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didacta 02_2013

2/2013 www.didacta-magazin.de 13 Um besser zu verstehen, was Lehrer und Schüler brauchen, holte sich Elke Alberts Pädagoge und Förderschullehrer Marc Wüb- benhorst in ihr Architekturteam. „Die Lehrer merken, wenn ein Architekturbüro nicht nur die Hülle baut, sondern das Leben darin füllt und kennt“, sagt er. Steht ein Bauprojekt an, geht Wübbenhorst in den Unterricht und hospitiert. Die zuständige Bauleitung beglei- tet ihn, um sich ebenfalls einen Eindruck von Arbeitsweise und Menschen zu machen. Elke Alberts sieht in Marc Wübbenhorst den „Übersetzer“, wie sie sagt, der zwischen Architekturbüro und Schulen vermittelt. „Wir sprechen ja oftmals in zwei Fachsprachen und benutzen Wörter, die der andere Bereich nicht versteht“, sagt Alberts. Es gehe nicht darum, die eigene Sache durchzuboxen, son- dern einen Vorschlag zu machen, der dann diskutiert wird. „Versteht die andere Seite nicht, was ich ihnen vorschlage, dann weiß ich, dass ich sie noch nicht verstanden habe und nochmal zuhören muss“, schildert die Architektin. Ihr Büro hat sich auf inklusiven Schulbau spezialisiert, die Eingänge, Flure, Treppenhäuser oder Toiletten müssen nicht nur behindertengerecht sein. Vielmehr geht es um ein Schulgebäude für Alle. Gerade der inklusive Schulbau, der in der Schularchitektur zunehmend an Bedeutung gewinnt, lebe vom gegenseitigen Kennen- lernen, weiß Marc Wübbenhorst. Wenn man an Menschen mit Behinderung denke, dürfe man nicht nur den Rollstuhlfahrer vor Augen haben. Vielmehr geht es darum, diese Menschen genauer kennenzulernen, mit ihnen zu sprechen, zu erleben, wie sie leben und lernen. Woran man beim Um- oder Neubau alles denken muss, erfährt man erst im Miteinander. Da lernt man, dass offene Treppenhäuser zwar schön aussehen, autistische Kinder damit aber Ein Trep- penpodest bietet viele Sitzmög- lichkeiten und kann als Zuschauer­ tribüne dienen sowie zum Lesen, Spielen und Lernen.

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