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DDIV 07_2013

07 | 13  DDIVaktuell  15 Ziele nicht erreichen. Beim Thema Ver- mögenssteuer, Energiesteuer und bei der Grunderwerbsteuer bestehe drin- gender Gesprächs- und Handlungsbe- darf. Nachholbedarf, aber gute Zusammenarbeit mit KfW Heckeler betonte, dass das derzeiti- ge Förderinstrumentarium für Woh- nungseigentümergemeinschaften bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) nur bedingt brauchbar sei. „Die Beantragung von KfW-Krediten muss vereinfacht werden. Schlanke- re Antragsstrukturen und weniger Formalitäten wie das Beibringen der Unterschriften von allen Wohnungs- eigentümern würden der Abnahme der Förderprogramme dienlich sein. Außerdem muss es möglich sein, Ei- gentümergemeinschaften zu fördern, auch wenn Einheiten gewerblich ge- nutzt werden. Ändert die KfW ihre Programme, so ist Rücksicht darauf zu nehmen, wann die Versammlungssaison für WEGs ist. Im Zweifel stimmt die Beschlusslage nicht mehr mit der Förder- programmatik überein“, so Heckeler. Er ist überzeugt, dass ver- mehrte Schulungs- und Aufklärungsmaßnahmen bei Eigentümern und Verwaltern Motivation wären, hier stärker aktiv zu werden. Trotz des Nachholbedarfs lobte der Verbandspräsident die gute Zusammenarbeit zwischen KfW und DDIV, was unter anderem in gemeinsamen Publikationen und Internetauftritten zum Ausdruck komme. „Energiewende und Altersvorsorge sind zwei der größten gesell- schaftspolitischen Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte. Beides kann nur geschultert werden, wenn Immobilienverwaltun- gen in die Lage versetzt werden, die über 1,8 Millionen Eigen- tümergemeinschaften wirkungsvoll zu erreichen und gemeinsam diese Prozesse anzugehen und umzusetzen“, mahnte Heckeler weiter. Bisher sei das Erreichen eines klimaneutralen Gebäude- bestands im Jahre 2050 Utopie. Fehlende oder zu geringe In- standhaltungsrücklagen der Wohnungseigentümer, langwierige Abstimmungsprozesse und fehlende Informationen zur energe- tischen Sanierung machten eine jährliche zweiprozentige Sanie- rungsrate unmöglich. In der Praxis zeige sich viel zu oft fehlendes Fachwissen in der Verwaltung und eine Flut an gesetzgeberischen Neuerungen, die Immobilienverwaltungen umzusetzen hätten. Die Politik übertrage dem Verwalter mehr und mehr Verantwor- tung – allerdings ohne über die Konsequenzen nachzudenken. Nämlich inwieweit alle am Markt tätigen Immobilienverwaltungen diesen Anforderungen entsprächen. 1 1 2 Als Treuhänder von Fremdvermögen nimmt der Immobilienverwal- ter zunehmend die Rolle des Lotsen und Eigentümerstellvertreters ein. Erst die jüngst veröffentlichten Zahlen des Zensus zeigen die wirkliche Bedeutung von Wohnungseigentum mit mehr als 9,3 Millionen Eigentumswohnungen. Das sind knapp ein Viertel aller Wohnungen und rund 2,8 Millionen Wohnungen mehr als bisher attestiert. Zukünftig wird die Bundespolitik mehr als bisher ihren Fo- kus auf das Wohneigentum legen müssen, ist sich Heckeler sicher: „Wir sind überzeugt, dass Immobilienverwalter eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung der Energiewende, aber auch beim altersgerech- ten Umbau spielen. Voraussetzung dafür ist jedoch ein fundiertes Fachwissen. Qualifizierte Verwalter können die Rolle eines Moder- nisierungsberaters und -begleiters übernehmen. Mit Hinblick auf nachhaltige Kostenersparnisse bei den Energieaufwendungen für Mieter und Eigentümer und das bundesweit wirtschaftliche Poten- zial bei der Steigerung der Sanierungsquote sind Bundesregierung, Banken und Förderinstitute gleichermaßen aufgerufen, die Bedeu- tung des Immobilienverwalters für die Wohnungswirtschaft und die Energiewende zu erkennen und entsprechend zu fördern. „Es liegt an der Politik, jetzt zu handeln“, so Präsident Heckeler abschließend. Enak Ferlemann, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesbauministerium, kündigte an: „Wir werden die Versicherungspflicht verankern und denken auch über die Einführung von Fach- und Sachkundenachweisen nach.“ „Jetzt kommt es darauf an, in der kommenden Legislaturperiode die An- kündigung mit Augenmaß umzusetzen“, kommentierte DDIV-Präsident Wolfgang D. Heckeler, Ferlemanns Ankündigung. 2

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