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DDIV 07_2013

07|13 DDIVaktuell 5 Appell an künftige Regierung: Verbraucherschutz im Wohneigentum stärken von Stephanie Benusch Bei den Koalitionsverhandlungen drängt der DDIV auf mehr Verbraucher- schutz für Wohnungseigentümer und fordert Zugangsvoraussetzungen für die Tätigkeit des Immobilienverwalters. Eigens dafür hat der Spitzenverband der Immo- bilienverwalter eine Argumentationsschrift verfasst, die noch einmal die Dringlichkeit des Anliegens untermauert – zum Schutz der Altersvorsorge und zum Gelingen der Energiewende. Zugleich wird damit erstmals umfassend die Tätigkeit des Im- mobilienverwalters unter gesellschaftspo- litischen Fragestellungen abgebildet. Knapp 70 Prozent aller Deutschen wün- schen sich Wohneigentum als sichere Form der Altersvorsorge. Und bereits heu- te gibt es mehr als 9,3 Millionen Eigen- tumswohnungen in der Bundesrepublik. Der Dachverband Deutscher Immobilien- verwalter (DDIV) appelliert daher an alle im Bundestag vertretenen Parteien, vor allem aber auch an die Partner der Koa- litionsverhandlungen, den Verbraucher- schutz in der Immobilienwirtschaft als ein zentrales Thema auf die Agenda der kom- menden vier Jahre zu setzen. „Die neue Regierung muss endlich den Verbraucherschutz in der Immobilien- verwaltung ernst nehmen und im Ko- alitionsvertrag verankern. Nur so kann Wohneigentum als zentrale Säule priva- ter Altersvorsorge weiter an Vertrauen gewinnen und langfristig geschützt wer- den“, sagt Martin Kaßler, Geschäftsführer des DDIV. Seit langem fordert der DDIV die Einführung von Versicherungspflich- ten und Fachkundenachweisen für die Tä- tigkeit des Immobilienverwalters. In einer nun veröffentlichten Argumentations- broschüre untermauert der Branchenver- band seine Forderungen mit zahleichen Kennzahlen, Umfragen und Argumenten. Zugleich warnt der DDIV davor, den Ver- braucherschutz im Wohnungswesen bei den Koalitionsverhandlungen hinten an- zustellen: „Ohne qualifizierte und pro- fessionelle Immobilienverwalter sind die Energiewende und ein altersgerechter Umbau in Wohnungseigentümergemein- schaften nicht zu leisten,“ mahnt Kaßler. Besonders dringend ist der Schutz von Wohnungseigentümergemeinschaften bei der Verwaltung und Erhaltung ihrer Wohnimmobilien. Die über 9,3 Millionen Eigentumswohnungen in der Bundesrepu- blik werden von rund 23000 hauptberuf- lichen Immobilienverwaltungen betreut. Allerdings unterliegen diese bis heute weder Versicherungspflichten noch einer Nachweispflicht über Fachkenntnisse oder Vermögensverhältnisse. Und das, obwohl Verwaltungen Immobilien und Rücklagen mit einem geschätzten Gesamtvermögen von weit mehr als 1.000 Milliarden Euro betreuen. Der ungeregelte Verbraucherschutz ist für den DDIV nicht hinnehmbar. Im Rahmen der Broschüre „Zugangsvoraussetzungen für Immobilienverwalter schaffen. Ein Plädoyer für mehr Qualität und Verbrau- cherschutz beim Wohneigentum“ haben sich auch 37 große Unternehmen mit insgesamt über 40000 Mitarbeitern und einem jährlichen Umsatz von weit mehr als 15 Milliarden Euro diesen Forderungen angeschlossen. Versicherungspflicht und Fach- und Sachkunde weiter auf der Agenda Der DDIV sieht einen dringenden Hand- lungsbedarf, die professionelle Erhaltung und Verwaltung von Immobilien zu för- dern und nachhaltig zu schützen. Eine Vielzahl von Herausforderungen wie die Energiewende, der demografische Wandel und die damit verbundenen energetischen und altersgerechten Sanierungen und Mo- dernisierungen kommen in den nächsten Jahren auf die Eigentümer zu. Professi- onelle Immobilienverwalter überblicken diese Prozesse und geben Wohnungsei- gentümern Hilfestellung bei der Umset- zung. Dafür bedarf es jedoch ausreichend fachlicher Qualifikationen. Die Einführung der Pflicht zum Abschluss einer Vermögensschadenshaftpflicht- und einer Vertrauensschadenversicherung sowie einer Betriebs- beziehungsweise Berufshaftpflichtversicherung in der Ge- werbeordnung wären erste wirkungsvolle Schritte für die Sicherheit der Verbraucher. Dies hatte bereits ein vom DDIV in Auf- trag gegebenes Gutachten als umsetzbar gehalten. In der Folge könnten zudem Sach- und Fachkundenachweise sowie ein Nachweis über geordnete Vermögensver- hältnisse eingeführt werden. Dies ist in vielen europäischen Ländern bereits seit vielen Jahren Standard. Regierung und Opposition sind dringend aufgerufen, sich dem Verbraucherschutz beim Wohn- eigentum anzunehmen und Zugangsvor- aussetzungen für Immobilienverwalter zu schaffen. Die Broschüre mit dem Titel „Zugangsvo- raussetzungen für Immobilienverwalter schaffen. Ein Plädoyer für mehr Qualität und Verbraucherschutz beim Wohneigen- tum“ kann kostenfrei bei der Geschäfts- stelle des DDIV unter info@ddiv.de bestellt werden.

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