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DDIV 07_2013

IM BLICKPUNKT 18 DDIVaktuell 07|13 von ihrer Band begleiten ließ. In unge- schminkter Offenheit lässt das Künstler- paar die Hochs und Tiefs von Beziehung und Karriere Revue passieren und zick- te sich nach allen Regeln der Kunst an. Die gegenseitige Wortklauberei immer wieder durchbrochen von gekonnt- herrlichen zweistimmigen Gesangsein- lagen. Mal melancholisch, mal ängstlich, wütend, glücklich und schonungslos sar- kastisch, dabei immer so humorvoll, dass unter der Zeltkuppel die Lachtränen in Strömen flossen. Spannende Vorträge des Verwaltertages Auch die Redner des Verwaltertages waren unterhaltsam. Lukas Siebenkotten hielt ein Plädoyer für bezahlbaren Wohnraum als Eckpfeiler der Gesellschaft. „Wir brauchen deutlich mehr Wohnungsneubau, vor al- lem Wohnungen im mittleren und unte- ren Preissegment, mehr Mietwohnungen und mehr Sozialwohnungen“, forderte der Direktor des Mieterbunds. Er tritt ein für eine Obergrenze bei Wiedervermietungs- mieten von 10 Prozent über der ortsübli- chen Vergleichsmiete und das Ausweiten der Kappungsgrenze für bestehende Miet- verhältnisse auf maximal 15 Prozent in vier Jahren. Heinz Buschkowsky zeigte, was Wohnen im sozialen Brennpunkt bedeutet. Der bundesweit bekannte Bezirksbürgermeis- ter vom Berlin-Neukölln zeichnete ein sehr eindringliches Bild vom täglichen Le- ben im Problemkiez. Mehr als 41 Prozent der Bevölkerung hat einen Migrations- hintergrund. Die Arbeitslosenquote liegt bei über 17 Prozent. Der SPD-Mann tritt Joey Kelly verteilte und signierte nach seinem mitrei- ßenden Vortrag kostenlos Rest-CDs der Kelly-Family. Michael Odenwald, Staatssekretär im BMVBS und Leiter der Sonder- kommission BER (rechts, mit Martin Kaßler), erklärte das Debakel um die noch immer ungewisse Inbetriebnahme des Berliner Flughafens. Staatssekretär Enak Ferlemann (2. von rechts) mit der DDIV-Führungsspitze. Von links: Steffen Haase, Wolfgang D. Heckeler und Martin Kaßler (rechts). ein für eine Integrationspolitik, die „ernst macht mit Chancengerechtigkeit auch für Einwandererkinder, weil wir sie zum Fort- bestand unserer Gesellschaft dringend brauchen“. In zehn bis 15 Jahren werde Neukölln-Nord mit seinen 160 000 Ein- wohnern einen Einwandereranteil von etwa 80 Prozent haben. „Wenn eine Frau hier in der Burka herumläuft toleriere ich das, aber es muss erlaubt sein, zu sagen, dass ich es weder schön finde noch in Mit- teleuropa für angemessen halte. Ich bin nicht bereit, zuzulassen, dass 5 Prozent der Gesellschaft mir diktieren, wie ich lebe und was ich zu tun habe. Integration ist in erster Linie eine Holschuld. Wer in einen Fußballverein eintritt und Handball spielen will, hat ein Problem.“ Dann erzählte Michael Odenwald aus dem Nähkästchen des geplanten Berli- ner Großflughafens Berlin-Brandenburg. Der Staatssekretär im BMVBS leitet die Sonderkommission BER, die das Debakel um die noch immer ungewisse Inbetrieb- nahme des Flughafens aufklären soll. Der geplante Flughafen am südlichen Berliner Stadtrand sollte nach langen Verzögerun- gen im Juni 2012 eröffnet werden und die Flughäfen Tegel und Schönefeld ersetzen. Am Ende von Oden- walds interessantem Vortrag fragten sich viele Verwalter, ob und wann das qualvolle Warten auf die Fertig- stellung des Flughafens ein Ende hat. Wie man sich selber quält, weiß niemand bes- ser als Joey Kelly. Sehr eindrucksvoll und unterhaltsam zeigte das ehemalige Mitglied der sangesfreudigen Kelly Family, wie man mit Disziplin und Ausdauer seine Ziele erreicht. Für den Un- ternehmer und Extremsportler ist Erfolg vor allem eines: Einstellungssache. Bislang absolvierte er mehr als 40 Marathons und 30 Ultramarathons, 9 Wüstenläufe, drei- mal das Radrennen Race Across America von der West- zur Ostküste der USA. Bis heute hält er mit acht Ironman-Triathlons innerhalb eines Jahres den Rekord. Zu sei- nem Ausdauersport kam Kelly während ei- ner Tournee mit der Kelly-Family. Er wollte sich bewegen und so einen Ausgleich zu seinem Job auf der Bühne schaffen. Ge- laufen ist er dann spät abends nach dem Konzert: „Ich kenne dutzende europäische Städte nur im Dunkeln.“ Immer wieder sorgte er mit selbstironischen Einlagen für Heiterkeit, zum Beispiel auch mit der Einschätzung: „Hätte ich meinen Sport nicht so aktiv betrieben, hätte ich die Kelly Family nicht überlebt.“ Am Ende waren sich die meisten Teil- nehmer der 21. Deutschen Verwaltertags einig: Im nächsten Jahr treffen wir uns wieder in Berlin.

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