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DDIV 07_2014

07|14 DDIVaktuell 35 Gesamtpaket schafft Sicherheit Von Eberhard Wendel Bei Rauchwarnmeldern kommt es auf die Gerätetechnik und auf den Serviceprozess an – das gilt auch für Funkmelder, die aus der Ferne gewartet werden können. Greift beides inein- ander, bietet Funk ein Plus an Komfort. Bis September 2012 führte an der jährlichen Sichtprüfung von Rauchwarnmeldern kein Weg vorbei. Seither jedoch gilt eine novellierte Fassung der Anwendungsnorm für Rauchwarn- melder (DIN 14676). Sie lässt für die jährliche Inspektion der Geräte auch technische Maß- nahmen zu, die einer Sichtprüfung vor Ort gleichwertig sind. Die Norm wurde dem tech- nischen Fortschritt angepasst: Inzwischen gibt es Rauchwarnmelder, die es ermöglichen, alle relevanten Parameter für die Funktionsbereit- schaft aus der Ferne abzurufen – ohne Betre- ten der Wohnung. Sensoren erkennen unter anderem Verschmutzungen oder Verstopfun- gen der Raucheintrittsöffnungen und erfassen darüber hinaus, ob sich innerhalb des Mindest- abstands von 50 Zentimetern Gegenstände befinden, die im Brandfall den Raucheintritt behindern könnten. Auch der Ladezustand der Batterien ist aus der Ferne ablesbar. Sol- che Melder haben die Zulassung nach DIN EN 14604 und sind geeignet für Einsatzbereiche gemäß DIN 14676. Gute Technik allein kann die Sichtprüfung vor Ort jedoch nicht ersetzen – der dahinter ste- hende Prozess ist entscheidend. Er beginnt mit einer korrekten Montage durch fachkun- diges Personal und endet bei der richtigen Interpretation der ausgelesenen Parameter in Verbindung mit entsprechenden Servicemaß- nahmen – etwa der Reinigung verschmutzter Melder oder dem Austausch defekter Geräte. Nur das Gesamtpaket aus einer guten Geräte- technik und einem ausgereiften Prozess schafft die notwendige Sicherheit – sowohl für die Be- wohner als auch für Eigentümer und Verwalter. Unter diesen Bedingungen hat die Fernins- pektion per Funk den zentralen Vorteil, dass der jährliche Prüftermin vor Ort und die da- mit verbundenen Terminabsprachen entfallen können – es handelt sich dabei also um eine reine Komfortfunktion. Voraussetzung für die Ferninspektion ist allerdings die Ausstattung al- ler Wohnräume mit Funk-Rauchwarnmeldern, ausgenommen von Küche und Bad. Zwar müs- sen laut den Landesbauordnungen der meisten Bundesländer lediglich Schlaf- und Kinderzim- mer sowie Flure, die als Rettungswege dienen, einen Melder haben – aus der Ferne lässt sich jedoch nicht erkennen, ob etwa ein Arbeitszim- mer in ein Kinderzimmer umgewandelt wurde und deshalb einen eigenen Melder braucht. HEINRICH HERBSTER Geschäftsbereichsleiter Marktentwick- lung Hekatron Sulzburg, Arbeitskreis- leiter des DIN NA 031-02-01-05 AK „Rauchwarnmelder“ und Vorsitzender des Fachkreises Brandmeldesysteme im ZVEI-Fachverband Sicherheit EBERHARD WENDEL Produktmanager Rauchwarnmelder, Minol Messtechnik W. Lehmann GmbH & Co. KG FAZIT Funk-Rauchwarnmel- der eignen sich in erster Linie für Liegen- schaften, die bereits mit einem modernen Funksystem ausgerüs- tet sind oder nachge- rüstet werden sollen. Denn wer bereits funkfähige Heizkosten- verteiler, Wärme- und Wasserzähler hat, kann so die Verbrauchswer- te für die Betriebskos- tenabrechnung und die Funktionsparameter der Rauchwarnmel- der mit einer Lösung zentral auslesen lassen. Wenn zwar die Rauchwarnmelder funkfähig sind, der Ableser aber trotzdem einmal pro Jahr die Wohnung betreten muss, um die Ver- brauchswerte etwa der Heizkostenverteiler zu erfassen, verpufft der Komfortaspekt der Funklösung. Bei einer klassischen Ausstattungsvariante ohne Funk lässt sich die Ablesung der Verbrauchswerte und die Sichtprüfung der Rauchwarnmelder vor Ort kombinieren, so dass Mieter sich nur einen Termin freihal- ten müssen.

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