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DDIV 08_2014

08|14 DDIVaktuell 55 der Ältere anfälliger für Erkrankungen wer- den. Gleichzeitig wird es für Unternehmen aufgrund der mangelnden Nachwuchskräf- te wichtiger, ältere Mitarbeiter und deren Know-how möglichst lange an die Firma zu binden und aktiv zu halten. Schonarbeits- plätze und altersgerechte Maßnahmen al- lein stellen keine hinreichende und effiziente Weise mehr dar, um diesen Herausforderun- gen zu begegnen. Betriebliches Gesundheits- management: Erkrankungen vermeiden und Gesundheit fördern Der Erhalt und die Förderung der physischen und psychischen Gesundheit erhöht nicht nur das Wohlbefinden der Mitarbeiter, son- dern hat darüber hinaus positive indirekte Effekte wie steigende Leistungsbereitschaft und Motivation, höhere Einsatzflexibilität der älter werdenden Beschäftigten und ein höheres Erwerbsaustrittsalter. Damit Arbeit nicht krank macht, müssen Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter in den Vordergrund rücken und einseitige und dau- erhaft anstrengende Belastungen vermieden werden. Mit der Orientierung am Leitsatz „Gesundheit fördert Arbeit“ kann mehr ge- tan werden, als nur die potenziellen (Unfall-) Risiken zu reduzieren. Unternehmen kön- nen Fähigkeiten zur Problembewältigung, eine gesundheitsorientierte Einstellung und Kompetenzen zu einer insgesamt positiven Lebensführung aller Mitarbeiter fördern. „Gesundheitsmanagement ist eine Führungs- aufgabe und muss in den Unternehmensleit- linien verankert, regelmäßig evaluiert und bedarfsgerecht optimiert werden“, sagt der Experte für betriebliche Vorsorge. Gerade kleine Unternehmen sind beim betrieblichen Gesundheitsmanagement oft zu zögerlich. Sie riskieren, wie auch beim Anwerben von Nachwuchskräften gegenüber Großun- ternehmen deutlich ins Hintertreffen zu geraten. Die Demografie-Falle ist für Klein- unternehmen deshalb besonders bedrohlich. Ausgehend von der Analyse der Ist-Situation, zum Beispiel mittels Gesundheitscheck der Mitarbeiter, einer Analyse der Altersstruktur, der Fehltage und der bereits vorhandenen Maßnahmen, müssen Ziele und Handlungs- bereiche des Gesundheitsmanagements definiert sowie zweckmäßige Handlungsop- tionen abgeleitet werden. Betriebliche Ge- sundheitsleistungen nehmen hier eine immer wichtigere Rolle ein. Beispielsweise können mit dem Angebot spezieller Vorsorgeunter- suchungen Erkrankungen frühzeitig erkannt und behandelt werden. Oder das Unterneh- men bietet seinen Mitarbeitern eine betrieb- liche Zahnzusatzversicherung, die Kosten für Zahnersatz und sogar kosmetische Zahnbe- handlungen übernimmt. „Die Möglichkeiten sind vielfältig. Deshalb sollten betriebliche Gesundheitsleistungen stets genau auf den Bedarf der Mitarbeiter abgestimmt sein. Dann sind Effekte auf Krankenstand, Moti- vation und Mitarbeiterbindung am größten“, sagt Raube. Betriebliche Altersvorsorge und Zeit- wertkonten in Kombination mit ATZ – Basis für flexiblen Renteneintritt Die Unternehmen stehen vor einem Dilem- ma: Auch wenn die Anstrengungen zuneh- men, die Arbeitsfähigkeit der Belegschaft bis zum Renteneintritt zu erhalten, wird dies nicht in allen Fällen gelingen. Ein Teil der Belegschaft wird vor dem Rentenbeginn aus dem Erwerbsleben ausscheiden, weil er nicht mehr arbeiten kann oder möchte. Für diese Mitarbeitergruppe werden mög- lichst flexible Modelle für einen früheren Ausstieg aus dem Erwerbsleben benötigt. Zurzeit stehen hierzu folgende Möglich- keiten zur Verfügung: ■ Altersteilzeit ■ Zeitwertkonten ■ Betriebliche Altersvorsorge ■ Gesetzliche Teilrente ■ Abfindung ■ Teilzeit In großen Unternehmen haben Mitarbeiter bessere Chancen, gesund zu bleiben Analyse der Ist-Situation 35% 38% 59% 28% 30% 37% 10% 17% 37% 21% 37% 63% 38% 25% 28% 24% 55% 76% unter 50 Mitarbeiter 50 bis 499 Mitarbeiter 500 oder mehr Mitarbeiter Gesundheits- orientierte Führung Gesundheit in Unter- nehmens- leitlinien Verhaltens- orientierte Maßnahmen Verhältnis- orientierte Maßnahmen Evaluation des Gesundheits- managements Dr. Ralf Raube, Geschäftsführer der TPC GmbH

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