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SOUS 04.14

64 Green Lifestyle | Gelebte Nachhaltigkeit D eren prägnan- ter Einfluss spiegelt sich sowohl in den Kollektio- nen als auch in der Fir- menphilosophie wider. SOUS hat mit Florian Mey, Leitung Einkauf / Purchase, gesprochen. Was bedeutet der Begriff Nachhaltig- keit für die Firma Mey? Nachhaltigkeit bedeutet für uns, dass wir verantwor- tungsvoll und langfristig handeln. Die- ser Grundsatz gilt seit der Firmengrün- dung im Jahre 1928. Damals kannte mein Großvater den Begriff Nachhaltig- keit sicher nicht und trotzdem war ihm wichtig, dass es unseren Mitarbeitern gut geht, die Umwelt lebenswert bleibt und unser Unternehmen erfolgreich an die nächste Generation übergeben werden kann. Entscheidend ist für uns, dass sich unsere Kunden und Mitar- beiter wohlfühlen. Deshalb setzen wir mit dem Bluesign-System auf die welt- weit strengsten Regeln für Umwelt- und Verbraucherschutz, achten auf ergonomische Arbeitsplätze oder helle Räume mit Blick in die Natur. Wichtig ist uns dabei, dass diese Standards auch in den ausländischen Betrieben gelten und umgesetzt werden. Wie füllen Sie den Begriff mit Leben? Als Familienunternehmen ist das Thema Nachhaltigkeit Teil unserer Identität und deshalb fest in unserer täglichen Arbeit verankert. Seit ein paar Jahren haben wir eine Projektgruppe, die sich mit nachhaltigen Themen aktiv ausein- andersetzt und unsere Mitarbeiter mit einbindet. Dabei entstehen Ideen, wie beispielsweise die Reinigung unseres Fuhrparks ausschließlich mit Regen- wasser oder die innovative Beheizung unseres hauseigenen Schwimmbad- Gelebte NachhaltigkeitDas Albstädter Unternehmen Mey Bodywear räumt dem Thema Nachhaltigkeit einen sehr hohen Stellenwert ein. und Wellnessbereichs mit Abwärme aus der Produktion. Ein weiteres Beispiel für gelebte Nachhaltigkeit ist der Schwäbische Bumerang, der bereits 1997 mit dem Umweltpreis „Ökoprodukt des Jahres“ ausgezeichnet wurde. Die Kleiderbü- gel, auf denen unsere Wäsche und Dessous ausgeliefert werden, landen nicht im Müll, sondern werden zurück- geholt und mehrfach verwendet. Die- ses System hat auch einen sozialen Aspekt. Mit der Wiederaufbereitung und Sortierung sind wir ein wichtiger Auftraggeber für eine Behinderten- werkstatt in unserer Nachbarschaft. Dadurch sparen wir jährlich 50 Tonnen Abfall und können permanent 40 Men- schen mit Behinderung beschäftigen. Sie lassen Produkte Bluesign zerti- fizieren. Wie viele Artikel sind es im Augenblick und was bedeutet es? Die Komplexität des Bluesign-Systems ist enorm, weil die gesamte Wert- schöpfungskette, also Lieferanten, die Stoffherstellung, die Färberei und die Näherei, beleuchtet wird. Deshalb sind viele Unternehmen nicht in der Lage, dieses System umzusetzen, was wie- derum den geringen Bekanntheitsgrad des Bluesign-Systems erklärt. Durch unsere hohe Fertigungstiefe und die transparente Beschaffungsstruktur haben wir es aber geschafft, einen Großteil unserer Produkte mit Bluesign auszuzeichnen. Dieses Jahr werden wir bereits rund 60 Prozent unserer Produkte mit Bluesign zertifizieren kön- nen. Das Bluesign-Label steht für eine sichere, ressourcenschonende und umweltfreundliche Produktion. Durch den Ausschluss problematischer Stoffe in der Produktion erreichen wir automatisch auch ein unbedenkliches Endprodukt. Die Grundformel lautet: saubere Produktion gleich sauberes Produkt. Wie gehen Händler und Endverbrau- cher im Moment mit dem Thema Nach- haltigkeit um? Die Händler reagieren in erster Linie auf Marktentwicklungen, also auf die Bedürfnisse der Endver- braucher. Konsumenten orientieren sich unter anderem sehr stark an medialen Meldungen. Nachdem in den letzten Jahren besonders viel über die unmenschlichen Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie berichtet wurde, ist besonders das Thema sozia- le Nachhaltigkeit in den Fokus der Ver- braucher gerückt. Immer mehr Kunden fragen sich heute, wo Produkte her- kommen, wie sie gefertigt wurden und ob sie bedenkenlos verwendet werden können. Es wäre allerdings wünschens- wert, wenn dieses Bewusstsein zudem beim Bezahlen an der Kasse zum Tra- gen käme. Denn jedem Konsumenten muss klar sein, dass Billigpreise Kon- sequenzen auf die Art und Weise der Herstellung haben, unabhängig davon, wo auf dieser Welt produziert wird. Wie entwickelt sich die Serie Mey Organic und wie wird sie vom Handel eingeschätzt? Mey Organic ist ein vol- ler Erfolg. Für unsere Mitarbeiter in der Produktion war die Serie anfangs aller- dings eine Herausforderung. Wir waren zwar optimistisch in der Planung, die tatsächlichen Auftragseingänge haben uns aber überrollt. Bei dieser Serie wird die weltweit feinste Biobaumwolle eingesetzt. Die Besonderheit bei Mey Organic ist aber die Herstellung vom Garn bis zum fertigen Produkt aus- schließlich in Deutschland. Deshalb mussten wir die Kapazität in unseren deutschen Produktionsstätten nach oben anpassen.

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