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DDIV 07_2013

VERWALTUNG & FINANZEN 50  DDIVaktuell 07 | 13 Hochwasserschäden und die Versicherung Das Hochwasser dieses Sommers hat deutlich gemacht, wie schnell Immobilienverwalter von einer solchen Katastrophe betroffen sein können. Um den Schaden möglichst gering zu halten, gibt es im Umgang mit Versicherungsgesellschaften einiges zu beachten. von Oliver Mertens Die verheerenden Hochwasser verursachten im Juni und Juli dieses Jahres enorme Schäden, die das Bundesinnen- ministerium vorläufig auf 6,7 Milliarden Euro beziffert. Nach ersten Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Ver- sicherungswirtschaft (GDV) hatten 180 000 Versicherte Schäden in Höhe von fast 2 Milliarden Euro zu beklagen. Das seien 30 000 Schäden mehr als noch bei der Elbe-Flut 2002. Grund für die höhere Zahl der Versicherungsschäden sei, dass die Menschen nach der Elbe-Flut 2002 verstärkt ihre Häuser gegen Überschwem- mung versichert hätten. Inzwischen seien 32 Prozent der Gebäude in Deutschland gegen Naturgefahren versichert, 2002 wa- ren es noch 19 Prozent. Gleichwohl sind viele Häuser in den gefährdeten Regionen nach wie vor nicht versichert. Gerade in solchen flächendeckenden Notsituationen ist der richtige Umgang mit dem Versicherer besonders wichtig. Eine Überschwemmung wie im Sommer 2013 ist für alle Beteiligten eine Ausnah- mesituation. Mit einem flächendeckenden Hochwasser gibt es in allen Bereichen so- wohl personelle als auch materielle Eng- pässe. Dann sind auch die abgestimmten Prozesse bei den Versicherungsgesellschaf- ten und Schadenssanierern aufgrund des erhöhten Arbeitsaufkommens oft nicht einzuhalten. Die Besichtigung durch einen Gutachter der Versicherungsgesellschaften ist oft nur mit Verzögerungen möglich. „Viele Schadensanierer verfahren nach dem Prinzip ,wer zuerst kommt mahlt zu- erst‘. Die Leittragenden sind dann die Ver- waltungsunternehmen und deren Kunden, die ohne deutliche Weisung der Versiche- rungsgesellschaft und wegen der begrenz- ten Verfügbarkeit von Schadensanierern Schwierigkeiten bei der Abwicklung ha- ben“, sagt Dennis Stern, Kundenbetreuer Wohnungswirtschaft bei PANTAENIUS Versicherungsmakler. Dennoch müsse der Verwalter auch in solchen Ausnahmesituationen die vertrag- lichen Obliegenheiten berücksichtigen. Der Versicherungsnehmer muss bei Ein- tritt eines Versicherungsfalls unverzüglich nach Kenntniserlangung – gegebenenfalls auch mündlich oder telefonisch – dem Versicherer den Schadenseintritt anzeigen. Weisungen des Versicherers zur Schadens- abwendung oder -minderung sind einzu- holen und zu befolgen. Dokumentation aller Schritte Auch wenn der Versicherer die Abwick- lung nicht zeitnah leisten kann, muss der Versicherungsnehmer nach Möglichkeit Foto:©KurtMichel/pixelio.de

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