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didacta 02_2013

Weiterbildung 76 www.didacta-magazin.de 2/2013 Verteilt an den Stellen im Unterricht, wo es Sinn macht, und in der Menge, die den Kindern noch Freude berei- tet, werden die Präsentationen vorgeführt. Die Schüler freuen sich auf jede Präsentation, die alle unterschied- lich sind. Durch die Vielfalt lernen sie nicht nur die In- halte, sondern erleben auch die Freude am Präsentie- ren. Jedes Kind ist stolz auf seine Präsentation und ansprechende Diskussionen über die Inhalte folgen fast immer automatisch. Frau B. hat ein leichtes Spiel mit begeisterten Schülern. In mehreren aufeinanderfolgenden Stunden werden die Präsentationen nacheinander in einer zufälligen Rei- henfolge durchgeführt. Die ersten Schüler sind froh, weil die Aufmerksamkeit der anderen Kinder noch vor- handen ist. Mit zunehmender Anzahl von abgehaltenen Präsentationen, die sich alle irgendwie ähneln, wird es für die Lehrerin immer anstrengender, die Kinder im Griff zu haben. Die Aufmerksamkeitsquote sinkt deutlich und die Lautstärke in der Klasse erreicht den Höchstpegel. Ein typischer Fehler bei der Vorbereitung ist, dass immer wieder derselbe Text aufgesagt wird. Dadurch schwindet die Spontaneität und die halb auswendig gelernten Sätze wirken zunehmend wie ein Korsett, was die Gefahr eines Blackouts steigert. Wenn man sich Tims Mutter bekommt die Anfänge der Vorbereitung nur am Rande mit. Tim fragt sie nach einem Glas, in dem er eine Bohne keimen lassen will. Das Ganze dokumentiert er mit Hilfe seines Fotoapparates, indem er jeden Tag ein Foto mit der gleichen Einstellung schießt. Er ist be- geistert von dem Fortschritt, kümmert sich täglich um seine Pflanze und sieht ihr erfreut beim Wachsen zu. Be- reits nach wenigen Wochen trägt die junge Pflanze erste Früchte. Alles wird mit dem Fotoapparat festgehalten. Für die Präsentation recherchiert er eigenständig im In- ternet nach den einzelnen Phasen. Alle Fotos und das Hintergrundmaterial münden in einer anschaulichen Prä- sentation. Für die anderen Schüler erstellt er ein einseitiges Hand- out, in dem er die wichtigsten Daten und Fakten zusam- menfasst. Mit der Lehrerin bespricht er kurz den Aufbau und fühlt sich gut unterstützt. Die erwünschte General- probe führt er stolz bei seinen Eltern und ein paar Freun- den durch, die gleich begeistert sind. Ein guter Startsatz und ein netter Spruch am Ende runden den Vortrag ab. Tim fängt an, das Fach Musik zu hassen. Seine Mutter erklärt ihm, dass die Lehrer am Lehrplan nichts ändern können und es viele interessante Instrumente gibt. Die Oboe, die Tim gezogen hat, war in der Klassik ein be- liebtes Instrument. Sie spielt Tim klassische Musik vor, die ihm aber nicht gefällt. Was soll das? Warum darf er nicht die Gitarre präsentieren oder einfach was vorspie- len? Er liebt seine E-Gitarre und spielt mit Begeisterung in einer Band der Musikschule. Die Mutter erklärt ihm, dass 5 oder 6 Kinder aus der Klasse Gitarre spielen und nicht alle dieses Instrument präsentieren können. Er soll es akzeptieren und das Beste draus machen. Die ganze Vorbereitung ist für Tim und seine Mutter der reinste Stress. Eigentlich möchte sie loslassen, aber dann würde Tim sicher eine 5 oder 6 bekommen. Am Rechner erstellt die geschickte Sekretärin die Fo- lien für ihren Sohn und sie üben die Präsentation, bis er sie fast ganz auswendig kann. Der Mutter gefällt Tims Haltung nicht, aber daran kann sie leider nichts ändern. Es wird schon gut gehen. auf verschiedene Zielgruppen einstellt (Schnellverste- her, Unwissende, Kritische, …) und die eigene Präsenta­ tion darauf ausrichtet, sind die Zuschauer aufmerksam dabei. Mehrere Proben führen zu einer Optimierung des Vortrags und geben dem Vortragenden Sicherheit. Die Präsentation im Unterricht Der gro e Tag: die Vorbereitung zu Hause Anschlie   end geht es an

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