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DDIV 07_2014

GEBÄUDE & TECHNIK 32 DDIVaktuell 07|14 Der Autor OLAF SCHÜRMANN Vertriebsleiter Großkunden/ Wohnungswirtschaft Berlin/ Brandenburg bei Kabel Deutschland Vertrieb und Service GmbH www.kabeldeutschland.de/ wohnungsunternehmen Für die Zukunftgerüstet? Deutschland hinkt digital hinterher. Der flächendeckende Ausbau der Breitbandnetze kommt nicht voran, und deshalb surfen wir hierzulande wesentlich langsamer im Internet als die europäischen Nachbarn. Aber: Es gibt schon jetzt Alternativen. Bei den Diskussionen um den Breit- bandausbau in Deutschland werden immer wieder Rufe nach reinen Glasfasernetzen bis in die Häuser oder gar bis in die Woh- nungen der Kunden laut. Technisch wäre das sicher die komfortabelste Lösung, die aber an der fehlenden Wirtschaftlichkeit solcher Projekte scheitert. Die systemati- sche, marktorientierte Weiterentwicklung und Aufrüstung vorhandener Infrastruktu- ren ist hier meist sinnvoller. Die Kabel-TV- Netze, die einst lediglich zur Übertragung von Fernsehsignalen errichtet wurden, bieten hierfür beste Voraussetzungen, was vor allem durch die elektrophysikalischen Eigenschaften der verwendeten Koaxialka- bel begründet ist. Koaxialkabel sind nämlich im Gegensatz zur Telefonleitung besonders gut für die Übertragung von hochfrequen- ten Signalen geeignet. Kombiniert man sie mit modernen Glasfaserleitungen, wie in einigen Breitbandnetzen bereits gegeben, bietet sich eine Kabel-Infrastruktur, die leis- tungsfähiger, nachhaltiger und zukunftssi- cherer ist als das VDSL-Netz. Kabel-TV-Netze bieten beste Voraussetzungen Im hybriden Glasfaser-Koaxialkabelnetz ver- binden sich die besten Eigenschaften beider Infrastrukturen. Während Glasfaserkabel die Signale über größere Strecken transportie- ren, verteilen leistungsfähige Koaxialkabel diese in den kundennahen Bereichen, also in Wohngebieten und in Häusern. Je nach Kundenzuwachs und daraus resultierenden Bandbreitenanforderungen wird das örtliche Kabelnetz schrittweise und bedarfsgerecht mit Glasfaser ergänzt. Dabei werden die Glasfasern immer näher zum Kunden ge- bracht und die relativ großen Anschluss- bereiche, die früher durch verzweigte Koaxialkabellinien versorgt wurden, in immer kleinere Segmente aufgeteilt. Dadurch steigt letztendlich die pro Kun- de verfügbare Internetbandbreite. Im Gegensatz zu den DSL-Angeboten ist die beim Kunden verfügbare Internetge- schwindigkeit nicht von der Entfernung zum nächsten Netzknoten abhängig. Auch Kunden, die beispielsweise am Ende von Netzausläufern wohnen, pro- fitieren von den hohen Über- tragungsgeschwindigkeiten des Kabelnetzes. Die Entfernung zum Netz- knoten spielt keine Rolle Das digital genutzte Breit- bandnetz hat im koaxialen Anschlussbereich heute eine Übertragungskapazität von ca. 5 Gbit/s, was den Netzbetreibern einigen Spielraum gibt, bei Bedarf noch leistungsfähigere Internet- Produkte anzubieten. Mit dem aktuellen Ausbaugrad des Netzes sind technisch be- reits wesentlich höhere Geschwindigkeiten als die aktuell angebotene maximale Down- load-Geschwindigkeit von 200 Mbit/s mög- lich. Durch neue, bereits in der Entwicklung befindliche Übertragungsstandards, wird sich die Leistungsfähigkeit des Kabelnetzes noch deutlich erhöhen. Auch mit koaxialer „letz- ter Meile“ werden Breitbandzugänge mit 1 Gbit/s und mehr sowie ein reichhaltiges TV-Angebot mit HDTV und zukünftig auch Ultra-HDTV möglich sein. Zum Vergleich: Alternative Technologi- en wie VDSL erreichen in der Spitze Ge- schwindigkeiten von bis zu 50 Mbit/s, durch Vectoring sollen maximal bis zu 100 Mbit/s möglich sein. Im hybriden Netz werden Koaxialkabel bedarfs- gerecht um Glasfaserkabel ergänzt, die Glasfaser kommt so immer näher zum Kunden.

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