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didacta 02_2013

Titelthema 10 www.didacta-magazin.de 2/2013 Bosch möchte Lernumgebungen gestalten, die den unterschiedlichen Lernformen und den Bedürfnissen der Kinder gerecht wer- den: von dämmrigen Höhlen, ausstaffiert mit rotem Teppich, die dem Bedürfnis nach Ruhe und Geborgenheit nachkommen und einen geschützten Raum bieten, um allein oder zu mehreren zu diskutieren, zu proben oder einfach nur zu entspannen, bis hin zum Tanzstudio, das mit weichen, gelben Boden- matten ausgelegt ist und viel Platz zum To- ben bietet. „Design und Raumausstattung können nicht nur zum Lernen motivieren“, sagt Bosch, „vielmehr können sie als Werk- zeug dienen, das pädagogische Entwick- lung ermöglicht und die Lernenden stimu- liert. Gute Schularchitektur berücksichtigt den Einzelnen und gibt ihm die Möglichkeit, nach seinem eigenen Tempo zu lernen.“ Hinzu kommt, dass digitale Medien Einfluss darauf haben, wie wir heute in der Schule kommunizieren und interagieren. Und damit auch auf die Art und Weise, wie wir lernen. Unterricht mit Tablets, virtuelle Klassenräu- me, Lernen in Gruppen und individuellen Lernphasen brauchen andere Räume als herkömmliche 80 Quadratmeter-Klassen- zimmer. Statt Tischen und Stühlen könnten Lounge-Möbel, große Gemeinschaftstische und Rückzugsnischen inspirierende Lern­ umgebungen bieten, schlägt Rosan Bosch vor: „Anstelle einer Kreide-Tafel erfordert der Lernprozess möglicherweise Räume, in denen neue Technologien in einer intuitiven Weise integriert werden können. Denn der Wandel kommt nicht von der Technologie selbst – es ist die Art, wie wir sie verwen- den.“ Um die Möglichkeiten neuer Techno- logien in Kombination mit unterschiedlichen Lehr- und Lernmethoden ausschöpfen zu können, müssten einzelne Unterrichtsräu- me unterschiedliche Lernbereiche besitzen, glaubt Bosch. Bislang findet Schulunterricht in Europa vorwiegend in traditionellen Rahmenbedin- gungen statt: häufig in alten Gebäuden mit einfachen Klassenzimmern, die auf Frontal- unterricht ausgerichtet sind, ausgestattet mit Tafel und Lehrerpult, manche auch mit interaktivem Whiteboard. Aber die Anforde- rungen an die Bildung der nächsten Genera- tionen haben sich verändert: Kinder und Ju- gendliche auf den Arbeitsmarkt von morgen vorzubereiten, ist eine Herausforderung. Da genügt es nicht, neue Technologien in den Unterricht zu integrieren, wenn die Räume kein individuelles und projektorientiertes Ar- beiten zulassen. Wie eine zeitgemäße Lernumgebung aus- sieht, wissen diejenigen am besten, die diese Lernräume nutzen: die Lehrenden und Lernenden. „Wenn ich eine Schule ent- werfe, arbeite ich eng mit den Schülern und den Lehrern zusammen und spreche mit ih- nen über ihre Wünsche und Vorstellungen”, berichtet Rosan Bosch. „Wir verbringen viel Zeit mit ihnen, um ihre Bedürfnisse und Herausforderungen zu verstehen.” Der Mensch steht bei der neuen Schularchitek- Kinder lernen auf unter- schiedliche Weise und meist liegen oder sitzen sie dabei lieber auf dem Boden als an einem Schreib- tisch. Rosan Bosch entwarf daher diese Sitzinsel für die schwe- dische Vittra Telefonplan- Schule. Fotos:KimWendt

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