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Literatur Garage 01_2014

re im Berlin der späten Zwanzigerjahre verliert auch in der Urfassung nichts an Schärfe, Ironie und Treffsicherheit. Der Roman um den arbeitslosen 32-Jährigen Germanisten Dr. Jakob Fabian, der noch auf den Sieg der Anständigkeit wartet, skizziert weiter das Bild einer großstäd- tischen Gesellschaft im politischen und erotischen Ausnahmezustand. Gegenüber „Fabian“ hat „Der Gang vor die Hunde“ nicht nur einige zusätzliche teilweise heftige und scharfe Textpas- sagen zu bieten. Die Nachworte von 1931, von denen nur eines unter dem Titel „Fabian und die Sittenrichter“ in der Zeitschrift „Weltbühne“ erschien sowie die Vorbemerkungen von 1946 und 1950 komplettieren das Werk. Und wem das nicht genügt: Das ausführliche Nachwort Hanuscheks gibt nicht nur die Sicht auf die Umstände frei, die zur Entschärfung des Manuskripts führten, sondern öffnet auch den Blick für die Verhältnisse in einem Verlagshaus jener Zeit. Spannend dabei ist unter anderem die Meinung von Curt Weller, 1931 Käst- ners Lektor, zum Manuskript: „Freilich“, schrieb er ihm, „es wird heftig angegrif- fen werden, aber dagegen steht ihre leidenschaftliche Ehrlichkeit, die durch ihre Lyrik bekannt genug geworden ist.“ Und im Gutachten des Lektors heißt es: „Dass der grundehrliche Charakter Käst- ners dem Leser mitunter abstoßende und erschreckende Situationen zumutet, ist nicht Schuld des Verfassers, sondern Schuld der Zeit.“ Warum gerade auch Weller schließlich für die Entschärfung des Manuskripts eintritt ... Dieses und noch viele andere Details stehen im Nachwort Hanuscheks. BIBLIOGRAFIE: ERICH KÄSTNER DER GANG VOR DIE HUNDE 320 SEITEN · MIT SCHUTZUMSCHLAG 13.8 X 21.5 CM FÜR ERWACHSENE 22,95 € (D), 23,60 € (A), 30,90 CHF ATRIUM ZÜRICH ISBN: 3-85535-391-3 „Ein echtes, neuentdecktes Meisterwerk.”

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