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DDIV 07_2013

GEBÄUDE & TECHNIK 34  DDIVaktuell 07 | 13 Chloridkorrosion – Hauptproblem bei Tiefgaragen und Außenstützen Auf unseren Straßen wird im Winter mit chloridhaltigen Taumitteln gestreut, um Glatteis zu vermeiden. Hierbei kommt hauptsächlich Tausalz (Natriumchlorid, NaCl) zum Einsatz. Durch die einfahren- den Fahrzeuge gelangt chloridhaltiges Wasser in Tiefgaragen. Wenn dieses Was- ser auf ungeschützte Stahlbetonflächen trifft, dringen die Chloride in den Beton- querschnitt ein und verursachen die soge- nannte Lochfraßkorrosion. > Farbablösungen im Sockelbereich von Tiefgaragen > Pfützenbildung im Bereich aufgehender, ungeschützter Bauteile > Betonflächen ohne Oberflächenschutz im Fahrbahn- und Stellplatzbereich Sobald sich eine dieser Schädigungen zeigt, sollten schnellstmöglich stichpro- benartige Untersuchungen durchgeführt werden. Systematisches Vorgehen – die sechs Schritte Sind einmal Schäden auf- getreten, deren Beseiti- gung ansteht, stellt sich die Frage nach dem rich- tigen Vorgehen. Hierbei konzentrieren wir uns auf den technischen Bereich. Für die Betonsanierung gibt es zwar kein Patent- rezept, aber die fachge- rechte Vorgehensweise bei einer Sanierung ist immer dieselbe. Wenn diese Systematik einge- halten wird, sind die Rah- menbedingungen für eine erfolgreiche Sanierung/Instandsetzung ­gegeben. Vor Beginn jeder Maßnahme muss ein sachkundiger Planer den Ist-Zustand er- mitteln. Im Anschluss daran ist der Soll- Zustand festzustellen, das heißt der vom Eigentümer angestrebte Zustand nach der Sanierung. Erst daraufhin kann ein Instandsetzungskonzept erstellt werden. Darin können auch mögliche Alternativen berücksichtigt werden. Das Instandsetzungskonzept bildet die Grundlage der Instandsetzungsplanung. Aus dem Konzept wird nun eine konkrete Planung, bei der alle Details und techni- schen Erfordernisse berücksichtigt werden. Aus der Instandsetzungsplanung resultiert schließlich eine praxisnahe Bauanleitung, die Leistungsbeschreibung – auch LV ge- nannt. Im LV sind alle Arbeitsschritte, die zur Durchführung der Arbeiten erforderlich sind, aufgelistet und detailliert beschrieben. Ist der Auftrag an die preiswerteste Fachfir- ma vergeben, müssen die Arbeiten durch einen sachkundigen Planer überwacht wer- den (Bauüberwachung/Bauleitung). Hier- durch ist gewährleistet, dass die Arbeiten im vorgesehenen Umfang und der gebote- nen Güte ausgeführt werden. Mit der Instandsetzung allein ist es jedoch nicht getan, denn gewissermaßen mit deren Abschluss beginnt der Verfall von vorne. Damit die Instandsetzung nachhal- tig wirken kann, ist es daher unerlässlich, gleich bei der Instandsetzungsplanung die Planung späterer Instandhaltungsmaßnah- men zu berücksichtigen. Praxisbeispiel Tiefgaragensanierung Im Bereich des Bodens einer Tiefgarage (TG) kam es zu folgendem Schadensbild: Warnsignale Die Erfahrung zeigt, dass es für den Ver- walter wichtig ist, die Notwendigkeit von Sanierungsmaßnahmen rechtzeitig zu er- kennen. Er ist meist als erster „Fachmann“ vor Ort: Die Eigentümer entdecken eine Unregelmäßigkeit oder eine Abplatzung und bitten den Verwalter zunächst, sich die Stelle anzusehen. Sobald eines der fol- genden Symptome auftritt, sollte ein sach- kundiger Planer zu Rate gezogen werden: > Betonabplatzungen > Rissbildungen > 0,2 mm > Korrosionsspuren an Betonbauteilen > Fehlende Abdichtung, zum Beispiel bei Balkonböden > Salzränder an ungeschützten Sockelbe- reichen > Rissbildungen an Stützenfüßen und am Boden > Durchfeuchtungen und Farbablösungen an Untersichten Das Beispiel zeigt Lochfraßkorrosion

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