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DDIV 08_2014

08|14 DDIVaktuell 49 STEUERLICHER ABZUG VON KOSTEN FÜR HAUSVERWALTUNG ALS WERBUNGSKOSTEN BEI VERMIETETER EIGENTUMSWOHNUNG Bei der Finanzverwaltung herrscht Unklar- heit, welche Zahlungen bei vermieteten Ei- gentumswohnungen an die Hausverwaltung in welchem Kalenderjahr als Werbungskosten anzusetzen und damit abzugsfähig sind. Der unterschiedliche Ansatz der Finanzämter bei großen Eigentümergemeinschaften führt zur Irritation und in seiner Auswirkung zu einer steuerlichen Ungleichbehandlung. Wie kann in diesem Zusammenhang gewährleistet werden, dass eine Gleichmäßigkeit der Be- steuerung bei all den Wohnungseigentü- mern erfolgt, die ihre Eigentumswohnung vermieten? Dies insbesondere auch unter dem Gesichtspunkt der Gleichbehandlung mit progressiven Auswirkungen. Stellungnahme des BMF Bei der Finanzverwaltung besteht in der Rechtsfrage keine Rechtsunsicherheit. Hausgeld- zahlungen von Wohnungseigentümern für vermietete Eigentumswohnungen beinhalten regelmäßig zum einen die laufenden Umlagen (Wasser, Heizung, Müllabfuhr etc.) und zum anderen Beiträge zur Instandsetzungsrücklage. Bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung als Überschusseinkunftsart gilt unstreitig grundsätzlich das allgemeine Zu- und Abflussprinzip des §11 EStG, wonach die laufenden Aufwendungen (Umlagen) im Jahr der Bezahlung als Werbungskosten abziehbar sind bzw. in Rückerstattungsfällen bei tatsächlichem Zufluss zu Einnahmen nach §21 EStG führen. Nach gefestigter Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) und Auffassung der Finanzverwaltung sind hingegen Beiträge zur Instandhaltungsrücklage erst bei der Verausgabung der Beträge für Erhaltungsmaßnahmen als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung abziehbar. Mit der Zahlung der Beiträge durch die Wohnungseigentümer an die Hausverwaltung sind die Beiträge zwar aufgrund ihrer Zuordnung bzw. der Bindung im Verwaltungsvermögen der Wohnungseigentümerschaft aus dem frei verfügbaren Vermögen des einzelnen Woh- nungseigentümers abgeflossen. Sie können aber beim einzelnen Wohnungseigentü- mer erst dann als Werbungskosten abgezogen werden, wenn der Verwalter sie für die Wohnungseigentümergemeinschaft tatsächlich für die Erhaltung des gemeinschaft- lichen Eigentums oder für andere Maßnahmen verausgabt, die durch die Erzielung von Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung veranlasst sind. Die einheitliche Rechtsanwendung ist durch amtliche Veröffentlichung der entsprechenden BFH- Urteile sowie durch entsprechende Hinweise für die Finanzbeamten im amtlichen Einkommensteuerhandbuch des BMF gewährleistet. Zudem enthält auch die Anleitung zur Anlage V der Einkommensteuererklärung (zu den Zeilen 39 bis 45) für die Steuerpflichtigen einen eindeutigen Hinweis auf die vorgenannte Behandlung von Aufwendungen für die Instandhaltungsrücklage, um Unklarheiten zu dieser Rechtsfrage entgegenzuwirken. Ergänzend wird darauf hingewiesen, dass Zinsen, die Beteiligte einer Wohnungs- eigentümerschaft aus der Anlage der Instandhaltungsrücklage erzielen, zu den Einkünften aus Kapitalvermögen gehören (Richtlinie 21.2 Absatz 2 der Einkommensteuer-Richtlinien). Diese Zinserträge stellen mithin keine Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung dar. Zinsen aus der Anlage der WEG-Instandhal- tungsrücklage sind Einkünfte aus Kapital- vermögen.

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