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DDIV 07_2014

07|14 DDIVaktuell 21 RESÜMEE Wohnungseigentümer erwarten im Grunde keine unmöglichen oder kom- plizierten Dinge von ihren Verwaltern. Allerdings sehen sie ihren Verwalter als die kompetente Anlaufstelle, die ihnen bei Fragen und Problemen rund um ihre Im- mobilie zur Seite steht und die erster Ansprechpartner, auch bei kleineren Unstim- migkeiten innerhalb der Gemeinschaft, ist. Das ist ein Kompliment. Daher können viele Erwartungen der Ei- gentümer bereits durch eine serviceorientierte Dienstleis- tung für die Gemeinschaft erfüllt werden. Dass ein solcher Service nicht zum Nulltarif zu erwarten ist, ist den meisten Eigentümern bewusst. Dies kann und muss entsprechend auf den Eigentümerversammlungen kommuniziert werden. gentümergemeinschaft haben (können). Dass dazu eine Kostenplanung und Ver- gleichsangebote gehören, versteht sich von selbst. Diese Planung muss sich natürlich auch in den Instandhaltungsrückstellungen widerspiegeln. Sie kann und sollte zudem ein Argument sein, um unter Umständen Instandhaltungsrückstellungen per Be- schluss an die Anforderungen anzupassen. Eigentümerfreundliche Organisationsstrukturen Wie bereits erwähnt, erwarten Eigentümer, dass die Aufgaben vom Verwalter im Rah- men der gesetzlichen und vertraglichen Vor- gaben erfüllt werden. Sie erwarten darüber hinaus aber auch einen gewissen Service. Dazu gehört etwa eine gute Erreichbarkeit des Verwalters sowie ein fester Ansprech- partner, der sich zumindest zunächst der Anliegen der Eigentümer annimmt. Gerade in Anlagen, in denen Wohnungen vermietet werden, sollten Abrechnung so aufbereitet werden, dass die Eigentümer die für ihre Betriebskostenabrechnungen notwendigen Positionen einfach und ohne zusätzlichen Rechenaufwand entnehmen können. Zu- dem sollten die Hausgeldabrechnungen auch zeitlich so zur Verfügung stehen, dass die Betriebskostenabrechnungen fristge- recht erstellt werden können. Diese Erwar- tungen der Wohnungseigentümer könnten durch einen zusätzlichen Service der Ver- waltungen ergänzt werden, die Abrech- nungen für die vermietenden Eigentümer – selbstredend gegen ein entsprechendes Entgelt – zu erstellen. Konfliktvermeidung An diesen Servicegedanken schließt sich ein weiteres typisches Thema an, die Kon- fliktvermeidung. Beispielhaft kann die Ei- gentümerversammlung genannt werden, die pünktlich einberufen werden muss, und zwar nicht nur fristwahrend, sondern mit einem solchen Vorlauf, dass sich die Woh- nungseigentümer darauf einstellen können. Schon etwas kniffeliger wird es, wenn es etwa um die Tagesordnung geht. Oft ha- ben Eigentümer den Eindruck, dass es kaum möglich ist, für sie wichtige Tagesordnungs- punkte auf die Tagesordnung setzen zu las- sen, wenn der Verwalter nicht dazu bereit ist. Das kann an den Eigentümern liegen, weil sie Formalien nicht beachten. Das kann am Verwalter liegen, weil er es einfach nicht will. Doch gerade bei diesen sensiblen Fra- gen wäre es wichtig, zusammenzuarbeiten, die Punkte auf die Tagesordnung zu setzen oder, wenn es aus bestimmten Gründen tatsächlich nicht möglich ist, nachvollziehbar zu erläutern, warum. Das Einräumen hinrei- chender Möglichkeiten, um für das gemein- schaftliche Zusammenleben „drängende“ Fragen zu besprechen, ist ein entscheiden- der Faktor für die Zufriedenheit der Mitglie- der der Gemeinschaft. Meist geht es ja gar nicht um essenzielle Fragen – etwa der Mo- dernisierung –, sondern vielmehr um die Regelung des Miteinanders – die Hausord- nung, die Nutzung bzw. Nichtnutzung des Fahrradraums und Ähnliches. Gerade das, was für das Wohlbefinden des „Eigentü- mers“ eine ganz entscheidende Rolle spielt und demnach von großer Wichtigkeit ist. Daran schließt sich eine ähnlich gelagerte Erwartungshaltung an. Die Behandlung von Wünschen, „Anregungen“, „Forde- rungen“, die von Eigentümern an Ver- walter herangetragen werden. Dabei geht es häufig um Probleme innerhalb der Gemeinschaft, die nach Auffassung der Eigentümer vom Verwalter zu regeln sind – Parken an nicht dazu vorgesehenen Orten, Nichteinhaltung der Hausordnung und Ähnliches. Selbstverständlich gibt es Querulanten, auch unter den Wohnungs- eigentümern, die regelmäßig mit „Verfeh- lungen“ der Miteigentümer aufwarten. Doch häufig sind es berechtigte Anliegen, die von Eigentümern vorgebracht werden, für die der Verwalter der erste Ansprech- partner ist. Hier erwarten Eigentümer, dass der Verwalter tätig wird, und hier können sie es erwarten. Können solche Fragen nicht einvernehmlich oder auf Dauer ge- klärt werden, sollten sie in der Eigentü- merversammlung angesprochen werden. Das ist sicher unbequem, aber die Be- troffenen – zufriedene wie unzufriedene Eigentümer – haben zumindest die Mög- lichkeit, das Thema zu besprechen. Wünsche und Anregungen wollen als berechtigte Anliegen behandelt werden. Serviceorientierung ist gute Erreichbarkeit und Mitdenken aus Sicht der Eigentümer.

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