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didacta 02_2013

2/2013 www.didacta-magazin.de 75 Frau B., die Biologielehrerin, möchte, dass die Kinder Spaß am Präsentieren haben, sie sollen sich daher selbst ein Thema wählen. Der Lehrplan mit den 30 Präsen- tationen engt sie schon genügend ein und bietet kaum Chance auf Mitbestimmung für die Kinder. In einem Brain- storming sammelt sie über 40 Präsentationsthemen und listet die Hilfsmittel auf, die die Kinder für die Präsentation verwenden können, wie etwa Zeichnungen, Plakate, Po- werPoint, Versuche, Demo-Material und Foto-Dokumenta- tionen. Die Kinder sind beeindruckt. Jetzt werden in Klein- gruppen die passenden Medien den Themen zugeordnet und anschließend kurz in der Klasse vorgestellt, was be- reits eine erste kleine Präsentation ist. Dies wird von den Kindern aber gar nicht so empfunden. Irgendwie sind jetzt alle Themen spannend. Nun lässt sie jedes Kind drei Zet- tel anfertigen, auf dem jeweils der eigene Name und das Wunschthema als 1., 2. und 3. Wahl gekennzeich- net steht. Fast alle Kinder bekommen ihr erstes oder ihr zweites Wahlthema. Gut ist, dass Frau B. über 40 Themen auswählen ließ. Aber auch die Kinder, die „nur“ ihre dritte Wahl erhalten haben sind zufrieden, weil sie sich nun die Position ihrer Präsentation selbst wählen dürfen. Die Musiklehrerin Frau M. hatte sich zu Beginn des Schuljahres den Lehrplan angesehen und gewissenhaft überlegt, wann sie die geforderten 30 Präsentationen unterbringen kann. Sie bereitete 30 gleiche Zettel mit jeweils einem Instrument darauf vor. Alle Kinder sollten die gleiche Chance bekommen, da die Präsentationen ja schließlich benotet würden. Die Zettel kamen in einen Lo- stopf, jedes Kind zog ein Präsentationsthema. Zwei Kin- der sind zufrieden, weil sie zufällig ein Instrument gezogen haben, das ihnen gefällt. 28 Kinder sind genervt von ihrem Los. Tim hat eine Oboe gezogen und findet diese Wahl furchtbar. Er möchte mit Michael tauschen, was die Lehre- rin nicht gestattet. Eigentlich würde sie gerne zustimmen, aber andere Kinder wollten dann sicher auch tauschen und so käme totale Unruhe in die Klasse. Die ganze Verteilung der Themen ist schon anstrengend genug. Nachdem die Themen verteilt wurden, versucht sie ge- meinsam mit den Kindern eine Reihenfolge in die Präsen- tationen zu bekommen. Der Versuch endet in ständigen Ermahnungen und es geht fast eine halbe Stunde in die Aufbereitung der Situation verloren. Schlussendlich be- stimmt sie die Reihenfolge einfach selbst. In der Schule wird der Grundstein für das gesamte spätere „Vortragsleben“ gelegt. Junge Menschen, die schlechte Erfahrungen in der Schul- und Studienzeit gesammelt haben, fällt es später oft schwer, zu entspannen und einen unverkrampften Vortrag, der sogar Spaß macht, zu halten. Gerade junge, noch unerfahrene Präsentatoren können dadurch entspannt werden, dass sie sich auf das Thema und die Zielgruppe fokussieren. Viele Regeln und Tipps sind zwar nett gemeint, verfehlen aber bei Präsentations-Frischlingen das Ziel. In der Zeit der Vorbereitung unterstützt Frau B. einige Kinder im Aufbau und der Strukturierung der Präsenta- tionen, weil alle ja noch nicht so viel Erfahrung haben. Manche helfen sich auch gegenseitig. Sie weist dabei auf folgende Punkte hin:  Für welche Hauptbotschaft brennt ihr?  Keine langen Sätze auf Folien  Normal reden statt auswendig lernen  Macht eine Generalprobe  Das Material (Folien, Plakate, Bilder etc.) soll Euch ­gefallen  Achtet auf einen guten Start- und Schlusssatz Die Kinder sind voller Vorfreude auf ihre Präsentationen und erleben Frau B. eher als Coach. Die Vorbereitung in der Schule läuft schleppend. Frau M. muss immer wieder darauf hinweisen, dass die Prä- sentationen wie eine Klassenarbeit zählen. Sie erinnert die Kinder auch daran, bereits frühzeitig mit der Auf- bereitung des Themas zu beginnen. Damit alle gleich behandelt werden, gilt für alle Kinder die Regel, 7 bis 10 PowerPoint-Folien zu erstellen. Die Richtlinien für die Foliengestaltung und den Vortragsablauf kopiert Frau S. aus einem bekannten Buch über Präsentationstechnik, verteilt sie an die Kinder und lässt sie auswendig lernen. die Themenauswahl Als erstes kommt Präsentationen vorbereitet Dann werden die

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