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DDIV 07_2013

GEBÄUDE & TECHNIK 38  DDIVaktuell 07 | 13 Winter treten nachts Temperaturen bis − 10 Grad Celsius auf, während sich eine Westfassade an einem warmen Sommer- abend auf 70 Grad und mehr aufheizt. Es entsteht eine Mikrobewegung durch Deh- nung und Schrumpfen auf der Putzober- fläche, die das gesamte System mitmachen muss, wenn keine Risse auftreten sollen. Putzrisse können auch bei nicht tragfähi- gem Untergrund oder mangelhaften Bau- teilanschlüssen auftreten. 5. Unterschiedliche Systemaufbauten Polystyrol, Mineralfaser oder Mineral- schaumplatte, geklebt, gedübelt, mit Schienen befestigt, hinterlüftet oder nicht: Diese Dinge kann nur ein Fachplaner in Kenntnis des Bestands beurteilen. Trotz- dem können die Qualitätsunterschiede der Systeme in Grundzügen dargestellt werden: Je dünner die Putzschicht, desto geringer das Wärmespeichervermögen. Geringes Wärmespeichervermögen lässt die Fassa- de nur langsam trocknen. Ein hohes Risiko für Befall mit Algen und Stockflecken ist die Folge. Hydrophile Putze lassen eine gewisse Speicherung des Niederschlagswassers zu und damit eine schnellere Trocknung der Oberfläche. Gleiches gilt für Putzober- flächen mit feinerer Körnung: Auch hier bleibt weniger Wasser stehen als auf einer Rauputzfassade. Je geringer das Massen- gewicht, desto schlechter der sommerliche Hitzeschutz. Holzweichfaser schneidet hier gut ab, Polystyrol-Dämmungen heizen sich schneller auf. 6. Wartung Das WDVS muss regelmäßig gewartet werden: Kontrolle hinsichtlich Rissen, Durchfeuchtungen, Wartungsfugen und Bauteil-Anschlüssen. Die Dokumentation der Ausführung ist wichtig für den richtigen Aufbau eines Neuanstrichs nach Jahren. Die Bewohner des Hauses sollten infor- miert sein, und mit dem richtigen Um- gang vertraut gemacht werden: Wenn aus Badfenstern und Dunstabzügen regelmä- ßig warme feuchte Luft aufsteigt, ist eine Vergrauung des Fenstersturzes kaum zu verhindern. Eine entsprechende Farbge- staltung der Fassade kann die Folgekosten senken. 7. Abnahme und Gewährleistung Bei der Abnahme muss die Ausschreibung bekannt sein und die Baustellendokumen- tation vorliegen. Gegebenenfalls können auch durch thermografische Aufnahmen undichte Fugen und Anschlüsse nachgewie- sen werden. Wichtig ist auch der regelmäßi- ge Besuch der Baustelle, um das Auftragen der einzelnen Schichten mitzuverfolgen. Ein Wartungsvertrag für die Fassade kann zu Beginn der Maßnahmen mit abgeschlossen werden und durchaus sinnvoll sein: Die aus- führende Firma muss dann fünf Jahre lang alle auftretenden Schäden zum Pauschal- preis selbst beheben. Fotos:altbauprofis.blogspot.de Unter der EPS Wärmedämmung wurde eine nicht geeignete OSB Platte montiert. Die Folge: Schwarze Schimmelbildung auf der Platte. Ein Wohngebäude zeigt nur wenige Jahre nach Erstellung starke Algenablagerungen und die Fassade ist überdurchschnittlich stark abgewittert. Ursachen dafür sind minderwertige und ungeeignete Materialien. Der untere Teil des Sockels wurde nicht verputzt. Hier dringt ungehindert Feuchtigkeit ein. Fazit Ein WDV-System erfordert Fachwis- sen und Erfahrung in Planung und Ausführung. Die Bauleitung kann „nebenher“ nicht seriös abgewickelt werden. Ein WDVS guter Qualität ist nicht zum Schnäppchenpreis zu haben. Aber 20 Prozent mehr Bau- summe und eine fachgerechte Pla- nung sparen über die Lebensdauer von gut 25 Jahren Ärger, Bauschä- den und Folgekosten in vielfacher Höhe.

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