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DDIV 07_2013

07 | 13  DDIVaktuell  51 für die Abwendung und Minderung des Schadens sorgen. Notmaßnahmen, wie das Abpumpen des Wassers, Aufstellen der Trocknungsgeräte und eventuelle De- montagearbeiten, sind umgehend einzu- leiten. „Allerdings sollten Sie erst mit dem Auspumpen der Räume beginnen, wenn der Wasserstand außen sinkt, da sonst Un- terspülung oder Aufschwemmung drohen und Risse im Mauerwerk entstehen kön- nen. Im schlimmsten Fall beeinträchtigt es die Statik des Gebäudes“, warnt Hanna Rebecca Harsche, R+V-Expertin für Sach- und Haftpflichtversicherungen. Bei der Durchführung von Notmaßnah- men ist darauf zu achten, das Schadensbild und die einzelnen Arbeitsschritte nach- vollziehbar durch Fotos zu dokumentie- ren und die beschädigten Sachen bis zur Besichtigung durch den Versicherer aufzu- bewahren. Werden diese Vorgaben nicht eingehalten, kann sich der Versicherer auf eine Obliegenheitsverletzung berufen. Das gefährdet die Kostenerstattung. Wer sich vor dem Schadenfall Gedanken über mögliche Szenarien und erforderli- che Abläufe macht, hat wesentliche Vor- teile. Verwalter in hochwassergefährdeten Gebieten sollten einen Notfallplan haben für den Fall, dass das Gebäude nicht ge- nutzt werden kann. Außerdem sollte im Vorfeld geklärt werden, welche Maßnah- men erforderlich sind, um den Schaden schnellstmöglich zu beheben. Dabei kön- nen Verwalter auf Erfahrungswerte der Versicherungsbranche und von Schadensa- nierungsunternehmen zurückgreifen. Ein fester Partner, der die Risiken und die Gefahrenpotenziale der Objekte kennt, kann mit dem Verwalter zusammen die erforderlichen Prozesse erarbeiten, die in einem Schadenfall bereit stehen und nur noch abgerufen werden müssen. Elementarschaden ist Definitionssache Bei dem Abschluss eines Versicherungs- vertrags sollte der Verwalter ein beson- deres Augenmerk auf das Kleingedruckte legen. Das Oberlandesgericht (OLG) Köln hat am 9. April 2013 entschieden (Az: 9 U 198/12), dass es bei Elementarschä- den auf die Definition des Versicherers ankommt. Ein Versicherungsnehmer hatte sein Mehrfamilienhaus mit einer Wohn- gebäudeversicherung inklusive Elemen- tarschadenrisiko abgesichert und machte einen Schaden geltend, weil der Keller vollgelaufen war. Der Versicherungsvertrag bezieht sich auf „besondere Bedingungen für die Ver- sicherung weiterer Elementarschäden in der Wohngebäudeversicherung (BEW)“. Dort wird in § 3 Nr. 1 wie folgt definiert: Eine Überflutung des Grund und Bo- dens, auf dem das versicherte Gebäude liegt, durch Ausuferung von stehenden oder fließenden oberirdischen Gewäs- sern oder Witterungsniederschläge. Anfang 2011 war Grundwasser in das Kellergeschoss des Versicherten einge- drungen, jedoch wurde das Grundstück nicht überschwemmt. Deshalb verwei- gerte der Versicherer die Regulierung des Schadens. Das OLG Köln wies die Klage des Versicherungsnehmers als unbegründet ab. Eine „Überflutung von Grund und Boden“ im Sinne der BEW setze voraus, dass sich erhebliche Wassermengen auf der Oberfläche des Geländes ansammeln. So hatte auch der BGH bereits am 20. April 2005 entschie- den (Az: IV ZR 252/03). Deshalb sollte sich jeder Verwalter vor Abschluss eines Versicherungsvertrags genau ansehen, welche Schäden unter welchen Umstän- den versichert sind. Verhalten nach dem Unwetter > Bei einer ­Überschwemmungen, ­vollgelaufenen Kellern etc. Feuer- wehr unter Notrufnummer 112 rufen > Versicherung telefonisch über den entstandenen Schaden informieren und Weisungen einholen > Weiteren Schaden verhindern, ­gegebenenfalls einen Fachmann ­beauftragen > Zur Dokumentation Fotos vom Schaden machen > Schriftliche Schadensaufstellung anfertigen > Beschädigte Sachen nicht weg­ werfen, zum Schadennachweis aufbewahren > Kostenvoranschläge für die ­nötigen Reparaturen einholen und der ­Versicherung vorlegen Bei Notmaßnahmen müssen das Schadens- bild und die einzelnen Arbeitsschritte nachvollziehbar dokumentiert werden. Fernstudium BETRIEBS- WIRTSCHAFT Berufsbegleitendes Fernstudium zum Dipl. Immobilienökonom (BI) in 9–12 Monaten Wartenbergstrasse 9, CH-4052 Basel Telefon +41 (0)61 261 2000 info@bwl-institut.ch, www.bwl-institut.ch Betriebswirtschaftliches Institut & Seminar Basel AG

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