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didacta 02_2013

Bildung 32 www.didacta-magazin.de 2/2013 ­Beratung und Unterstützung bei der Um- setzung inklusiven Unterrichts erhalten. Die ersten Zentren sollen zum Schuljahr 2014/15 an den Start gehen. Und wir wollen drittens die Beratung von Eltern über die ganze Bandbreite der schu- lischen Fördermöglichkeiten für Kinder mit Beeinträchtigungen verstärken. Wie werden die Lehrkräfte für den gemeinsamen Unterricht von Kin- dern mit und ohne Behinderung qua- lifiziert? Ahnen: Wir haben bereits in den Aus- bildungsplänen für angehende Lehrkräf- te eine intensivere Qualifizierung für inklusiven Unterricht vorgesehen. Die Studienseminare für das Förderschul- lehramt kooperieren verstärkt mit den Studienseminaren für andere Lehr- ämter. Wir bieten selbstverständlich über das Pädago- gische Landesin- stitut immer mehr Weiterbildungen zu dem Thema an. Wir setzen auf die Ex- pertise der ausgebil- deten Förderschullehrkräfte, die in den Schwerpunktschulen nicht nur unter- richten, sondern auch schulinterne Wei- terbildung betreiben. Um auch rechtlich einen deutlichen Akzent zu setzen, wird die Inklusion als klarer Auftrag im neuen Lehrerbildungsgesetz verankert. Was ist das Besondere an der Bil- dungspolitik von Rheinland-Pfalz? Ahnen: Die eigene Politik müssen ei- gentlich andere beurteilen. Ich habe in meiner Arbeit immer sehr viel Wert auf drei Dinge gelegt: Erstens ein ge- schlossenes Bildungskonzept von der Kindertagesstätte über die Schule bis zur Hochschule konsequent und unter weitgehender Einbindung aller Betrof- fenen zu entwickeln und umzusetzen. Zweitens jeden geplanten Reformschritt immer unter dem Blickwinkel „Was bringt das den Kindern und jungen Leu- ten?“ zu bewerten, und drittens in allen Konzepten zu beachten, dass die Ver- besserung der Chancengleichheit und die Steigerung der Leistungsfähigkeit im Bildungssystem zwei Seiten derselben Medaille sein müssen. Wo sehen Sie zukünftig die wich- tigsten Aufgaben Ihrer Bildungs­ politik? Ahnen: Die beiden wichtigsten He- rausforderungen im Schulbereich sind sicherlich die Verwirklichung einer weitgehenden Inklusion und die Wei- terentwicklung eines qualitativ hoch- wertigen Bildungs- angebots in Zeiten eines deutlichen demografischen Wandels. Im Hoch- schulbereich geht es darum, für die weiter steigende Zahl von Studie- renden, die wir po- litisch wollen und als Volkswirtschaft brauchen, ausreichende und gute Studi- enmöglichkeiten zu sichern. Wir wollen dabei vor allem das Erfolgsmodell der dualen Studiengänge, das schon erheb- liche Bedeutung hat, weiter voranbrin- gen. Ist diesen berufsorientierten, bil- dungspolitischen Bestrebungen auch die geringe Arbeitslosenquote des Landes zu verdanken? Ahnen: Wir haben als Landesregierung eine sehr gute Abstimmung zwischen Arbeitsmarkt-, Sozial-, Bildungs- und Wirtschaftspolitik und eine sehr gute Kommunikation mit den Wirtschaftsver- bänden, Kammern und Gewerkschaf- ten. Zudem hat Rheinland-Pfalz neben einigen erfolgreichen Großunternehmen einen sehr tatkräftigen Mittelstand. Zu- sammen mit einer Bildungspolitik, die immer auch die berufliche Zukunft jun- ger Menschen im Blick hat, ergibt das alles vielleicht das Erfolgsrezept von Rheinland-Pfalz. „Um rechtlich einen deutlichen Akzent zu setzen, wird die Inklusion als klarer Auftrag im neuen Lehrerbildungs- gesetz verankert.“ „Ich bewerte jeden geplanten Reformschritt immer unter dem Blick- winkel ‚Was bringt das den Kindern und jungen Leuten?‘“ „Die Verbesserung der Chancengleichheit und die Steigerung der Leistungsfä- higkeit müssen zwei Seiten derselben Medaille sein.“

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