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DDIV 08_2014

IM BLICKPUNKT 26 DDIVaktuell 08|14 1946-6 nach einem Mindestluftwechsel für den Feuchteschutz umzusetzen, denn dies können die „klassischen“ manuellen Öff- nungsfunktionen (Dreh, Drehkipp etc.) nicht mehr leisten. Eine technische Umsetzung ist durch motorische Öffnungsmechaniken, neue Beschlagfunktionen oder dezentrale, ins Fenster integrierte Lüftungssysteme (so- genannte „Fensterlüfter“) möglich, die im Weiteren ausführlicher beschrieben werden. Fensterlüfter eignen sich zwar auch für die Nachrüstung, ihr Einbau wird aber im We- sentlichen beim Austausch der Fenster im Rahmen der energetischen Gebäudemo- dernisierung sowie im Bereich des Neubaus erfolgen. Gerade bei Modernisierungen kann durch ein Lüftungskonzept mit Fens- terlüftern den Bedenken von Bauherren hinsichtlich Tauwasser und Schimmelpilz- bildung begegnet werden. Die Vorbehalte haben in der Vergangenheit oft dazu ge- führt, dass ein Fensteraustausch gar nicht erst angegangen wurde. In Verbindung mit einer zentralen ventilatorgetriebenen Abluftanlage dienen Fensterlüfter auch als notwendige Außenluftdurchlässe. Zur Ermittlung der Leistungseigenschaften von Fensterlüftern hat das ift Rosenheim ge- meinsam mit Unternehmen der Branche die ift-Richtlinie LU-01/1 „Fensterlüfter; Teil 1: Leistungseigenschaften“ erarbeitet, die eine ganzheitliche Bewertung von Lüftungsein- richtungen ermöglicht. Diese Richtlinie gilt für dezentrale Lüftungselemente, die in das Fenster integriert sind oder in direktem Zu- sammenhang mit dem Fenster stehen und die manuell, automatisch oder sensorisch geregelt sein können. Hierzu zählen: ■ Luftdurchlässe bzw. Überströmöffnungen, ■ Fensterbanklüfter, ■ Aufsatzelemente, ■ Fensterfalzlüfter, ■ beschlaggeregelte Lüfter, ■ ventilatorbetriebene Lüftungs- geräte, mit oder ohne Wärme- rückgewinnung. Für die Planung und Auslegung von Fens- terlüftern ist die Kenntnis und die zuver- lässige Ermittlung der lüftungstechnischen Eigenschaften von zentraler Bedeutung. Hierzu wurden Verfahren entwickelt, die in der ift-Richtlinie LU-01/1 beschrieben werden. Für den Einsatz in der Praxis und die Sicherstellung der Gebrauchstauglich- keit sind weitere Eigenschaften wichtig, für die die Richtlinie Empfehlungen für folgende Anforderungen gibt: ■ Luftdurchlässigkeit, ■ Schlagregendichtheit, ■ Akustische Eigenschaften (Luft- schalldämmung, Eigengeräusche), ■ Thermodynamische Prüfung, ■ Prüfung der Frostschutzsicherheit und Tauwasserbildung im Fenster- lüfter, ■ Filter und Insektenschutz, ■ Interne Leckage, ■ Regelung, ■ Einbruchhemmung, ■ Energieverbrauch und Wärmetech- nische Eigenschaften, U-Wert, ■ Dauerhaftigkeit, Handhabung, Ein- bau, Instandhaltung und Wartung. Planung und Auslegung von Fensterlüftern Der Fensterbauer muss die Vorgaben der DIN 1946-6 bei der Instandsetzung/Mo- dernisierung eines bestehenden Gebäudes beachten, wenn mehr als 1/3 der Fenster ausgetauscht werden. Um zu entschei- den, ob für das Gebäude oder die Woh- nung eine Planung und Umsetzung einer lüftungstechnischen Maßnahme (LtM) erforderlich ist, wird der Infiltrationsvolu- menstrom mit dem notwendigen Luftvolu- menstrom für die „Feuchteschutzlüftung“ verglichen. Der Infiltrationsvolumenstrom ergibt sich aufgrund der vorhandenen „Un- dichtheiten“ der Gebäudehülle. Einen prak- tischen Ansatz für die Abschätzung zeigt die Tabelle (aus ift-Richtlinie LU-02/1). Ist eine lüftungstechnische Maßnahme notwendig, so muss der notwendige Luft- volumenstrom ermittelt werden. Für freie Lüftung ist mindestens die Lüftung zum Feuchteschutz notwendig. In Abhängigkeit vom Wärmeschutzniveau und der Fläche der Wohnung ergeben sich Luftwechselra- ten zwischen 0,3h–1 und 0,1h–1. Die genaue Höhe des notwendigen Luftvolumenstroms ergibt sich aus einem detaillierten Berech- nungsverfahren. Hierzu ist eine Berechnung in Abhängigkeit von der Wohnfläche und auf Basis einer „raumweisen“ Betrachtung notwendig. Das Maximum der beiden Be- rechnungen ist für die Dimensionierung der Fensterlüfter anzusetzen.Beispiele für Fensterlüfter Leistungseigen- schaften und An- forderungen von Fensterlüftern

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