Jahren, als nach dem Aussterben der Saurier explosionsar- tige Veränderungen die Tier- und Pflanzenwelt be- stimmten. Der Ölschiefer der Grube birgt Fossilien, die das gesamte Spektrum der Lebewesen im Eozän (57 bis 36 Millionen Jahre v.Chr.) umfassen, in einer Artenvielfalt und Qualität, wie sie bisher von keiner anderen Fundstelle belegt ist. Limes Der obergermanisch-rätische Limes markiert auf insgesamt 550 Kilometern die einstigen römischen Grenzbefestigungen vom Rhein bis zur Donau. Mit Kastellen, Wachtürmen, Mauern und Palisaden grenzte die damalige Weltmacht vor ca. 2000 Jah- ren ihr Reich gegen das freie Germanien ab. Der Limes ist eines der eindrucksvollsten und das längste archäologische Bodendenkmal Europas. Hier begegnete die einst hoch entwickelte Kultur der römischen Antike dem kulturellen Entwick- lungsland des „barbarischen“ Germanien. Der Limes verläuft von Bad Hönningen/Rheinbrohl am Rhein bis in den Bereich von Regensburg an der Donau. Neben im Original erhaltenen römischen Relikten sind auch Rekonstruktionen, Ausgra- bungen und Nachbauten zu sehen. Stralsund und Wismar Die Unesco hat die Altstädte von Stralsund und Wismar gemeinsam als repräsentatives Beispiel für das kulturelle Erbe der Hanse in die Welterbeliste aufgenommen. Die Altstädte von Stralsund und Wismar repräsentieren idealtypisch die entwickelte Hansestadt während der Blütezeit des Städte- bundes im 14. Jahrhundert. Die historischen Stadtkerne haben ihren mittelalterlichen Grundriss nahezu unverändert bewahrt und legen Zeugnis für die Anlage von Seehandelsstädten nach Lübischem Recht ab. Die überlieferte Bausubstanz mit zahlreichen herausragenden Einzeldenkmälern dokumentiert anschaulich die politische Bedeu- tung und den außerordentlichen Reichtum der Ostseestädte im Mittelalter. Die Gruppe der sechs monumentalen Backsteinkirchen bildet einen einzigartigen Querschnitt durch die berühmte Sakralarchitektur der Hansestädte. Wismar Muskauer Park Fotos:©Bildpixel,Tomsk/Pixelio.de

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