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DDIV 08_2014

IM BLICKPUNKT 14 DDIVaktuell 08|14 Dämmung im Verbundsystem sicher kurz- lebiger und damit teurer als wenn eine hinterlüftete Dämmung mit Schalung oder Paneel gewählt wird. Eine fundierte Be- standsaufnahme, Fachwissen und kundige Beratung sind für einen WEG-Beschluss, der Zukunft hat, unbedingt erforderlich. Wirtschaftlichkeit der baulichen Maßnahme Fachkundig geplante und ausgeführte Däm- mungen erreichen eine Lebensdauer von mindestens 20 bis 25 Jahren, oft auch noch wesentlich länger. Die Möglichkeit der steu- erlichen Abschreibung sollte sich auf die zu erwartende Lebensdauer beziehen. Dies muss vorab steuerlich und rechtlich geklärt sein. Die Kosten einschließlich aller sinnvol- len Nebenarbeiten sind vor Beschluss genau zu erfassen. So können die Eigentümer die Finanzierung effektiv und aktuell planen. Die absehbare Energieeinsparung muss in einem sinnvollen Verhältnis zu den aufzu- wendenden Kosten stehen. Zu beachten ist hierbei, dass die Kosten für einen üblichen Fassadenanstrich mit Gerüst und Baustel- lenabwicklung als ohnehin erforderlich angesetzt werden müssen. Die wesentlich höhere Wohnqualität für alle Bewohner sollte nicht vergessen werden, auch wenn sich dies nicht in Zahlen darstellen lässt. Fassade als Teil des Gesamtkonzeptes Die Dämmung der Fassade sollte Teil eines langfristigen bautechnischen Gesamtkon- zeptes für eine Wohnanlage sein. Bei älteren Häusern sollten die erforderlichen Instand- haltungs- und Modernisierungsmaßnahmen erfasst und den Bewohnern bekannt gege- ben werden. Ein Fahrplan für die Finanzie- rung über die kommenden Jahre hilft allen Beteiligten, sich rechtzeitig mit den zu erwar- tenden Kosten zu befassen und ihre eigene Finanzplanung darauf auszurichten. Um Folgekosten und Baumängel zu mini- mieren, sollte die Dämmung der Fassade so geplant werden, dass weitere erforder- liche bauliche Maßnahmen bereits erkannt und berücksichtigt werden. Dazu gehört beispielsweise, dass ■ der Anschluss der Fassade ans Dach auch gleich eine fachmännische Montage von Dach- und Regenfall- rinnen vorsieht ■ die Fassadendämmung am Ge- bäudesockel eine Kellerdrainage ermöglicht ■ die Dämmung ggf. mit dem Fens- teraustausch kombiniert wird ■ Wohnraumlüftungen bei der Däm- mung mit eingeplant werden ■ Windfang, Aus- und Anbauten bedacht werden ■ bei Sanierungsarbeiten an Bal- konen oder Erneuerungen auch gleich die Anschlüsse an die Fassa- de optimiert werden Was ist von der WEG zu berücksichtigen? Die Beschlussfassung sollte rechtzeitig gut vorbereitet sein und auf solider fachlicher Grundlage, mit belastbarer Expertise und verlässlichem Kostenrahmen erfolgen. Dazu sollten alle technischen Besonder- heiten des Gebäudes in der WEG-Ver- sammlung bekanntgegeben, besprochen und einvernehmlich beschlossen werden. Nach Ablauf der Baumaßnahmen und Fertigstellung der Fassadendämmung können Folgebeschlüsse der WEG die anschließende Instandhaltung und den Werterhalt des Gebäudes begünstigen. Geänderte Flächen durch neu entstande- ne oder in der Größe veränderte Loggien und Balkone sind festzuhalten. Die For- mulierung der Beschlüsse sollte mit dem Planer abgestimmt sein, umfassend und mit Bezug auf Besonderheiten und tech- nische Werte. Beschlussfassung in der WEG Die WEG-Versammlung sollte vor der Be- schlussfassung fachgerecht und kompe- tent vorbereitet sein. Der erste sinnvolle Schritt ist daher die Projektvorbereitung mit Begehung, Sanierungskonzept, Kos- tenrahmen und Besonderheiten. Die Besprechung mit Beiräten, sowie Fachvor- trag, Diskussion und Beantwortung von Fragen in der WEG-Versammlung bereiten einen WEG-Beschluss mit Horizont und Kompetenz vor. Klare fachlich fundierte Informationen und eine enge Begleitung führen zu einer annehmbaren Bauabwick- lung für alle Beteiligten. Fassadendämmung & Co. Auf der „Hitliste“ der Energiesparmaßnahmen in Mehrfamilienhäusern rangiert die Fassadendäm- mung auf Platz 4. Weitere Maßnahmen sollten also durchaus auch in Erwägung gezogen werden. 1. Dämmung Speicherdecke 2. Dämmung Kellerdecke 3. Erneuerung von Fenstern und Lüftung 4. Fassadendämmung 5. Heizungserneuerung und thermischer Abgleich Ganzheitliche Betrachtung kann Folgekosten verringern. Es geht um eine Entscheidung für 20 bis 25 Jahre oder mehr.

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