Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

DDIV 08_2014

IM BLICKPUNKT 24 DDIVaktuell 08|14 Die Autoren DIPL.-PHYS. NORBERT SACK Leiter der Abteilung Forschung und Entwicklung am ift Rosenheim DIPL.-ING. (FH) JÜRGEN BENITZ- WILDENBURG Leiter der Abteilung PR & Kommuni- kation am ift Rosenheim www.ift-rosenheim.de Studien des Instituts für Erhaltung und Modernisierung von Bauwerken (IEMB) zeigen, dass bis zu 22 Prozent der deutschen Wohnungen Feuchteschäden aufweisen und unzureichend belüftete Wohnungen ein um 60 bis 70 Prozent er- höhtes Risiko für Feuchte- und Schimmel- pilzschäden haben. Da die Mehrzahl dieser Wohneinheiten nur über Fenster belüftet wird, ist die klassische Fensterlüftung zu- nehmend in die Kritik geraten. Warum Lüften? Eine ausreichende Lüftung der Wohnräu- me ist aus gesundheitlichen und bauli- chen Gründen zwingend notwendig. Der hygienisch notwendige Frischluftbedarf zur Abführung der Schad- und Geruchs- stoffe beträgt ca. 30 m3 /h pro Person (CO2 -Grenzwert 0,1%, Pettenkoferzahl). Fensterlüftung im Wohnungsbau Raumlufthygiene und Feuchteschutz sind heute mehr denn je in der öffentlichen Diskussion. Anforderungen, Planung und praktische Umsetzung effektiver Lüftungskonzepte. Zusätzliche Belastungen durch offene Verbrennungsstätten (Kaminofen) und Emissionen von Geräten wie Computern, Druckern, Hausgeräten sind zu beachten. Die „baulich notwendige Lüftung“ muss die anfallende Luftfeuchte aus dem Innen- raum transportieren. Entsprechend fordert auch die Energieeinsparverordnung (EnEV) 2014 in §6: „Zu errichtende Gebäude sind so auszuführen, dass der zum Zwecke der Gesundheit und Beheizung erforderliche Mindestluftwechsel sichergestellt ist.“ DIN 4108-2 geht bei der Festlegung des Mindestwärmeschutzes im Bereich von Wärmebrücken von einer ausreichenden Belüftung der Räume aus. Nicht zuletzt durch die Anforderungen dieser Regel- werke kommt der Sicherstellung einer ausreichenden Belüftung eine erhebliche Bedeutung zu. Klassische Fensterlüftung Bislang konnten Fenster mit manueller Öff- Die Lüftungsgewohnheiten, die bisher eine bedarfsgerechte Lüftung sicherstellten, werden durch gesellschaftliche Entwicklun- gen (z. B. vermehrte Single-Haushalte und Berufstätigkeit aller Bewohner) abgelöst, sodass eine Fensterlüftung durch Fenster mit manuellen Öffnungsfunktionen immer seltener die Mindestlüftung sicherstellen kann. In Verbindung mit den normativ ge- forderten luftdichten Baukonstruktionen führte dies in den letzten Jahren zu einer höheren Feuchtebelastung im Innenraum. Nutzungsempfehlungen zum richtigen Lüften und die Diskussion über Anzahl und Dauer der Stoßlüftung haben sich in der Wohnpraxis nicht ausreichend bewährt. Anforderungen an die Fensterlüftung Intensive Diskussionen über weitere Energieeinsparpotenziale, notwendigen Luftwechsel sowie die Notwendigkeit ei- ner nutzerunabhängigen Lüftung führten schließlich zur Überarbeitung der DIN 1946-6: „Raumlufttechnik – Teil 6: Lüftung von Wohnungen“. So fordert die „neue“ DIN 1946-6:2009, dass ein Mindestluft- volumenstrom zur Sicherstellung der Lüftung zum Feuchteschutz ohne Nutzer- einfluss möglich sein muss. DIN 1946-6 definiert vier Lüftungsstufen mit den nö- tigen Außenluftvolumenströmen: Dipl.-Phys. Norbert Sack Dipl.-Ing. (FH) Jürgen Benitz-Wildenburg nung die Funktion der bedarfs- und klimagerechten Lüftung überneh- men. Die Zusammenhänge der „na- türlichen“ Fensterlüftung und der möglichen Volumenströme wurden schon 1982 durch das Institut für Fenstertechnik e.V. (ift Rosenheim) in einem Forschungsprojekt unter- sucht und sind im Wesentlichen ab- hängig von folgenden Faktoren: ■ Öffnungsflächen (Größe, Form, Lage verschiedener Öffnungsflächen zueinander), ■ Treibenden physikalischen Kräften (wind- und ther- misch bedingte Druckunter- schiede), ■ Raumbezogene Faktoren (Größe, Wärmequellen, Einrichtung usw.). Bauherren fürchten Tauwasser- und Schimmel- pilzprobleme nach dem Fenstertausch.

Seitenübersicht