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DDIV 06_2014

06|14 DDIVaktuell 45 Dem Verwalter ist zu raten, ein Beschluss- protokoll über seine Ermächtigung zu der jeweiligen Kündigung vorzulegen. Dem Verwalter ist dringend zu raten, bei allen von ihm erklärten Kündigungen einen Nachweis seiner Vollmacht beizulegen. Die kritische Würdigung Die Entscheidung ist abzulehnen. Sie über- sieht, dass mit dem Beschluss über die Vertretungsmacht der bloßen Mehrheit der Eigentümer die Möglichkeit gegeben wird, einen Vertreter für die rechtsfähige Wohnungseigentümergemeinschaft zu schaffen. Es müssen nicht alle Eigentümer für die Vertretungsmacht des Verwalters eintreten. Vielmehr genügen die Stimmen der Mehrheit der in der Eigentümerver- sammlung vertretenen Eigentümer, ohne dass es auf die nicht anwesenden, die sich enthaltenden und die überstimmten Ei- gentümer ankommt. Diese Erleichterung für die Eigentümer wird nun zu Nichte ge- macht, wenn man eine von allen Eigentü- mern unterschriebene Vollmachtsurkunde verlangt. Die Auswirkungen für die Verwalterpraxis Die Verwalterpraxis muss die bedeutende Entscheidung ungeachtet ihrer Schwächen umsetzen: Dem Verwalter ist dringend zu raten, bei allen von ihm erklärten Kündi- gungen einen Nachweis seiner Vollmacht beizulegen. Folgende Möglichkeiten sind zu unterscheiden: a) Vollmachtsurkunde durch alle Eigentümer Der Verwalter ist auf der sicheren Seite, wenn er eine Vollmachtsurkunde vorle- gen kann, die alle Wohnungseigentümer unterschrieben haben. Zumindest in grö- ßeren Anlagen ist das freilich nicht umzu- setzen. b) Vollmachtsurkunde durch ermächtigten Eigentümer Daher wird vorgeschlagen, der Wohnungseigentums- verwalter solle sich die Vollmachtsurkunde von einem Eigentümer unterschreiben lassen, der in der Eigentü- merversammlung zur Ausstellung dieser Urkunde ermächtigt werde. So vorzugehen ist sicher besser, als gar keine Vollmachtsur- kunde beizufügen. Denn der Kündigungs- empfänger könnte sich damit zufrieden geben. Wenn er das Fehlen einer einschlä- gigen Urkunde nicht unverzüglich rügt, bleibt die Kündigung in jedem Fall wirk- sam. Gegen diese Lösung spricht aber, dass eine solche Vollmachtsurkunde nicht die Für diese Lösung spricht, dass §26 Abs.3 WEG als Nachweis über die Person des Verwalters ebenfalls ein Beschlussprotokoll über die Bestellung genügen lässt. Dann sollte Entsprechendes für die Bevollmächti- gung gelten. Im Falle der Bevollmächtigung bedarf es keiner öffentlichen Beglaubigung, weil diese §174 BGB nicht voraussetzt. vom BGH geforderte Rechtssicherheit bringen kann. Denn der Kündigungs- empfänger weiß nicht, ob der die Vollmachtsurkunde unterschreibende einzelne Eigentümer die Vollmachtsur- kunde tatsächlich statt aller Eigentümer ausstellen konnte. c) Beschlussprotokoll vom Ermächtigungsbeschluss Dem Verwalter ist vielmehr zu raten, ein Beschlussprotokoll über seine Er- mächtigung zu der jeweiligen Kündi- gung vorzulegen. Der Beschluss sollte dabei nicht nur den zu kündigenden Vertrag, sondern auch den ermächtig- ten Verwalter namentlich bezeichnen.

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