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SOUS 02.15

163 9 Chancen vertun Lassen Sie sich nicht entgehen, durch das Präsentieren weiterer Produkte Zusatz-, ­Ergänzungs- oder Nachkäufe anzuregen. 10 VERSÄUMTE KAUFBESTÄRKUNG Bestärken Sie den Kunden in seinem Kauf, indem Sie versichern, dass er sich für das richtige Produkt entschieden hat und den Kauf nicht bereuen wird. Vermeiden Sie Sätze wie „Sie können es gern umtauschen, wenn es Ihnen nicht gefällt!“ – dieses Angebot ist sehr kulant von Ihnen, zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht von Belang. SOUS hat Verkaufsexperten nach ihren privaten Einkaufserlebnissen gefragt: Was war Ihr lustigstes Erlebnis mit einem Verkäufer, als Sie selbst einkaufen waren? Konnten Sie daraus für sich einen Nutzen ziehen? Cilly Hassenmeier – Wäsche Dessous ­Hassenmeier, Minden M ir wurde in einem Geschäft einmal ein besonders tolles Material vom islän- dischen Baumwoll-Schaf angepriesen. Beim Handschuhkauf wurde ich gefragt, ob ich noch etwas für meine Enkel- kinder suchen würde, und nach einem Blick auf meine Figur (ich trage Größe 38) bot die Verkäuferin an, mir eine Jeans in 42 zu holen. In einem Coaching, das ich meinen Mitarbeite- rinnen zweimal im Jahr gebe, erzähle ich von solchen Fauxpas, wie z.B. eine Größe zu nen- nen oder die schlimmste aller Fragen „Kann ich Ihnen helfen?“ zu stellen, und bewahre meine Mitarbeiterinnen und meine Kundinnen so vor unnötigen Fettnäpfchen. Claudia Wildner – Wäschehaus Wildner, Weiden D as wahrscheinlich peinlichste Erlebnis im Verkauf ist mir an einem sehr hektischen Tag selbst passiert. Eine langjährige Kundin erzählte mir kurz von einem Still-BH, den sie jetzt kaufen wolle. Ihr A-Cup war auf einen C-Cup gewachsen, ansons- ten war sie sehr schlank. Jedenfalls dachte ich, ohne groß nachzufragen, dass sie vielleicht im dritten Monat schwanger wäre und sie jetzt einfach nur einen größe- ren BH bräuchte, weil ja Brust und Bauch demnächst noch stärker wachsen würden – vom Still-BH habe ich abgeraten. Entgeistert sah sie mich an und erwiderte, dass sie eigentlich nicht vorhabe zuzunehmen. Sie hatte bereits entbunden. Etwas verlegen habe ich mich bei ihr entschuldigt und ihr dann einen Still-BH verkauft. Gott sei Dank hat die Kundin dies als Kompliment aufgefasst und wir lachen noch heute darüber, wenn sie mich im Geschäft besucht. Generell gilt, dass man der Kundin immer gut zuhören sollte und bei Unklarheiten lieber nachfragen und nicht einfach von Vermutungen ausge- hen sollte. Bianca Steber – Malou Dessous‘n More, Singen W as ich ganz schlimm finde, sind Verkäuferinnen, die bei jedem Outfit „sieht ganz toll aus“ sagen, obwohl das ganz offen- sichtlich nicht stimmt. Das führt nur zu Fehlkäufen, mit denen am Ende niemandem geholfen ist. Ich habe auch schon erlebt, dass ich nicht bedient wurde, weil ich nicht ganz so chic gekleidet war und damit wohl nicht als zahlungskräftig empfunden wurde. Eine andere Verkäuferin hat mich beim Gang durchs Geschäft nicht mehr aus den Augen gelassen, um sicherzugehen, dass ich nicht klaue – da fühlt man sich als Kunde einfach nicht wohl und zu Unrecht verdächtigt. In so ein Geschäft gehe ich kein zweites Mal. Mit meinen Mitarbeiterinnen spiele ich immer wieder Fallbeispiele eines Verkaufsgesprächs durch – bei uns wird jede Kundin gleich behandelt, egal ob chic oder casual gekleidet, dick oder dünn, alt oder jung.

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