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DDIV 08_2014

GEBÄUDE & TECHNIK 34 DDIVaktuell 08|14 Der Autor DIPL.-ING. GOTTHARD GRIESELER Der Geschäftsführer der grieseler gmbh, die jährlich ca.12000 Mehr- familienhäuser sowie Bäume und Spielplätze prüft, führt für Wohnungsunternehmen und den VDIV Bayern 2-tägige Grundlagen- seminare für Hausmeister/Haus- warte und Techniker durch. www.grieseler-gmbh.de Wohnimmobilien, Bäume und Spielplätze sind in regelmäßigen Ab- ständen zu überprüfen. Wohnungsunter- nehmen nehmen diese Aufgabe immer ernster. Diese Leistungen werden sowohl von eigenen Mitarbeitern als auch von ex- ternen Dienstleistern übernommen. Die rechtlichen Grundlagen der Ver- kehrssicherheitspflicht finden sich in den §§535, 836 bis 838 des Bürgerlichen Ge- setzbuches (BGB). In diesen Paragraphen ist die Sorgfaltspflicht geregelt, durch die Gefährdungen Dritter ausgeschlossen werden sollen. Immobilieneigentümer und Verwalter müssen die Überwachung der Verkehrssicherheitspflicht gewährleisten und demzufolge die Verkehrssicherheits- prüfung durchführen oder durchführen lassen. Sicherheit geht vor Verkehrssicherheitsprüfungen für Wohnimmobilien, Bäume und Spielplätze gewinnen immer mehr an Bedeutung. Nach Rechtsprechung des BGH liegt die Verkehrssicherungspflicht bei demjenigen, der eine Gefahrenlage, gleich welcher Art, schafft oder fortdauern lässt. Er muss die notwendigen und zumutbaren Vorkehrun- gen treffen, um eine Schädigung anderer möglichst zu verhindern. Wie wird geprüft? Eins der wichtigsten Elemente der Ver- kehrssicherheitsprüfung ist die genaue Dokumentation/Protokollierung, wobei Adresse/Lage der Immobilie, der Bäume bzw. der Spielgeräte, der Name des Prüfers mit Datum und Unterschrift sowie ggfs. vorhandene Mängel erfasst werden. Dies kann sowohl in Papierform, per E-Mail oder online mit Tablet-PCs durchgeführt werden. Grundlage für die Prüfung von Spiel- plätzen sind zum einen die DIN EN 1176 und die DIN SPEC 79161. Sie erfolgt gem. DIN EN 1176 als Hauptinspektion (jährlich), Operative Inspektion (monatlich bis dreimo- natlich) und visuell (täglich bis wöchentlich). Die Häufigkeit der Inspektionen richtet sich dabei u. a. nach der Frequentierung der Spielplätze oder den Herstellerangaben. Für die Prüfung von Bäumen sind die FLL- Baumkontrollrichtlinien maßgeblich. Diese Richtlinien für eingehende Untersuchun- gen zur Überprüfung der Verkehrssicher- heit von Bäumen sieht die Prüfung der Bäume in belaubtem und unbelaubtem Zustand in der Regel zweimal jährlich vor. Für Immobilien selbst gibt es keine eigene DIN oder eine anzuwendende Regel. Hier werden die für Bauteile geltenden Rechte wie z. B. bei Treppen die DIN 18065 zu- grunde gelegt. Bei den meisten Wohnungsbaugesellschaf- ten werden die Immobilien im 12-monati- gen Rhythmus geprüft. Dabei geht es um drei übergeordnete Bereiche: ■ Gebäude innen ■ Gebäude außen ■ Außenanlagen Aktuelle Diskussionen um die Verkehrssicherheitsprüfungen Bei der Prüfung der Verkehrssicherheit werden zurzeit zwei Punkte diskutiert: zum einen die vorgeschriebenen Abmes- sungen von Treppengeländern, die zum Zeitpunkt der Erteilung der Baugeneh- migung mitunter dem heutigen Standard nicht mehr entspricht, wobei hier ein Be- standsschutz zum Tragen kommt. Zum anderen geht es um das Abstellen von Möbeln und Gegenständen vor dem Hin- tergrund Brandschutz und Fluchtwege. Bestandsschutz und rechtliche Empfehlungen Für die Höhe von Treppengeländern macht die DIN 18065 folgende Vorgaben: ■ Treppengeländer mit Absturz- gefahren bis 12m: 90cm ■ Treppengeländer mit Absturz- gefahren über 12m: 110cm Häufig sind in Wohnimmobilien der 50er- bis 70er-Baujahre die Treppengeländer niedriger als 90cm. Dies wurde zum dama- ligen Zeitpunkt so genehmigt. Die Frage, ob Bestandsschutz vorliegt, ist zu bejahen, wenn die Geländer zum Errichtungszeitpunkt den Foto:©VolodymyrKyrylyuk/Shutterstock.com

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