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DDIV 06_2014

06|14 DDIVaktuell 25 Ideen­Netzwerk aus Wirtschaft und Wissenschaft Das „Independent Living Netzwerk St. Gallen“ ist das Kerninstrument der angewandten Forschung im Competence Center Independent Living an der Universität St. Gallen, mit rund 35 Unternehmen und Organisationen unterschied- licher Branchen, u.a. der Wohnungswirtschaft. Zweimal jährlich werden in je 2-tägigen Workshops neue Ideen und Ansätze für „Independent Living“ ausge- lotet, entwickelt und auf ihre Umsetzbarkeit hin bewertet. www.il-netzwerk.com Kontakt: philipp.menschner@unisg.ch, +41 71 224 3323 Interessenten für eine aktive Mitarbeit an der Vernetzung wenden sich an: independent.living@ immobilienscout24.de schiedlichen Akteuren notwendig. Viele Branchen denken zwar darüber nach, wie sie zur Lebensqualität ihrer Kunden beitra- gen können – sie finden aber häufig nicht zusammen, um sinnvolle Lösungen wie „aus einer Hand“ zu bieten. Es fehlen Schnitt- stellen, aber auch Denkweisen kommen mitunter nicht überein. Darüber hinaus be- darf es kooperativer Geschäftsmodelle, die für alle Beteiligten tragfähig sind. Als zusätzliche Herausforderung sind spezielle Lösungen für ältere Menschen bisher nur sehr schwierig erfolgreich im Markt zu platzieren gewesen. Viele An- bieter sind daran bereits gescheitert. Die ersten Seniorenhandys mit extrem großer Tastatur sind z.B. ein Kassenflop gewesen. Welchen Ansatz verfolgen Sie? Es geht um Lösungen, die möglichst allen Menschen – von den „Young Professio- nals“ über Eltern mit oder ohne Berufs- tätigkeit bis hin zu älteren Menschen, die Unterstützung im Alltag brauchen, – das Leben erleichtern. Wir möchten daher den Zugang zu vorhandenen Dienstleistungs- angeboten, die häufig intransparent und stark fragmentiert sind, vereinfachen – mit möglichst schlanken Prozessen, ohne Administration. Der erste Schritt ist die Zusammenführung aller Angebote auf einem Online-Marktplatz, der rund um die Uhr erreichbar ist. Dort lassen sich Termine einfach koordinieren, Leistungen z.wB. auch außerhalb der Geschäftszeiten abfragen, Bewertungen anderer Nutzer einsehen – und in weiterer Folge auch monatlich eine Rechnung über die ge- nutzten Dienstleistungen erstellen. Dafür haben wir die Servicemanagement-Platt- form www.amiona.com entwickelt, die seit Herbst 2013 online ist. Was kann die Wohnungswirtschaft in Deutschland tun? Wohnungsunternehmen unterhalten im Ver- gleich zu Unternehmen anderer Branchen sehr lange Geschäftsbeziehungen zu ihren Kunden, den Mietern. Häufig erwächst dar- aus eine Vertrauensbeziehung, die dazu qua- lifiziert, sich auch um andere Lebensbereiche kümmern. Zudem sind Wohnungsunter- nehmen als Partner für in der Region tätige Dienstleister interessant, weil sie den Kontakt zu den Mietern eröffnen. Damit bekommen sie eine Art Schlüsselfunktion, um Dienstleis- tungen zur Steigerung der Lebensqualität zu bündeln, bzw. zentral zugänglich zu machen. Der Mehrwert für die Bewohner – die nicht nur als Mieter, sondern ganzheitlich als Men- schen unterstützt werden – ist auch für die Wohnungsunternehmen von Vorteil. Gibt es weitere konkret geplante Konzepte? Gemeinsam mit einem Partner vor Ort bauen wir derzeit eine neue Versorgungs- struktur für die Einwohner von Weil der Stadt, nahe Stuttgart, auf. Neben den An- geboten der lokalen Dienstleister werden auch Leistungen des bürgerschaftlichen Engagements zentral über den Online- Marktplatz zugänglich gemacht – und auch telefonisch bzw. persönlich in den eigens eingerichteten Service-Stellen im Stadtzentrum. Rund 220 Dienstleistungen sind bereits gelistet. Ergänzend arbeiten wir an einer Zeitbörse, über die gegensei- Dr. Philipp Osl, Leiter des Competence Centers Independent Living an der Universität St. Gallen tige Unterstützung im Tausch organisiert wird, also Dienstleistung gegen Dienstleis- tung anstelle monetärer Entlohnung. Noch im Herbst dieses Jahres starten wir mit einem Marktplatz in St. Gallen. Haupt- zielgruppe werden hier beruflich stark eingespannte Personen sein, die wir durch administrative Entlastung darin unterstüt- zen, Beruf und Privatleben besser mitein- ander zu vereinbaren. Angebote speziell für ältere Menschen waren bisher nur schwer am Markt zu platzieren. Wohnungsunternehmen haben eine Art Schlüsselfunktion, um Dienstleistungen zur Steigerung der Lebensqualität zu bündeln.

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