Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

DDIV 07_2014

VERWALTUNG & FINANZEN 54 DDIVaktuell 07|14 Der Autor DR. BERND GUNDLACH Der Rechtsanwalt ist Leiter der Rechtsabteilung der LBS Baden- Württemberg. Perspektivisch vorsorgen – flexibel finanzieren Notwendige Sanierungen in WEG-Gebäuden stellen Eigentümer oft vor finanzielle Probleme. Dabei gibt es inzwischen auch Bausparverträge für Wohnungseigentümergemeinschaften. Fast ein Viertel des bundesdeutschen Wohnungsbestandes sind Eigentumswoh- nungen. Nachdem rund 75 Prozent aller WEG-Gebäude vor 1990 entstanden sind, weisen sie inzwischen großenteils offen- kundigen Instandhaltungs- und Instandset- zungsbedarf auf. Energetische Sanierungen als große Herausforderung der politisch gewollten Energiewende oder Umbaumaß- nahmen fürs altersgerechte Wohnen wer- den in der Realität ebenfalls häufig durch Finanzierungsengpässe blockiert. Historisch niedrige Zinsen, aber keine WEG-Kredite? Das historisch niedrige Zinsniveau, das sich in den nächsten Jahren nicht wesentlich än- dern dürfte, ermuntert aber gerade dazu, in der Vergangenheit zurückgestellte Maßnah- men aufzugreifen und durchzuführen. Aller- dings sind nur wenige Kreditinstitute bereit, Darlehen an Eigentümergemeinschaften zu vergeben, wie bereits in DDIVaktuell 4/14 berichtet. Obwohl die WEG-Novelle 2007 den Verbandskredit möglich macht, ist die Zurückhaltung der Kreditwirtschaft spürbar, denn u.a. sind die Kosten deutlich höher als bei einer normalen Wohnungsbaufinanzie- rung. Hinzu kommt, dass auch Verwalter hier eher skeptisch agieren, geht es doch um langfristige Entscheidungen für 10 bis 20 Jahre oder länger, und auch gesetzliche Regelungen z.B. im Hinblick auf die Ver- waltervollmacht oder eine Vergütung des Verwalters für solche besonderen Dienst- leistungen fehlen. Obendrein gibt es bis- her keine höchstrichterliche Entscheidung, ob die Aufnahme eines Kredits überhaupt ordnungsgemäßer Verwaltung entspricht. In einem konkreten Fall ging es um eine Sanierungsmaßnahme mit einem Finanzie- rungsvolumen in Höhe von 550.000 Euro, welche die Mitglieder einer WEG mehrheit- lich beschlossen hatten. Maßnahmen dieses Umfangs können nur beschlossen werden, wenn auch die Aufbringung der dafür er- forderlichen Mittel gesichert ist. Da der Be- schluss bereits bestandskräftig war, hatte der BGH nur noch über die Frage der Nichtig- keit dieses Beschlusses zu entscheiden. Der Bausparvertrag – nicht mehr nur für Häuslebauer Mittlerweile gibt es für den Nischenmarkt der WEG-Finanzierung ein spezielles Angebot, das über geförderte Maßnah- men hinaus für die gesamte Bandbreite wohnungswirtschaftlicher Maßnahmen flexibel den heterogenen Wünschen in Eigentümergemeinschaften gerecht wird. Der Bausparvertrag ist nicht mehr nur für den traditionellen Häuslebauer ein ideales Finanzprodukt, um sich langfristig gegen höhere Zinsen abzusichern und kurzfristig größere Sanierungsarbeiten durchzufüh- Foto:©racorn/Shutterstock.com

Seitenübersicht