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DDIV 07_2013

GEBÄUDE & TECHNIK 36  DDIVaktuell 07 | 13 Wärmedämmung der Außenwand – was ist wichtig? Die Außenwand soll gedämmt werden. Der Hausverwalter soll schnell drei Angebote einholen und nebenher ab und zu auf der Baustelle vorbeischauen … Dieses Vorgehen ist die beste Garantie für jahrelangen Ärger mit hohen Folgekosten für die WEG. Die Autorin ANDREA HUSS ist Architektin und Sach­ verständige für die Energie­ einsparverordnung. Ihr Ingenieur-Büro Archi.Net Ingenieur Service hat sich auf die energetische Sanierung von Gebäudehülle und Haus­ technik für Wohnen, ­Gewerbe und öffentliche Bauten in Bayern spezialisiert. Ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) will sorgfältig geplant und ausge- führt sein, wenn nachhaltig eingesetztes Kapital und hohe Lebensdauer gewünscht sind. In sieben Schritten kann man zu ei- nem guten Ergebnis gelangen. 1. Sorgfältige Bestandsaufnahme Wie ist der Untergrund? Gibt es lose Putz- stellen oder durchfeuchtete Stellen? Kann ein geklebtes System genügend Haftung auf dem alten Putz bekommen oder muss der bestehende Putz gereinigt, gestrahlt, grundiert werden? Solche Fragen sind vor der Planung von einem Fachmann zu un- tersuchen, zu dokumentieren und in die Ausschreibung mit einzubeziehen. Hierbei müssen auch alle montierten Gegenstän- de auf der Fassade berücksichtigt werden, wie Lampen, Markisen, Schilder, Schalter. Besondere Beachtung benötigen auch nachträgliche Einbauten im Sonderei- gentum. Sie müssen entfernt und wieder montiert werden; die Kosten hierfür sind zu klären. Sonder-Bauteile wie Balkone, Eingangs- überdachungen und Erker sind in der De- tailplanung zu berücksichtigen: Loggien werden kleiner, Feuerwehrdurchfahrten möglicherweise unbrauchbar, wenn die Dämmstärke zu groß ist. Die Wärmedämmung muss bauphysika- lisch möglichst homogen sein, damit sich im System keine Kondensfeuchte auf- grund von Wärmebrücken einnisten kann. Hierzu ist vor Beginn eine Thermografie hilfreich: Sie bringt versteckte Wärmebrü- cken im Altbestand ans Licht. 2. Ausreichende Fach-Planung Das WDV-System ist nach EnEV auszule- gen und unter Berücksichtigung der Bau- teilanschlüsse, Dachanschlüsse, Balkone und Ähnlichem zu planen. Der Gebäu- desockel muss einen geordneten Über- gang zur Freifläche haben. Möglicherweise sind zusätzliche Ablaufrinnen nötig. Die Fallrohre des Gebäudes müssen verlegt werden, damit die Dämmstärke ohne Wärmebrücken aufgebracht werden kann. Bauwerksfugen und Blechanschlüsse sind richtig auszubilden und bei der Ausschrei- bung zu berücksichtigen. Der Brandschutz muss ebenfalls bedacht werden: Gebäudehöhe, Nachbarbebau- ung, Fluchtwege und so weiter sind hier wichtig. Polystyrol muss durch Brandrie- Fotos:altbauprofis.blogspot.de Die EPS-Wärmedämmung platzt ab, weil die Ausführung falsch geplant wurde und billigste Tellerdübel Verwendung fanden.

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