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DDIV 07_2014

GEBÄUDE & TECHNIK 38 DDIVaktuell 07|14 Der Autor DR. ERNST J. BAUMANN Der Mitinhaber der AllTroSan Baumann + Lorenz Trocknungsservice GmbH & Co. KG wirkte als Mitglied in Arbeitskreisen des GDV u. a. an den Richtlinien zur Schimmelpilzsanierung nach Leitungswasserschäden (VdS 3151) mit. Auftakt der Pilzsaison Es wird Herbst. Mit der kälteren Jahreszeit beginnt nicht nur die Heizperiode, sondern auch wieder die Diskussion und die Auseinandersetzung mit dem Thema „Schimmelpilzschaden“. Obwohl Schimmelpilze fester Bestandteil unserer natürlichen Umwelt sind, führen Schimmelpilzschäden zuneh- mend zu sehr emotional geführten Diskus- sionen. Vielfach fehlt den Beteiligten aber das Grundwissen über Schimmelpilze. Die- se benötigen zum Wachstum Nährstoffe und Feuchtigkeit. Weitere das Wachstum und das Überleben von Schimmelpilzen beeinflussende Faktoren sind der ph-Wert und die Temperatur. Dabei sind alle Raum- temperaturen ausreichend, um eine Schim- melpilzbildung zu ermöglichen. Die Suche nach „dem Schuldigen“ Bei den zum Herbst hin auftretenden Schadenbildern handelt es sich mehrheit- lich um Feuchtigkeitseinträge auf Grund von an Materialoberflächen auskonden- sierender Luftfeuchtigkeit. Anders als bei Durchfeuchtungsschäden, die durch eine unzureichende Wandabdichtung oder ei- nen Defekt am Wasserleitungssystem ent- standen sind, lassen sich die Ursachen von Kondenswasserschäden oftmals schwieri- ger ermitteln. Und schon geht sie los, die Suche nach „dem Schuldigen“: Nutzungs- bedingt? Baulich bedingt? Oder beides? Und wenn beides: Zu welchen Teilen? Wenn es um Aufwand und Kosten geht, scheiden sich häufig die Geister – und mit- tendrin, zwischen den beiden Polen Eigen- tümer und Nutzer, steckt der Verwalter. Die Ermittlung der Ursache ist schon deshalb von größter Bedeutung, da eine Sanierung erst dann als erfolgreich abge- schlossen angesehen werden kann, wenn der Grund für den Schimmelpilzschaden nachhaltig beseitigt ist. Die folgende Gra- fik bietet quasi nach dem Baukastenprinzip die Struktur für eine erste fallbezogene, individuelle Bewertung der Schadenprob- lematik und ihrer Ursache(n). Was tun im Schadenfall? Unstrittig ist, dass möglichst frühzeitig, schnell und ursachenorientiert gehandelt werden muss. Soweit, so gut. Aber wie geht man vor? Das Umweltbundesamt hat versucht, mit dem 2005 erschienen „Leitfaden zur Ursachensuche und Sa- nierung bei Schimmelpilzwachstum in Innenräumen“ Licht ins Dunkel zu brin- gen. Es gründete sich eigens ein Bundes- verband Schimmelpilzsanierung (BSS), der wie der TÜV Schulungen zum Thema „Schimmelpilzsanierung“ anbietet. Zwar mit Zertifikat, aber im Schnellverfahren. Die traditionellen Sanierungsverbän- de reagierten zwischenzeitlich mit ver- schiedenen Richtlinienansätzen. Zu den grundlegendsten zählen hier die Richtlinie „Schimmelpilzschäden in Gebäuden – Er- kennen, Bewerten und Instandsetzen“ des Netzwerk Schimmel e.V., die sowohl vom Bundesverband öffentlich bestellter und vereidigter sowie qualifizierter Sach- verständiger e. V., dem Bundesverband der Brand- und Wasserschadenbeseitiger e. V. und dem Fachverband Umwelt und Sanierung e.V. mitgetragen wird, und die „Richtlinien zur Schimmelpilzsanierung Systematik Schimmelbefall Typ des Schadens Durch- feuchtungs- schaden Kondens- wasser- schaden Durchfeuch- tungsschaden Schadens­ ursache Baulichbedingt Sowohl als auch Form des Schadens Verdeckt Sichtbar Sichtbar Nutzungs- bedingt Baulichbedingt Erkennung Gesundheit- liche Probleme Zufall: Umbau Renovierung Visuell Visuell Befund Allergene Symptome Schädigung Befall Schädigung Befall Befall Fallbezogene individuelle Bewertung, z.B.: Foto:©kusuriuri/Shutterstock.com

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