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Literatur Garage 01_2014

· BUCH-VORSTELLUNG | Die Schattenbande GANOVENJAGDIM BERLINDERZWANZIGER „DIE SCHATTENBANDE“ VON GINA MAYER UND FRANK M. REIFENBERG M etropolen sind Sammelpunkt der Extreme und Schmelztiegel der Kul- turen. Gutes wie Schlechtes, Licht und Schatten finden hier auf engstem Raum Platz. Das Zwielicht macht sie zur per- fekten Kulisse für das Verbrechen. So ließ einst etwa Alfred Weidenmann seinen Peter im Hamburg der Zwanzigerjahre das Rätsel von „Gepäckschein 666“ lösen und Erich Kästner schickte Emil nach Berlin, um mit seinen neuen Freunden den Räu- ber zur Strecke zu bringen. Allein diese beiden Kinderbuchklassiker haben in vielen von uns die Faszination für die Metropolen und die Zwanziger- jahre geweckt. Und in diese Tradition stellen Gina Mayer und Frank. M Reifen- berg ihre Schattenbande. Vier aus dem Waisenhaus entflohene Straßenkinder ermitteln zwischen Ku’damm und Kreuz- berg in ihren spannenden Fälle. Da sind Klara Schlapp, die Bandenchefin, die lie- ber ein Junge wäre, und Otto Krawuttke, der super klettern kann und wahnsinnig gerne der Chef wäre. Die Geschwister Paule und Lina Kowalski komplettieren die Bande. Beide haben spezielle Fähig- keiten. Während Paule der geniale Pan- zerknacker und Erfinder ist, verfügt die kleine Lina über einen sechsten Sinn. In den ersten beiden Bänden der Kin- derbuchreihe jagt die Schattenbande Mörder und Entführer. Dabei leben die Kinder selbst von kleinen Diebstählen und Otto gerät immer wieder selbst unter Verdacht. So sind sie Jäger und Gejagte, die ihre Abenteuer nicht zuletzt deshalb bestehen, weil sie wie Pech und Schwe- fel zusammenhalten. Dabei begegnen sie gefährlichen Banditen, schlauen und weniger schlauen Polizisten, zwielichtigen und mysteriösen Persönlichkeiten, aber auch einer ganzen Reihe Menschen, die das Herz am richtigen Fleck haben. Die Schattenbande: Das sind zunächst von der ersten bis zur letzten Seite pa- ckend erzählte Geschichten mit viel Span- nung und Tempo. Die Leser sehen sich ständig neuen Verwicklungen und Rätseln gegenüber gestellt. Natürlich handelt es sich um reine Fiktion, die nicht bis ins letzte Detail darüber aufklärt, wie es die Kinder schaffen, sich frei und unabhän- gig durchzuschlagen. Genau auf diesem Weg gelingt es dem Autorenteam ein Stück Sozialgeschichte zu beleuchten: die Gegensätze und die Probleme der Stra- ßenkinder jener Zeit. Zudem gilt es, noch jede Menge über die Zwanzigerjahre und

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