Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

DDIV 07_2013

IM BLICKPUNKT 32  DDIVaktuell 07 | 13 überwachung durch Hinzunahme der früher in der Leistungsphase 9 geregel- ten Dokumentationspflichten für Ge- bäude und Innenräume von 31 auf 32 Prozent. Sie wird durch eine entspre- chende Reduzierung dieser Leistungen, die häufig außerhalb des Vertragsrah- mens der eigentlichen Planung liegen, kompensiert. Die Ausweitung des Leistungsbilds durch erweiterte Qualitätssicherungspflichten, wie das Aufstellen und Fortschreiben ei- nes Projektterminplans oder die Erstel- lung bepreister Leistungsverzeichnisse im Rahmen einer erweiterten Kostenkont- rolle, schlägt sich in einer Anhebung der Tabellenwerte gegenüber 2009 um durch- schnittlich etwa 17 Prozent nieder. Was zählt für den Verwalter? Als Auftraggeber von Planungsleistungen für genutzte Bestandsobjekte mit ihrem geringeren Komplexitätsgrad hat der Ver- walter ein besonderes Interesse an der korrekten Einschätzung von Objektanzahl, Honorarzone und -satz sowie der mitzu- verarbeitenden Bausubstanz für Architek- tenleistungen. Mit diesen Informationen kann er die Planungskosten je nach veran- schlagtem Kostenrahmen abschätzen und sicher in Vertragsverhandlung treten. Bei der Beurteilung und Bindung der Sonder- fachleute steht ihm dann im Rahmen der Grundlagenermittlung der in der Regel sachkundige Architekt treuhänderisch be- ratend zur Seite. Die Abgrenzung von Einzelobjekten folgt im Wesentlichen der bisherigen Rege- lung. Die Honorarzone lässt sich objek- tiv über die in Anlage 10 aufgeführte, deutlich in Bezug auf Handhabung und Übersichtlichkeit verbesserte und mo- dernisierte Objektliste und im Zweifelsfall bei Zuordnung zu mehreren Zonen über die in § 35 angegebenen Punkteschemata ermitteln. Die Ermittlung des Honorar- satzes bleibt auch in der HOAI 2013 un- geregelt und unterliegt der vertraglichen Vereinbarung. Ein unzutreffender Ansatz unterliefe jedoch den Sinn der Honorar- zonierung, denn der jeweilige Höchstsatz einer Zone entspricht dem Mindestsatz der nächsthöheren. Um den Honorarsatz im Sinne auskömmlicher Vergütung fair zu ermitteln, empfiehlt sich bis auf weite- res die Anwendung des Schemas aus dem Statusbericht 2000 plus oder der Check- liste des Honorarsachverständigen Rainer Eich. Der Umbauzuschlag kann für Objekte durchschnittlichen Schwierigkeitsgrads (Honorarzone III) wieder zwischen 20 und 33 Prozent vereinbart werden, denn die auf bis zu 80 Prozent ausgeweitete Span- ne der HOAI 2009 hat sich in der Praxis nicht bewährt und entfällt wieder. Dafür wurde die bis 2009 gültige Berechnung der technisch und gestalterisch mitverar- beiteten Bausubstanz wieder eingeführt. Sie muss ebenfalls objektiv bemessen werden und ist für die Bestimmung des Honorars von entscheidender Bedeutung. Sie bestimmt sich aus den theoretischen heutigen Herstellungskosten für die ver- bleibende Bausubstanz multipliziert mit einem Wertfaktor (Erhaltung) und einem Leistungsfaktor. Im Zweifelsfall muss je nach Mitverarbeitungsgrad nach Bau- elementen getrennt ermittelt werden (M × W × WF × LF). Für die Leistungsfakto- ren kann dabei auf den Vorschlag durch- schnittlicher Werte aus dem aktuellen HOAI-Gutachten zurückgegriffen werden. Darin wird den Leistungsphasen 1 bis 6 jeweils ein Wert von 0,9 zuordnet, die folgenden Phasen werden mit jeweils 0,3, 0,6 und 0,5 beziffert. In der Vergangenheit haben die Landesarchitektenkammern für den Wohnungsbau flächen- oder volu- menbezogen stets grobe Faustregeln für den Ansatz der mitverarbeiteten Bausub- stanz veröffentlicht, mit denen es sich gut arbeiten ließ. Für alle vier oben genannten Einfluss- größen sollte verlangt werden, dass der Architekt bereits im Rahmen seines Hono- rarangebots gegebenenfalls tabellarische Nachweise für seine Einschätzung liefert, die dann durch den Auftraggeber einfach geprüft werden können. Honorarsatz gem. Vorschlag Bewertung nach Punkten Projektaufwand sehr gering Statusbericht 2000 Plus Seite 9–82, Tabelle 8 Einflußgrößen gering Projektorganisation Projektroutine des AG Terminvorgaben Projektrisiko 1 1 2 2 1 1 2 2 Besonderheiten Summe je Einflußgröße Gesamtpunkte Bewertungspunkte 1 0 2 4 3 3 4 4 3 3 4 4 5 5 6 6 5 5 6 6 3 4 5 22 6 21 angemessener Honorarsatz bis 20 von bis 40 1/4 durchschnittlich überdurchschnittlich 7 7 8 8 7 7 8 8 9 9 10 10 9 9 10 10 7 8 9 12 10 49 41 11 11 12 12 11 11 12 12 13 13 14 14 13 13 14 14 11 12 13 15 14 61 bis 60 mittel bis 80 3/4 sehr hoch 15 15 16 16 15 15 16 16 17 17 18 18 17 17 18 18 15 16 17 0 18 81 19 19 20 20 19 19 20 20 19 20 bis 100 bis Tabelle 3: Anhaltspunkte Honorarsatz (frei verhandelbar)

Pages