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DDIV 07_2014

GEBÄUDE & TECHNIK 40 DDIVaktuell 07|14 Der Autor MICHAEL RESCH Leiter Qualitätsmanagement, BELFOR Deutschland GmbH Ist durch Rohrbruch, Überschwemmung oder Starkregen Was- ser in Boden, Wand oder Decke eingedrungen, schafft Heizen und Lüften allein keine Abhilfe. Auf natürliche Weise diffundiert die Nässe nicht mehr aus. Eine technische Trocknung der betroffenen Flächen wird schon aus hygienischen Gründen – nicht nur nach Überschwemmungen – dringend notwendig. Dabei beschleunigt Wärme allein den Trocknungsprozess nicht! Nur durch die Kombi- nation aus Heizen und Lüften kann in Bauteile und Räume einge- drungene Feuchtigkeit entfernt werden, allerdings nur im Winter. In den Sommermonaten sind die durchschnittlichen Luftfeuchtewerte, die nachts bei relativ 90 Prozent liegen, in Deutschland zu hoch. Die Zeit ist Schadenfaktor Nummer 1 Feuchtigkeit wandert kapillar und verursacht mineralische Aus- blühungen sowie Zersetzungen an Putz und Tapeten. Fast alle organischen Materialien sind durch bakterielle und sonstige Prozesse wie Fäulnis-, Schimmel- und Schwammbildung extrem gefährdet. In Dämmschichten von Wand- oder Bodenaufbauten gehen außerdem die Wärme- und Schalldämmeigenschaften verloren. Entscheidend ist daher die umgehende Einleitung der richtigen Maßnahmen in der richtigen Reihenfolge! Grundla- ge sollte hier eine fachmännische Schadensbeurteilung sein, um durch umgehendes Einleiten geeigneter Trocknungsmaßnahmen die permanente Ausbreitung der Schäden zu vermeiden und die Kosten möglichst gering zu halten. Hier sollte schnellstmöglich Land unterWasserschaden! Was nun? Mögliche Folgen für Wohnhäuser und wie man sie verhindert. aufgestellt werden. Dämmschichtbereiche unter dem Estrich oder im Trockenbau können durch eine Raumtrocknung alleine nicht entfeuchtet werden. Hier ist eine Austrocknung der Dämmschicht bei Böden und Wänden zwingend erforderlich. Anerkannt ist heu- te das Unterdruckverfahren, bei dem über eine Kernlochbohrung durch den Estrich – in der Regel mit Durchmesser 50mm – die Feuchtigkeit unter dem Estrich angesaugt wird. Zugleich zieht über den geöffneten Randstreifen bzw. über Entlastungsbohrun- gen trockene Luft nach. Dieser kontinuierliche Luftaustausch sorgt für eine Trocknung der Fußboden- bzw. Wandkonstruktion. Je nach Beschaffenheit des Oberbodens kommen dabei verschiede- ne speziell darauf abgestimmte Verfahren zum Einsatz. So können die meisten Beläge erhalten werden. Bei fugenlos verlegten Ober- böden kann auch vom darunterliegenden oder nebenliegenden Raum aus ausgetrocknet werden. Betrachten wir die Sonderfälle: Calciumsulfat-Estriche Hier stellt Wassereinwirkung eine besondere Gefahr dar. Trock- nungsmaßnahmen sollten innerhalb weniger Tage eingeleitet werden. Anderenfalls kann es zu irreparablen Quell- und Zer- setzungserscheinungen dieses aus Gips hergestellten Materials kommen. Gerade hier kommt der Zeitfaktor zum Tragen. Ist eine kostengünstige Sanierung nicht mehr möglich, bleibt nur noch das aufwendige Herausreißen und die Neueinbringung des Estrichs. Zement-Estriche Zementestriche sind resistenter gegen Wassereinwirkungen. Den- noch kann es ohne technische Trocknung zunächst zu erhöhter Raumluftfeuchte kommen, die mit Modergeruch sowie Pilz- und Schimmelbildung einhergeht. Durch aufsteigende Feuchtigkeit im Wandbereich lösen sich die Tapeten, der Putz muss ggf. wegen Zersetzungserscheinungen erneuert werden. Dampfdiffusions- dichte Beläge wie PVC bilden Blasen und lösen sich vom Estrich. Parkettbeläge Hier muss die Trocknung unbedingt vor Eintritt irreparabler Ver- formungen erfolgen. Nasses Holz beginnt zu quellen, kann reißen und sich verfärben. Mineralische Dämmstoffe Sie können, je nach Stärke, durch Feuchtigkeitseinwirkung bereits innerhalb kurzer Zeit in ihrer Struktur zusammenfallen und ihre Dämm- und Isoliereigenschaften verlieren. Ist eine technische Foto:©VolodymayrKrasyuk/Shutterstock.com eine auf dem Gebiet der technischen Trocknung erfahrene Fachfirma hinzugezogen werden. Die Beschaffenheit der jeweiligen Bausubstanz erfordert durchaus un- terschiedliche Verfahren. So wird getrocknet: An durchfeuchteten Wand-/Deckenflächen und bei Verbundestri- chen sollten möglichst schnell Luftentfeuchter

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