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didacta 02_2013

Kita 54 www.didacta-magazin.de 2/2013 Arbeitszeit wird meistens im Dienstplan verges- sen“, beobachtet Cramer. Fünf Stunden pro Wo- che fielen im Schnitt für Vor- und Nachbereitung, Dokumentation oder Gespräche an, rechnet er vor. Überhaupt rechnet Martin Cramer viel. Zum Beispiel, dass jede Fachkraft mindestens zehn Wochen im Jahr ausfällt: Sie ist im Schnitt zwei Wochen krank, fünf Tage entfallen für Fortbil- dungen, sechs Wochen ist sie im Urlaub, dazu kommen Mehrstunden, die ausgeglichen wer- den müssen. Bei zehn Erzieherinnen in einer Einrichtung seien das einhundert Fehlwochen pro Jahr, zählt Cramer zusammen. „Viele Einrich- tungen vergessen das bei ihrer Dienstplanerstel- lung und wundern sich dann, dass ihre Personal- planung zusammenbricht, sobald jemand weg ist. Aber am Ende sind von zehn Erzieherinnen nur acht tatsächlich da“, so Cramers Bilanz. Der Berater macht schnell klar: „Um einen stabilen Dienstplan zu erstellen, müssen sich Träger, Leitungen und Teams von der Idee verabschie- den, der Stellenplan und die Betreuungsverträ- ge der Kinder seien die Planungsgrundlage für eine Kita.“ Tatsächlich gehe es darum, die Kita als Ganzes zu betrachten, nicht in Gruppen, sondern im Team zu denken. „Es ist ein großer Schritt hin zu einem Team, das sich die Arbeit wirklich aufteilt. Jede Fachkraft braucht ausrei- chend kinderfreie Arbeitszeit. Währenddessen muss die Betreuung ‚ihrer‘ Kinder vom Team ge- tragen werden“, erklärt Martin Cramer. Was er als Dienstplan-Beratung beginnt, führt so meist zu grundsätzlichen Teamentwicklungsfragen, der Gestaltung des Arbeitsalltages und der Überprü- fung der Konzeption. Oft nehmen sich Kitas zu viel vor, bemerkt Cramer. Viele Einrich- tungen kreieren ehrgeizige Konzeptionen mit fach- lich hohen Standards. Im Arbeitsalltag zeige sich dann oft, dass diese Ziele nicht so einfach umzusetzen sind. Es sei schon rein rechnerisch nicht machbar, dass sich zwei Erzieherinnen für ihre Gruppe ein schönes Programm für das Jahr überlegen und es dann auch so umsetzen können: „Früher oder später steht eine der beiden alleine da, weil die andere zwangsläufig mal ausfällt“, erklärt der Fachbera- ter. Kurzfristig könne das aufgefangen werden, aber langfristig überfordere das die Fachkräfte. Diese Fehlzeiten müssten in die Dienstplanung einfließen, egal ob mit Software oder ohne, be- tont Cramer. Der Fachkräftemangel macht die Dienstplanung nicht gerade leichter. Und in kaum einer Branche gibt es so viele Teilzeitkräfte, mit 20, 30 oder 32 Wochenstunden. Es herrscht ein kunterbuntes Durcheinander an Arbeitsverträgen in Deutsch- lands Kitas. In einigen Bundesländern werden die Stundenvolumen in den Verträgen viertel- jährlich oder gar monatlich verändert, weil die be- treuungsintensiveren Krippenkinder im Laufe des Jahres älter werden und entsprechend weniger Fachkräfte benötigt werden. Eine Software müs- se das berücksichtigen, findet Cramer, sie müsse flexibel und individuell anpassbar sein. Auch an die unterschiedlichen, immer wieder wechseln- den Öffnungszeiten der Einrichtungen: Eltern ha- ben unregelmäßige Arbeitszeiten, manche Kitas bieten täglich bis zu 15 Stunden Betreuung, viele haben das ganze Jahr über geöffnet. Das mag den Eltern gelegen kommen, macht die Dienstplanung aber noch komplizierter. Vor allem, wenn Fachkräfte selbst Kinder haben, aber Managern bis Abends den Zunächst muss im Team eine realistische Einschätzung der Ressourcen erarbeitet werden. Dann erst geht es an die Dienstplanung. Foto:©YuriArcurs/Shutterstock.com

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