Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

DDIV 07_2014

GEBÄUDE & TECHNIK 34 DDIVaktuell 07|14 FAZIT Sind die datenschutzrechtlichen Belange geklärt sowie Maß- nahmen festgelegt, die eine Manipulation von außen sicher verhindern, und stehen Prüf- richtlinien möglichst in Form von Normen für die Prüfung der Technik zur Verfügung, steht der Einführung einer Inspektion aus der Ferne nichts im Wege. Sie muss aber ergänzt werden durch eine physische Vor-Ort-Inspektion, um Schwä- chen und Unzulänglichkeiten der rein technischen Inspektion aus der Ferne zu kompensie- ren. Die Inspektionsintervalle müssen dann gegenüber der Anforderung in der Anwen- dungsnorm verkürzt werden, wobei darüber diskutiert wer- den kann, ob die Abstände der physischen Vor-Ort-Inspektion verlängert werden. Die jeweilige Zuverlässigkeit der Funkfern- und Sichtprüfungen sollte zunächst über einen längeren Zeitraum von einem unabhän- gigen wissenschaftlichen Institut begleitet und ausgewertet wer- den, um tragfähige Ergebnisse zu erhalten. Erst dann kann entschieden werden ob eine alleinige Ferninspektion ausrei- chend ist oder ob sie weiterhin durch eine Vor-Ort-Inspektion ergänzt werden muss. FernwartungFernwartung oder Sichtprüfung? Was ist bei der Inspektion von Rauchmeldern normenkonform? Kann eine technische Inspektion aus der Ferne die Anforderungen der in der Anwendungsnorm DIN 14676 geforderte Inspektion, Wartung und Funktionsprüfung von Rauchwarnmeldern erfüllen? Das Thema ist in den vergangenen drei Jahren nicht nur unter Fachleuten ausgiebig diskutiert worden. Einigen konnten sie sich nicht. Für DDIVaktuell stellen zwei Experten ihre Positionen dar. Verlässliche Erfahrungen fehlen Von Heinrich Herbster Ein Versuch das Thema Fernwartung von Rauchwarnmeldern in eine Norm zu packen, scheiterte daran, dass es dazu bisher keiner- lei praktische Erfahrungen am Markt gibt. Das Bestreben, insbesondere der mit der In- standhaltung und Wartung von Rauchwarn- meldern beauftragten Messdienstleister ist verständlich, da dies den Aufwand erheblich reduzieren und somit die Wirtschaftlichkeit erhöhen würde. Wäre da nicht der Umstand, dass Rauchwarnmelder die Aufgabe haben, Wohnungsnutzer beim Auftreten von Rauch und Brandgasen möglichst früh zu warnen, damit sie der Situation angemessen reagie- ren können. D. h. Rauchwarnmelder sollen Menschen vor den Gefahren eines Brandes rechtzeitig warnen, damit ihr Leben nicht ge- fährdet wird. Dies stellt im Bedarfsfall hohe Anforderungen an die Verfügbarkeit und die Funktionsbereitschaft der Rauchwarnmelder, die nur durch eine sorgsame Inspektion der Geräte und der Umgebung sowie die Funk- tionsprüfung sichergestellt werden können. Eine automatische periodische Inspektion aus der Ferne, verbunden mit einer Funkti- onsprüfung, die jegliche Abweichung vom Sollzustand des Rauchwarnmelders nachweis- lich erkennt, kann dazu beitragen, die Funk- tionssicherheit zu erhöhen. Dies aber nur, wenn sie ergänzt wird durch eine physische Inspektion vor Ort, die eine dafür ausgebil- dete Fachkraft vornimmt. Was immer wieder unterschätzt wird, ist die menschliche Wahr- nehmungsfähigkeit für Abweichungen vom technischen Sollzustand und die Beurteilung ihrer Ausprägung, um gegebenenfalls durch sofortiges Handeln, Störungen zu beseitigen. Die Sichtprüfung beinhaltet schließlich mehr als nur die optische Inspektion. Ein Aspekt, der bei der Funk-Ferninspektion bisher gänzlich unberücksichtigt bleibt, ist der Datenschutz. Wenn von außerhalb jederzeit auf ein aktives Gerät in der Wohnung zuge- griffen werden kann, ermöglicht dies prin- zipiell auch die Erstellung von Profilen der Wohnungsnutzer und ihres Verhaltens. Rein theoretisch besteht sogar die Möglichkeit, den Signalgeber des Rauchwarnmelders von außen so zu manipulieren, dass eine Woh- nung abgehört werden kann. Foto:©AndriesOberholzer/Shutterstock.com

Seitenübersicht