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DDIV 06_2014

GEBÄUDE & TECHNIK steigert die Wohnqualität und sichert Mobi- lität, so dass Mieter auch im höheren Alter länger in ihrer Wohnung bleiben können. Nach einer Expertenschätzung leben im- merhin 90 Prozent aller Über-65-Jährigen in normalen Wohnungen. Ein Aufzug steigert also den Wert einer Immobilie. Welche Möglichkeiten gibt es für den nachträglichen Einbau? Man kann Aufzüge nachträglich innerhalb des Gebäudes installieren, zum Beispiel inner- halb des Treppenauges – das allerdings groß genug sein muss. Kleinste Lösungen begnü- gen sich sich schon mit Schachtaußenmaßen von 75×100cm. Für die nach Norm barrie- refreie, also rollstuhlgerechte Variante bedarf es einer Grundfläche von 130×160cm. Es gibt auch Aufzugtypen, die ihren Schacht gleich mitbringen: vorgefertigte Metall- elemente, die vor Ort aufgebaut werden. Und wenn der Einbau im Treppenauge nicht möglich ist? Dann kann der Schacht außen errichtet und mit dem Gebäude verbunden werden. Das können Stahl-Glas-Konstruktionen sein, ein gemauerter Schacht oder aus Be- ton gegossen mit Anschluss ans Gebäude. Welche Variante am besten geeignet ist, entscheiden letztlich die baulichen Gege- benheiten und die Architektur des Hauses. Mitunter können die Zugänge zum Aufzug nur auf halber Treppenhöhe platziert wer- den. Wie sinnvoll ist die Nachrüstung unter diesen Umständen? Wenn ein Haus über entsprechend viele Obergeschosse verfügt, bedeutet ein Aufzug auf halber Treppe zwar keine Barrierefrei- heit, bringt aber deutlich mehr Komfort für die Bewohner der oberen Etagen mit sich. Können Eigentümer für eine Nachrüstung zinsgünstige Darlehen oder Förderungen in Anspruch nehmen? Ja. Es gibt das KfW-Programm „Altersge- recht Umbauen“, bei dem Umbauwillige zinsgünstige Darlehen erhalten, wenn sie in Maßnahmen zur Barrierefreiheit inves- tieren. Zudem gibt es Zuschüsse von Bun- desländern und Gemeinden. Wenn bereits ein Aufzug vorhanden ist: Wann ist zur Modernisierung zu raten und was zu beachten? Natürlich geht es vornehmlich um Sicher- heit: Von den rund 450000 Aufzügen, die Prüforganisationen wie der TÜV jährlich unter die Lupe nehmen, weisen vor allem ältere Anlagen häufig gravierende Sicher- heitsmängel auf. Nach der Betriebssicher- heitsverordnung sind aber die Betreiber dazu verpflichtet, die Anlagen auf dem Stand der Technik zu halten. Schätzungswei- se 250000 Aufzüge in Deutschland werden nicht einmal zur Prüfung angemeldet. Wann stellt sich die Frage: Modernisierung oder Komplettaustausch? Das ist natürlich von Anlage zu Anlage ver- schieden. Der jeweilige Gesamtzustand und beispielsweise häufig auftretende Störungen entscheiden. Zwei Faustregeln lassen sich jedoch anwenden: Sobald zwei oder mehr Hauptkomponenten – wie Antrieb, Steu- erung und Türen – ausgetauscht werden müssten, ist ein Komplettaustausch meist wirtschaftlicher als eine Modernisierung. Des Weiteren sind Aufzüge mit den alten Dreh- türen einfach nicht mehr zeitgemäß. Gerade für ältere und behinderte Menschen sind sie eine beschwerliche Hürde. Die Kosten für den Einbau automatischer Schiebetüren in die Altanlage erreichen rund die Hälfte der Kosten für einen Komplettaustausch, und die Tiefe der Kabine verringert sich um 15 bis 20cm. Hier erscheint eine Modernisierung nicht mehr sinnvoll. Wie steht es um Hydraulikanlagen: Modernisieren oder tauschen? Eher tauschen. Hydraulikaufzüge waren früher sehr beliebt, weil sie keinen Maschi- nenraum benötigen. Solche Anlagen aus den 70er- und 80er-Jahren verbrauchen aber mehr als doppelt soviel Energie wie ein moderner Seilaufzug. Die Wartung ist durch erforderliche Ölwechsel auch eher aufwendig. Dabei gibt es heute Seilaufzü- ge auch ohne Maschinenraum. Ihr Antrieb verbraucht deutlich weniger Energie und findet im Schacht selbst Platz. Das macht einen Maschinenraum überflüssig. Er kann anderweitig genutzt werden, oder man verlängert den Aufzugschacht, zum Beispiel, um auch die oberste Wohnetage barrierefrei zu erschließen. Die Nachrüstung von Aufzügen bietet Mietern mehr Komfort und steigert den Wert von Immobilien. Auch Barrierefreiheit lässt sich durch Komplettaustausch mit kurzer Einbau- zeit erreichen. 1 2 1 2 Nach Betriebssicherheitsverordnung sind Betreiber dazu verpflichtet, Aufzüge auf dem Stand der Technik zu halten. Fotos:KoneGmbH

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