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DDIV 06_2014

VERWALTUNG & FINANZEN 52 DDIVaktuell 06|14 Die Autorin DIPL.-ING. VERA TSCHERTNER Die Bauingenieurin mit Studien­ schwerpunkt Abfallwirtschaft ist Prokuristin der Abfallmanagement Peters GmbH. www.am­peters.de eine saubere Sache Müll – Wer Hausmüll richtig trennt, spart Geld. Die Dienstleister der Abfallwirtschaft bieten aber noch mehr: effizientes Abfallmanagement. Deutschland ist Weltmeister – auch beim Recycling, mit den weltweit höchsten Wiederverwertungsquoten. So- wohl im gewerblichen Sektor als auch bei privaten Haushalten gehört Mülltrennung mittlerweile einfach dazu. Der Erfolg: Vor allem das Recycling von Papier, Pappe und Kartonagen sowie von Altholz und Leicht- verpackungen sorgt für CO2 -Einsparungen und trägt zum Klimaschutz bei. Altpapier,GelberSack,Biotonne&Co. Papier, Pappe und Kartonagen gehören auf Grund ihrer vergleichsweise einfachen Weiterverarbeitung schon lange zu den am stärksten recycelten Wertstoffen in Deutschland. Die Erfassung erfolgt in der Regel über die Papiertonne – entweder direkt am Haus, über Depotcontainer, vereinzelt noch als Bündelsammlung. Die Entsorgung von Altpapier ist kostenfrei bzw. günstig, wäre mengenmäßig aber durchaus noch zu steigern. Noch immer wird ein Teil der recyclebaren Papierabfäl- le mit dem Restmüll entsorgt – und das ist deutlich teurer. Für Leichtverpackungen mit dem Grünen Punkt gibt es in Deutschland die „Gelbe Tonne“ oder den „Gelben Sack“. Dabei gibt es die meisten Missverständnisse, denn eben nicht alle Plastikabfälle sind Leichtverpackungen. Den Grünen Punkt gibt es nur für die beim Kauf vorgeleis- tete Finanzierung der Entsorgung auto- matisiert gut trennbarer Materialien im Verpackungswesen. Um die Trennung zu vereinfachen, haben einige kommunale Abfallwirtschaftssysteme bereits eine er- weiterte Wertstofftonne eingeführt, die außer für Leichtverpackungen mit dem Grünen Punkt auch für materialgleiche Nichtverpackungen sowie für Elektro- kleingeräte bestimmt ist. Für diese „Gelbe Tonne Plus“ wird zwar ein gewisser Kos- tensatz erhoben, allerdings deutlich weni- ger als für die Restmüllentsorgung. Bio- und Grünabfälle werden derzeit vor allem in ländlichen Gegenden noch über- wiegend kompostiert. In größeren Ge- meinden, Städten und Großstädten gibt es dafür Biotonnen. Die Grüne oder Braune Ton- ne ist ebenfalls kostenfrei bzw. deutlich günstiger als Restmülltonnen. Ab- fallanalysen ergaben, dass die Wertstoffe in Rest- mülltonnen noch immer zur Hälfte aus Bioabfällen bestehen – eine Tatsache, die bei der Novellierung des Kreislaufwirtschafts- gesetzes im Jahr 2012 berücksichtigt wur- de. Ausdrücklich sind Kommunen seitdem Kostenfaktor Restmüll: je mehr, desto teurer. verpflichtet, Biomüll getrennt zu erfassen. Diese Maßnahme flankierend, wurden die Gebühren für die Restmülltonnen meist mehr oder weniger drastisch angehoben. Was übrig bleibt, verursacht Kosten Bei konsequenter Mülltrennung verbleibt als kleinste Abfallfraktion der Restabfall, bezogen auf Volumen und Masse. Sie ist allerdings auch die kostenintensivste – häufig die einzige, für die im kommuna- len Gebührensystem überhaupt Kosten angesetzt werden. Die Gebührenangaben erfolgen meistens nach der Größe der Restmülltonne, seltener nach Gewicht oder pauschal, unabhängig vom Maß der Mülltrennung, nach Wohneinheiten oder gemeldeten Personen. Die volumenbezo- gene Restmüllgebühr bietet den größten Anreiz zur Umsetzung der gesetzlich vor- geschriebenen Mülltrennung. Die Verpflichtung zur Mülltrennung ist im Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) festge- schrieben. Als zentrales Gesetz des deut- schen Abfallrechts zielt es darauf ab, „die Kreislauf- wirtschaft zur Schonung der natürlichen Ressourcen zu fördern und den Schutz von Mensch und Umwelt bei der Erzeugung und Be- wirtschaftung von Abfällen sicherzustellen“. In Anleh- nung an die Abfallrichtlinie der EU findet sich auch hier die mehrstufige Ab- fallhierarchie: In erster Linie sind Abfälle zu vermeiden – ist dies ebenso wenig möglich

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