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Literatur Garage 01_2014

· BUCH-VORSTELLUNG | Stories „WennwireineGeschichte übersetzen,müssenwirsicher sein,dassjedereinzelneKri- stalldesgesamtenEisbergs übertragenwordenist.” „W enn wir eine Geschichte lesen, muss sie uns im Sturm erobern, un- sere Mauern zum Einsturz bringen und uns auf dem Trümmerhaufen unserer Gefühle aussetzen, uns den ersten Schritt auf unsicheren Grund machen lassen. Sie muss uns im ersten Satz in eine neue Welt schleudern, eine unbekannte Welt voller Ängste und Sehnsüchte, Trauer und Ver- lust, Zorn und Hoffnung“, meint der Exil- Wiener Philipp Marouschek. Für ihn haben Munro, Carver, Baxter, He- mingway und Chekhov solche Geschich- ten geschrieben. Mit seinem Magazin „stories“, das aus einer geballten Ladung AUSLEIDENSCHAFT FÜRKURZGESCHICHTEN PHILIPP MAROUSCHEK: STORIES vorwiegend amerikanischer Kurzgeschich- ten Raum gibt, geht er seiner Leiden- schaft nach, ausschließlich handwerklich gute Geschichten zu publizieren. „Einen Text auf mehr als 400 Seiten auf- zublähen und damit genau nichts zu sa- gen, ist weit einfacher, als mit so wenigen Wörtern wie möglich das Wesentliche zu erzählen. Die Kunst des guten Erzählens ist es, in dem, was zwischen den Zeilen verborgen liegt, eine große Geschichte zu transportieren“, erklärt Marouschek sei- nen Ansatz. „Der Leser findet im schwarz auf weiß Geschriebenen nur die Spitze des Eisberges, der groß und bedrohlich unter der Oberfläche lauert. In einer gu- ten Geschichte sieht er ihn nicht, aber er spürt die Gefahr permanent.“ Für Marouschek ist dies das Vermächt- nis der großen verstorbenen und noch lebenden Meister, die er vor allem im anglo-amerikanischen Raum findet. Er

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