Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

DDIV 08_2014

08|14 DDIVaktuell 33 von Bauteilen mit klassifizierter Feuerwi- derstandsdauer sowie die Installation von Leitungsanlagen in Flucht- und Rettungs- wegen. §40 Abs.1 MBO 2002 regelt, dass „Leitungen durch raumabschließende Bau- teile, für die eine Feuerwiderstandsfähigkeit vorgeschrieben ist, nur hindurchgeführt werden dürfen, wenn eine Brandausbrei- tung ausreichend lang nicht zu befürchten ist oder Vorkehrungen hiergegen getroffen sind; dies gilt nicht für Decken 1. in Gebäuden der Gebäudeklas- sen 1 und 2, 2. innerhalb von Wohnungen, 3. innerhalb derselben Nutzungseinheit mit nicht mehr als insgesamt 400 m² in nicht mehr als zwei Geschossen.“ Des Weiteren regelt §40 Abs.2 MBO 2002, dass „in notwendigen Treppenräumen, in Räumen nach §35 Abs.3 Satz 3 (d.h. Räu- men zwischen notwendigen Treppenräumen und Ausgängen ins Freie) und in notwendi- gen Fluren Leitungsanlagen nur zulässig sind, wenn eine Nutzung als Rettungsweg im Brandfall ausreichend lang möglich ist.“ Seit Herausgabe der MLAR 2005 sind auch feuerhemmende (F 30) und hoch- feuerhemmende (F 60) Bauteile, wenn sie durchdrungen werden, schutzbedürftig und müssen Abschottungsmaßnahmen vorwei- sen. Nicht zuletzt sind es DIN-Normen, die verschiedene Anforderungen an den Brandschutz stellen, wie z.B. die DIN 4102 resp. DIN EN 1366 und DIN EN 13501. Dem Grunde nach werden Muster- Entwürfe für die Landesbauordnungen durch die Arbeitsgemeinschaft der für das Bau-, Wohnungs- und Siedlungswesen zuständigen Minister und Senatoren der Bundesländer (Argebau) resp. durch die Fachkommission Bauaufsicht der Argebau erarbeitet. In der Regel orientieren sich die gesetzgebenden Organe der 16 Bundes- länder an diesen Muster-Entwürfen, wo- bei landesspezifische Abweichungen und Besonderheiten möglich sind. Vor diesem Hintergrund ist bei der Anwendung einer Richtlinie durch den Fachplaner das jewei- lige Landesrecht zwingend zu beachten. Ist in einem Bundesland eine Richtlinie nicht bauaufsichtlich eingeführt, so kann man die Muster-Entwürfe der Argebau anwenden. Die richtige Lösung zu einer allgemeinen Problemstellung… …gibt es nicht, im Gegenteil: Aufgrund der engen Zulassungsvoraussetzung ist jedes Produkt auf seine gewünschte Anwendung hin von einer akkreditierten Materialprüfan- stalt (MPA) zu testen und je nach Abschot- tungssystem vom Deutschen Institut für Bautechnik in Berlin (DIBt) zuzulassen. Dem- nach gibt es auch kein „prinzipiell geeignetes Produkt“. Der Markt bietet viele Varianten mit stets unterschiedlichen Spektren und Eigenschaften. Die Auswahl eines geeigne- ten Systems richtet sich nach den Anforde- rungen der Nutzung, der Anzahl der Kabel und der Art und Feuerwiderstandsdauer der Wände bzw. Decken, durch die Leitungen geführt werden müssen. Bei den Schottsys- temen unterscheiden sich: ■ Einzelkabel und Kabelbündel ■ Weichschott/Plattenschott (Mine- ralfaserschott) ■ Hartschott (Mörtelschott) ■ Modulschott ■ Kastenschott ■ Variabel-/Kissenschott ■ Brandschutzschaum-Schott/Hart- schaum-Schott ■ Brandschutzstopfen-Schott ■ „Sandtasse“ ■ diverse Sonderformen und -lösungen Der komplexe Sachverhalts resp. die sen- sible Thematik macht es für alle am Bau Beteiligten notwendig, auf verlässliche Informationen zurückgreifen zu können. Die Hersteller bauaufsichtlich zugelasse- ner Produkte bieten Planungshilfen an, die Problemlösungen aufzeigen. Die Vielfalt der Komponenten und Parame- ter für Leitungsanlagen in Gebäuden macht deutlich, dass nur ein frühzeitig erstelltes Brandschutzkonzept in Verbindung mit einer qualifizierten Ausschreibung, der Vergabe an kompetente Ausführungsfirmen sowie eine sorgfältige Kontrolle der ausgeführten Maß- nahmen sicherstellen, dass den Brandrisiken durch Leitungsanlagen in Wänden und De- cken angemessen begegnet wird. Hersteller, Architekten, Fachplaner, Fachhandwerker, Gebäudebesitzer und -betreiber tragen da- mit ein hohes Maß an Verantwortung. Kleinanzeigen Hier könnte auch Ihre Kleinanzeige stehen, weitere Informationen erhalten Sie bei: Isabella Gnirß, Mediaberatung Tel.: +49 89 419694-32, ignirss@avr-verlag.de Fachverwalter-Ausbildung per staatlich geprüften Fernlehrgang Beginn ab sofort, jederzeit Infos: www.imi-immobilien-institut.de Nürnberg, Tel.: 0911367680 Unqualifizierte Abschottung im Bereich einer Brandwand Verwendung falscher Dämmmate- rialien Schmelzpunkt < 1000°C Tel.: +4989419694-32, ignirss@avr-verlag.de

Seitenübersicht