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DDIV 07_2013

07 | 13  DDIVaktuell  33 Der Autor RAINER EGER Dipl.-Ing. Rainer Eger plant und begleitet seit über 20 Jahren Maßnahmen der Beton- und Bauwerk­ instandsetzung. Die praxisnahe Planung von Betonsanierungen ist sein persönliches Anliegen. www.eger-ing.de Auch Stahlbeton braucht Pflege Seit Joseph Monier im Jahr 1867 den Stahlbeton erfand, hat sich der Verbundbaustoff bewährt. Heute ist er aus der Architektur und dem Ingenieurbau nicht mehr weg zu denken und wird ständig weiter entwickelt. Allerdings bereitet er Verwaltern auch immer wieder Kopfzerbrechen, wenn er saniert werden muss. Stahlbeton galt bis Ende der 1970er Jahre als Inbegriff der Dauerhaftigkeit. Damals waren die Schadensmechanismen von Stahlbeton noch nicht ausreichend bekannt. Erst in den 80er Jahren wurde den Verantwortlichen die Bedeutung der Instandhaltung von bestehender Bausub- stanz bewusst. So wurde im Jahr 1985 der Arbeitsausschuss Schutz- und Instandset- zung von Betonbauteilen gegründet. Dies war die Geburtsstunde der Betonsanie­ rung oder Betoninstandsetzung. Auch wenn beide Begriffe fachlich nicht ganz korrekt sind, weil der Baustoff Beton nicht saniert oder instand gesetzt werden kann, sondern nur das Bauteil, werden wir hier den eingebürgerten Begriff Betonsanie- rung verwenden. Seither hat sich die Betonsanierung zu ei- nem eigenen Markt entwickelt, ohne den manche Immobilie (Instandhaltung) nicht mehr in funktionsfähigem Zustand wäre. Für den Verwalter spielen Stahlbetonbau- teile wie Balkone und Tiefgaragen immer eine wichtige Rolle, weil diese Bauteile meist statisch relevant sind und so maß- geblich zum Werterhalt der Immobilie beitragen. Stahlbeton – eine zeitlich begrenzte Ehe Stahlbeton ist ein Verbundbaustoff mit klarer Aufgabenteilung: Beton übernimmt den Druck, Stahl den Zug. Aufgrund glei- cher Wärmeausdehnung funktioniert das System hervorragend und hat sich sehr bewährt. In der Norm für Stahl- beton (DIN 1045) ist im Anhang F für private Bau- vorhaben eine Lebensdauer von 50 Jahren angege- ben. Die tragenden Bauteile von etwa drei Viertel aller Bestandsbalkone, Tiefgaragen und so weiter bestehen im Regelfall fast komplett aus Stahlbeton. Doch die Ehe Stahl-Beton hat Tücken: Neben Witterungseinflüssen, Konstruk- tions- und Planungsfehlern, Rissen, me- chanischen und chemischen Belastungen sowie Verarbeitungsfehlern spielen Kar- bonatisierung und Chloridkorrosion bei Schäden an Betonbauteilen eine wesent- liche Rolle. Karbonatisierung – Hauptproblem bei Außenbauteilen Dringt das Kohlendioxid der Luft über die Poren in den Beton ein, karbonatisiert der Beton, das heißt der pH-Wert fällt deut- lich ab. Tritt zudem Feuchtigkeit in die Konstruktion ein, kommt es zur Korrosi- on der Bewehrung. Da Rost ein größeres Volumen aufweist als Stahl, entsteht ein Sprengdruck, und die Bereiche mit der geringsten Betonüberdeckung platzen zu- erst ab. Die Bewehrung liegt dann frei und kann bis zum kompletten Querschnittsver- lust ungehindert weiterrosten. GEBÄUDE & TECHNIK

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