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DDIV 07_2013

07 | 13  DDIVaktuell  31 Tabelle 2: Wert mitverarb. Bausubstanz, Grundlagen Wert mitzuverarbeitender Bausubstanz Mitzuverarbeitende Bausubstanz gem. § 4 HOAI (Gebäude) Formel M × W × WF × LF * M : Menge der mitverarbeiteten Bausubstanz W : Wert (ortsübliche angemessene Kosten) WF : Wertfaktor / Erhaltungszustand LF : Leistungsfaktor (Mitverarbeitung je LP) Erhaltungszustand (WF je Bauteil): WF = Neuwert - Ertüchtigungskosten Leistungsfaktor Leistungsphase 1–6 Leistungsphase 7 Leistungsphase 8 Leistungsphase 9 * nach Wierer 1996 ** nach BMWI-Gutachten, Arge HOAI 2013 LF ** 0,9 0,3 0,6 0,5 anrechenbaren Kosten und Honoraren nicht berücksichtigt war In der 6. Novelle 2009 wurde die Gül- tigkeit der Verordnung auf Inländer be- schränkt und damit europäischem Recht angepasst. Sie wurde insgesamt neu ge- gliedert, die Tabellenwerte wurden erhöht. Der Zuschlag für mitzuverarbeitende Bau- substanz wurde durch Erhöhung der mög- lichen Umbauzuschläge ersetzt. Durch ausschließlichen Bezug auf die Kostenbe- rechnung wurde die Honorarhöhe von Baukostensteigerungen während der Bau- zeit abgekoppelt. Die 7. HOAI-Novelle 2013 Mit der am 17. Juli 2013 in Kraft getrete- nen HOAI 2013 liegt nun nach intensiver Vorarbeit ein grundlegend modernisier- ter Verordnungstext vor. Darin wird die Planungswirklichkeit angemessener dar- gestellt, was für Auftraggeber wie Auf- tragnehmer eine solidere Grundlage für die Preisfindung für zeitgemäße Planungs- leistungen bildet. Es bleibt wichtig festzu- stellen, dass es sich bei der vorliegenden Honorarordnung weiterhin um reines Preisrecht und keines- wegs um Vertragsrecht handelt, das im Werk- vertragsrecht des Bür- gerlichen Gesetzbuches (§§ 631 bis 651 BGB) vorgegeben wird. Die Verordnung gibt lediglich für die dort beschriebe- nen Leistungsbilder ab- hängig von Baukosten und Schwierigkeitsgrad einen Honorarkorridor vor. Abweichungen von diesen Leistungsbildern können sinnvoll oder notwendig sein und ver- ändern dann selbstver- ständlich die Höhe des Honorars. Für Auftraggeber und Auftragnehmer von Pla- nungsleistungen lohnt es sich jedenfalls, sich mit den neuen Re- gelungen intensiv auseinanderzusetzen. Denn neben jeglicher legitimen Kalkula- tion, wie durch konkretes Vorabschätzen des Aufwands, ist die neue Honorarord- nung ein faires und – auch unter Leis- tungsstörungen oder Änderungen im Planungssoll – flexibles Instrument zur Festlegung auskömmlicher Honorare für Planungsleistungen im Vorfeld. Sie erlaubt somit eine Auswahl des richtigen Planers ausschließlich nach Leistungsgesichts- punkten ohne spätere unangenehme Überraschungen durch überzogene Ho- norarnachforderungen. Die wesentlichen Neuerungen Die HOAI 2013 orientiert sich in ihrer Struktur an der Novelle von 2009. Somit verbleiben eine Reihe von Planungs- und Beratungstätigkeiten, wie Leistungen für Umweltverträglichkeitsstudien, thermische Bauphysik, Schallschutz und Raumakus- tik, Bodenmechanik, Erd- und Grundbau, vermessungstechnische Leistungen sowie örtliche Bauüberwachung für Ingenieur- bauwerke und Verkehrsanlagen nach wie vor im unverbindlichen Teil, in Anlage 1, für welche die Honorare frei vereinbart werden können. Die entscheidende Neuerung ist jedoch eine erhebliche Erweiterung, Neufassung und Neubewertung der Leistungsbilder vor dem Hintergrund der mittlerwei- le selbstverständlichen Anwendung von EDV-Lösungen bei Planerstellung und Projektmanagement sowie der insgesamt gewachsenen Bedeutung der koordi- nierenden Funktion des Architekten bei Steuerung und Kontrolle von Qualitäten, Kosten und Terminen – also von Quali- tätssicherungsaspekten im Rahmen der Objektplanung und Projektabwicklung. Wie bereits vor 2009 wird wieder klar zwi- schen Grundleistungen und besonderen Leistungen unterschieden. Damit werden bereits bei den Grundleistungen dem Ar- chitekten Aufgaben und erweiterte Ver- antwortlichkeiten übertragen. In der Praxis bedeutet dies für den Auftraggeber, dass er im Regelfall nach den vorgegebenen Leistungsbildern ein Mehr an Qualitäts- sicherung durch den in erhöhter Kosten- und Terminverantwortung stehenden Objektplaner erwarten darf. Im Einzelnen wird insbesondere bei der Grundlagenermittlung nun klargestellt, dass die Klärung der Aufgabenstellung auf einer gesonderten Bedarfsplanung oder anderen Vorgaben des Auftrag- gebers beruhen soll. Anteilig reduziert sich dadurch die Vergütung der Leis- tungsphase 1 von 3 auf 2 Prozent. Der Anteil der Entwurfsplanung für Gebäu- de erhöht sich von 11 auf 15 Prozent, für raumbildenden Ausbau (2009) zu Innenräumen (2013) von 14 auf 15 Pro- zent. Dieser Umstand wird mit dem re- duzierten Aufwand für das Aufbereiten der Entwurfsplanung als Bauvorlagen in CAD gegenüber der früher erfor- derlichen Neuerstellung von Plänen im Rahmen der Genehmigungsplanung begründet. Entsprechend reduziert sich dann der Anteil der Genehmigungspla- nung am Gesamthonorar jeweils um den gleichen Anteil. Eine ähnlich bedeutende Erhöhung erfährt der Anteil der Objekt‑ Tabelle 2: Wert mitzuverarbeitende Bausubstanz, Grundlagen

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