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DDIV 06_2014

Kolonie bildende Einheiten nach zehntägiger Inkubation (Direktansatz) durchgängige Isolierung der Kaltwasserlei- tungen zu achten, damit sich diese nicht in der Nähe von Wärmequellen aufheizen und Wassertemperaturen unter 15 Grad Celsius gewährleistet sind. Ein weiterer Aspekt zur Vermeidung eines Risikos für die mensch- liche Gesundheit durch Legionellen ist die Überprüfung der Architektur des Rohr- systems. Es empfiehlt sich Totleitungen, Mischinstallationen oder lange Wasserlei- tungen zu vermeiden bzw. abzutrennen, da stagnierendes Wasser eine zentrale Ursache für die Vermehrung von Keimen darstellt. Mit der Aufstellung und Durchführung ei- nes Spülplans in selten oder gar nicht ge- nutzten Räumen bzw. Gebäudeteilen kann die Gefahr einer Verkeimung zusätzlich er- heblich reduziert werden. Neben all diesen Maßnahmen nimmt auch die regelmäßige Reinigung der Hausinstallation eine wichti- ge Rolle für die Trinkwasserhygiene ein. So wird geraten, Warmwasserspeicher in kon- tinuierlichen Zeitabständen zu entkalken, zu entschlammen und gründlich zu reinigen. An Duschköpfen und Wasserhähnen soll- ten Verkrustungen und Kalkansammlungen sorgfältig entfernt und Wasserfilter stets ge- reinigt und desinfiziert werden. Seit der Novellierung der Trinkwasserver- ordnung (TrinkwV) im November 2011 müssen Großanlagen zur Trinkwassererwär- mung, aus denen Wasser im Rahmen einer öffentlichen oder gewerblichen Tätigkeit abgegeben wird, auf den Parameter Legio- nellen untersucht werden. Dies betrifft un- ter bestimmten Voraussetzungen nun auch Mietwohnungen, welche mit Inkrafttreten der zweiten Novellierung der TrinkwV im Dezember 2012 in einem Intervall von drei Jahren überprüft werden müssen. Ein Blick ins Labor – von der Probenahme bis zur Analytik Nach § 15 der Trinkwasserverordnung 2001:2012 sind nur akkreditierte und von der obersten Landesbehörde anerkannte Untersuchungsstellen für die Probenahme und Analytik des Trinkwassers auf Legio- nellen zugelassen. Probenahmen für mikrobiologische Analysen – dazu zählen auch Legionel- len – unterliegen hohen qualitativen Anforderungen und werden gemäß DIN EN ISO 19458 und der Empfehlung des Umweltbundesamtes von August 2012 durchgeführt. Die Stellen befinden sich am zentralen Trinkwassererwärmer, an dem zuvor geeignete Probenahmeventi- le eingerichtet worden sein müssen, und an den Enden der jeweiligen Steigsträn- ge. Eine Probenahme nimmt nur wenige Minuten pro Entnahmestelle in Anspruch und umfasst das Abfüllen des Wassers in sterile Gefäße sowie die Messung der Wassertemperatur. Anschließend werden die Proben, in speziellen Transportbe- hältern verpackt, fristgerecht zu einem Kompetenzlabor befördert und dort nach Ankunft direkt für die Analytik vorbereitet. Die Untersuchung des Trinkwassers auf Legionellen im Labor erfolgt nach ISO 11731 / DIN EN ISO 11731-2 und gliedert sich in mehrere Teilschritte. Nach kurzer Vorbehandlung werden 100 ml der Probe über einer Membran filtriert und diese Membran in einer Kulturschale auf einem speziellen Nährboden (Selektivmedi- um) ausgebracht. Dieses Selektivmedium enthält bestimmte Bestandteile, die das Wachstum der Legionellen begünstigt. Pa- rallel dazu werden zweimal 0,5ml der Pro- be direkt in zwei weiteren Kulturschalen auf diesem Selektivmedium ausgestrichen. Anschließend werden die Kulturschalen für mindestens 10 Tage bei einer Temperatur von 36 Grad Celsius in einem Brutschrank inkubiert. Während dieser Zeit vermehren sich die Legionellen und bilden Kolonien (Kolonie bildende Einheiten oder auch KBE genannt), welche als grau-weißliche Punkte zu erkennen sind. Die Auswertung der Proben erfolgt durch Auszählung die- ser Kolonien und den Abgleich mit dem technischen Maßnahmenwert (TMW) der TrinkwV von 100KBE/100ml.

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