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DDIV 08_2014

08|14 DDIVaktuell 37 Aufzüge mit Brandmeldeanlage könn- ten die Feuerwehr bei der Räumung von Wohnhäusern unterstützen. Feuerwehraufzüge: Im Brandfall derzeit einzig zugelassen für die Personenret- tung. Das könnte sich bald ändern. 1 2 der Anlage verlangt wird. Wichtigste Be- dingung: Das Gebäude benötigt eine Brandmeldeanlage, deren Signal die Fahrt des Aufzugs in die Evakuierungshaltestel- le auslöst. Über eine solche automatische Brandfallsteuerung verfügen bislang nur knapp zehn Prozent aller deutschen Auf- züge. Entsprechend deutlich wird emp- fohlen, Gebäude mit selbstauslösenden Rauchdetektoren auszustatten – für die schnelle und zuverlässige Alarmierung von Bewohnern und Feuerwehr ebenso wie für die Steuerung des Aufzugs. Dagegen reicht der Einsatz von Handfeu- ermeldern nicht aus. Tatsächlich ist der Nutzen dieser simplen Druckknöpfe zur Auslösung von Alarm und Brandfallsteue- rung eher fragwürdig. Wer denkt im Not- fall daran, den Aufzug stillzusetzen, wenn Angst das Handeln lenkt? Bevor es kritisch wird Die Brandmeldeanlage muss das gesamte Gebäude und die wichtigsten Kabelwege erfassen, um eine ungefähre Lokalisierung des Brandes zu ermöglichen. Nur dann ist sichergestellt, dass die Anlage nicht wegen Stromausfalls stecken bleibt, dass sie aber sofort stillgelegt wird, wenn der Brand ein kritisches Ausmaß erreicht. Bricht bei- spielsweise in einem Wohnzimmer ein Feuer aus, erlaubt die Lokalisierung des Brandherdes die Fortsetzung des Aufzug- betriebs. Erst wenn weitere Detektoren anschlagen, weil das Feuer dem häufig im Hausflur platzierten Aufzug gefährlich nahe kommt, fährt die Kabine in die Eva- kuierungshaltestelle und wird dort festge- setzt. Eine andere kritische Situation ist die zeitnahe Auslösung mehrerer räumlich getrennter Rauchmelder: Das Feuer brei- tet sich schnell aus! Da die Bewohner das Gebäude nicht mehr sicher über den Auf- zug verlassen können, wird er stillgelegt. Enge Abstimmung erforderlich Die Bewertung der Brandsituation kann nicht pauschal getroffen werden, sondern ist von Brandschutzkonzept abhängig. Da- rin werden Lage und Zahl der Brandab- schnitte festgelegt. Zugleich werden die Bedingungen bestimmt, unter denen die Anlage stillgelegt werden muss. In dem Konzept, das zwischen Planern, Betrei- bern und Behörden abzustimmen ist, wird auch festgelegt, welche Brandfallsteuerung zum Einsatz kommt. Meist reicht eine sta- tische Steuerung aus, die den Aufzug im kritischen Brandfall in die definierte Eva- kuierungshaltestelle – üblicherweise das Erdgeschoss – fährt und dort stilllegt. Gegebenenfalls kann eine erweiterte sta- tische (= teildynamische) Brandfallsteu- erung sinnvoll sein: Ist das Erdgeschoss verraucht, fährt der Aufzug eine alterna- tive Haltestelle an. Doch auch eine dy- namische Steuerung ist möglich: Dabei kann jeder Halt zur Evakuierung genutzt werden. Und Bestandsgebäude? Der hohe Anteil von Wohnhausaufzügen ohne Brandfallsteuerung war für die Fachleu- te Grund genug, im Gründruck der Richtlinie eine generelle Empfehlung für die Nachrüs- tung von Brandmeldeanlagen auszusprechen. In realistischer Einschätzung der Wirksamkeit dieses Rates fügten die Experten eine zweite Empfehlung hinzu: Zumindest Gebäude, die von mehr als 50 Personen genutzt werden, sollten eine statische Brandfallsteuerung erhalten – in Kombination mit Handfeuer- meldern. Mehr Sicherheit wird aber auch hier nur eine ausgefeilte Brandmeldeanlage ermöglichen, die zugleich den Weiterbetrieb des Aufzugs ermöglicht. Experten gehen von bis zu 15 Minuten Zeitgewinn aus. Das ist ganz erheblich, bedenkt man, dass ein ty- pischer Aufzug, wie er in einem fünf- oder sechsgeschossigen Bau eingesetzt wird, in- nerhalb dieser Zeitspanne 15 Fahrten oder mehr schafft. Allerdings verlangt die Neufas- sung der Richtlinie unter Umständen bauli- che Änderungen, damit ein Aufzug bei einem „unkritischen Brandereignis“ weiter betrie- ben werden kann: So müssen die Wände des Aufzugsvorraums feuerhemmend von den Wohneinheiten abgetrennt sein. Der Zugang zum Vorraum muss mindestens mit einer Rauchschutztür geschützt werden. Wichtig ist auch die Lage des Vorraums in unmittelbarer Nähe einer Treppe. Wenn sich das Gebäude verändert WirdaufgrundbaulicherVeränderungenoder einer veränderten Nutzung eine neue Bauge- nehmigung erforderlich, muss der Eigentü- mer dafür ein Brandschutzkonzept erstellen lassen. Dabei prüft der Sachverständige (zum Beispiel der Architekt), ob etwa durch die ge- werbliche Nutzung einer Etage die Nachrüs- tung einer Brandmeldeanlage in Kombination mit einer Brandfallsteuerung notwendig ist. Auch die Feuerwehr kann die Nachrüstung einer Brandmeldeanlage fordern. 2

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