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DDIV 08_2014

48 DDIVaktuell 08|14 VERWALTUNG & FINANZEN Nachgefragt Bisweilen wirft das Steuerrecht Fragen auf, die Verwalter wie Eigentümer beschäftigen. Zu einigen aktuell und perspektivisch drängenden hat der DDIV gemeinsam mit Steuerberater Alois Reutlinger das Bundesministerium für Finanzen (BMF) um Stellungnahme gebeten. Der Bundesrat hat jüngst in einem Ge- setzesentwurf erneut mehrere Einzelmaß- nahmen zur Vereinfachung des Steuerrechts vorgeschlagen. Danach soll bei der Steuerer- mäßigung für Handwerkerleistungen gemäß § 35 a EStG ein Sockelbetrag in Höhe von 300 Euro eingeführt werden, bis zu dem Rechnungsbeträge bei der Ermittlung der Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen unberücksichtigt bleiben. Ein solcher Sockel- betrag würde die Abrechnung bei Verwal- tungsunternehmen deutlich verkomplizieren, was zur Folge hätte, dass separate Konten in der Finanzbuchhaltung geführt werden müss- ten, und die Eigentümer mit einer weiteren Aufblähung der Hausgeldabrechnung kon- frontiert werden würden. Hier stellt sich die Frage nach der Intention des Gesetzes: Geht es hier allein um die Verringerung von Steu- errückzahlungen? Und schließlich: Gibt es Bestrebungen, den Mehraufwand, den dieser Vorschlag zur Vereinfachung des Steuerrechts für Verwaltungsunternehmen mit sich bringt, zu reduzieren? SOCKELBETRAG BEI STEUERERMÄSSIGUNG FÜR HANDWERKERLEISTUNGEN Stellungnahme des BMF Die Vereinfachung des Steuerrechts ist eine steuerpolitische Daueraufgabe und daher auch dem Bundesministerium der Finanzen stets ein wichtiges Anliegen. Vorschläge der Steuerverwaltungen der Länder, die nach Maßgabe des Grundgesetzes für den Vollzug der Steuergesetze verantwortlich sind, werden daher ausdrücklich begrüßt. Ein Sockel- betrag wird unseren Bürgerinnen und Bürgern bei der Erledigung ihrer steuerlichen Pflichten allerdings nicht helfen, da sie weiterhin „Belege sammeln“ müssen. Ferner ist die Zielrichtung eines Sockelbetrags (Fokussierung der Förderung auf größere Arbeiten) mit der Zielrichtung des §35a Einkommensteuergesetz (EStG) – Bekämpfung der Schwarz- arbeit – nicht vereinbar. Steuerhinterziehung und Schwarzarbeit sollen nicht erst ab einem bestimmten Betrag, sondern bereits ab dem ersten Euro bekämpft werden. Die Bundesre- gierung kann den Vereinfachungsvorschlag der Länder daher nicht unterstützen. Foto:©Nomad_Soul,pogonici(2)/Shutterstock.com

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