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DDIV 08_2014

GEBÄUDE & TECHNIK 32 DDIVaktuell 08|14 Der Autor PETER HILGERS Der Brandassessor ist Vorsitzender der Bundesvereinigung Fachplaner und Sachverständige für den vor- beugenden Brandschutz e.V. (BFSB) und Vizepräsident des Deutschen Instituts für den vorbeugenden Brandschutz e.V. (DivB). www.brandschutz-hilgers.de Brandschutz, der Leben rettet Maßnahmen bei Decken- und Wanddurchlässen von Kabel- und Rohrleitungen müssen gut geplant und ausgeführt sein. Werden Brandschutzvorschriften missachtet, hat das oft katastrophale Folgen. Schwerwiegende Brandfälle in den letzten Jahren führen vor Augen,wie im- mens Ausmaße, Schäden und Personen- opfer sein können. Ein Beispiel ist der Brand am Düsseldorfer Flughafen im Mai 1996, bei dem 17 Menschen ums Leben kamen. Hier haben die Verstöße gegen Brandschutzvorschriften nicht nur zur Entstehung des Brandes beigetragen, son- dern auch zu dessen gravierenden Folgen. Ein Großteil der Brandfälle, insbesondere ihre Ausbreitung, geht auf Fehler in der Planung und Ausführung sowie auf Ver- säumnisse bei der Instandhaltung brand- schutztechnischer Einrichtungen zurück. Aktuelle Fehleranalysen belegen, dass ca. 95 Prozent der Fehler im Kontext zu Pla- nung und Ausführung liegen, weniger als 5 Prozent auf Produktfehler als Brandursa- che zurückzuführen sind. Betroffen hiervon sind auch bauliche Anlagen, bei denen eine sichere und rauchgasdichte Abschottung von Rohr- und Kabeldurchführungen so- wie brandschutzgeprüfte Befestigungen in klassifizierten Zwischendecken fester Be- standteil der Planung sein müssen. In der modernen Gebäudetechnik sind deshalb bauaufsichtlich zugelassene Materialien zu verwenden und zudem Schutzmaßnah- men vorzusehen, die Brände begrenzen bzw. eindämmen. Das Erfordernis solcher Maßnahmen ist in Fachkreisen unbestritten. In der Praxis bedarf es jedoch immer noch einer gewissen Überzeugungsarbeit, da ihre Umsetzung häufig nicht als nutzbringend, sondern „nur“ als vorgegeben gesehen wird. Rechtliche Grundlagen Die Musterbauordnung (MBO) 2002 ist die Basis für alle Überlegungen zum bau- lichen Brandschutz. Die dort aufgeführten Randbedingungen dienen als Entschei- dungsgrundlage für alle mit der Errich- tung und Instandhaltung eines Gebäudes Befassten. Insbesondere § 3, Abs. 1 der allgemeinen Anforderungen geht auf die allgemeinen Schutzziele ein: „Anlagen sind so anzuordnen, zu errichten, zu ändern und instand zu halten, dass die öffentliche Sicherheit und Ordnung, insbesondere Le- ben, Gesundheit und die natürlichen Le- bensgrundlagen, nicht gefährdet werden.“ Dies wird für den Brandschutz im §14 der MBO konkretisiert: „Bauliche Anlagen sind so anzuordnen, zu errichten, zu ändern und instand zu halten, dass der Entste- hung eines Brandes und der Ausbreitung von Feuer und Rauch (Brandausbreitung) vorgebeugt wird und bei einem Brand die Rettung von Menschen und Tieren sowie wirksame Löscharbeiten möglich sind.“ Zwar ist die MBO noch nicht in allen Bun- desländern landesrechtlich umgesetzt, doch aufgrund des §1, Abs.1 auf alle Lei- tungsanlagen innerhalb von Gebäuden an- zuwenden: „Dieses Gesetz gilt für bauliche Anlagen und Bauprodukte. Es gilt auch für Grundstücke sowie andere Anlagen und Einrichtungen, an die in diesem Gesetz oder in Vorschriften aufgrund dieses Ge- setzes Anforderungen gestellt werden.“ Die MBO 2002 definiert in ihren Begriffs- bestimmungen Gebäude aller Art und unterteilt sie in verschiedene Klassen. Im Einzelnen wird festgelegt, welche Anforde- rungen an Bauteile wie z. B. Wände oder Decken in Keller- und Obergeschossen oder an Flucht- und Rettungswege zu stel- len sind. Das betrifft in gleichem Maße die technische Gebäudeausrüstung. Um die bekannten und möglichen brand- schutztechnischen Risiken, die durch die Installation von Leitungsanlagen auftreten können, zu minimieren, hat der Gesetzge- ber entsprechende Anforderungen in der Musterbauordnung formuliert. Seit November 2005 gibt es eine Muster- Leitungs-Anlagen-Richtlinie über brand- schutztechnische Anforderungen bei Leitungsanlagen (MLAR), die von der Fach- kommission Bauaufsicht der Bauministerkon- ferenz erarbeitet und herausgegeben wurde. Die allgemeinen Anforderungen in § 40 MBO werden mit Blick auf die formulierten Schutzziele in der Muster-Richtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an Leitungsanlagen (MLAR) konkretisiert. Dies betrifft insbesondere die Querung ©Fotos:PeterHilgers Die MBO 2002 ist Basis für alle Über- legungen zum baulichen Brandschutz.

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