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DDIV 06_2014

POLITIK & AKTUELLES ESWiD-Jubiläum Das 40. Fachgespräch „Wohnungseigentumsrecht“ in Fischen – 22. bis 24. Oktober 2014 Das Fachgespräch in Fischen ist die älteste und erfolgreichste Veranstaltung zum Wohnungseigentums- recht. Zum Programmtitel „Hausgeldmanagement und Vermögensverwaltung – Aufgaben und Haftungsrisiken des Verwalters“ hat der Evangelische Bundesverband für Immobilienwesen in Wissenschaft und Praxis e.V. (ESWiD) namhafte Referenten aus Politik, Wissenschaft und Recht eingeladen. Es referieren der Parlamentarische Staats- sekretär im BMJV Christian Lange zu Verantwortung und Berufsbild des Verwalters, Prof. Dr. Martin Häublein zur Kreditaufnahme durch die Gemeinschaft und Prof. Dr. Johanna Schmidt-Räntsch, Richterin am BGH, über die aktuelle oberste Rechtsprechung zum Wohnungs- eigentumsrecht. Viele weitere, ebenfalls renommierte Vortragende widmen sich darüber hinaus einem breiten Spektrum an für Immobilienverwaltungen relevanten As- pekten des deutschen Wohnungseigentumsrechts. Die Jubiläumsveranstaltung wartet mit einer Besonder- heit auf: Unter dem Motto „500 Bäume für Fischen“ plant der ESWiD eine Pflanzaktion. Alle Teilnehmer und die Mitarbeiter der Unternehmen, die sich in der von der DDIVservice GmbH ausgerichteten begleitenden Fach- ausstellung präsentieren, werden dazu eingeladen, mit 500 Bäumen für 40 Jahre WEG-Fachgespräch in Fischen einen kleinen Wald zu begründen: das ESWiD Alpenar- boretum, welches das bereits bestehende Alpenarbore- tum vervollständigt. Das als Fond angelegte, ökologisch nachhaltige und Generationen übergreifende Projekt wird in Partnerschaft mit der Grundschule und der Ge- meinde Fischen realisiert. 40 Jahre Mitgestaltung des Wohnungseigentumsrechts Im Oktober 1975 fand das erste Fachgespräch in Fi- schen statt. Dr. h.c. Hanns Seuß, damals Geschäfts- führender Vorstand des ESWiD, initiierte es, um eine „Institution“ zu schaffen, die Lösungen für Interessenkonflikte zwischen Eigentümern und Verwaltern entwickelt. Der Zeitpunkt war gut gewählt: War die Eigentumswohnung bis Ende der 60er-Jahre noch ein Nischenprodukt, wurde sie mit dem Bauboom zu Beginn der 70er zum Hal- denprodukt. Neue Fragen taten sich auf. Die „Väter“ des Wohnungseigentums- rechts, Prof. Dr. Johannes Bärmann und Prof. Dr. Hermann Weitnauer, waren von An- fang an dabei. Ihre richtungsweisenden Vorträge und die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuch- ses zogen viele namhafte WEG-Spezialisten an. Bis heute spiegeln die Fachgespräche thematisch nicht nur die Entwicklung des Wohnungseigentumsrechts seit 1975 wi- der, sondern haben sie immer auch mitgestaltet. Mitte der 70er-Jahre wurden Novellierungsinitiativen, die aus den Erfahrungen mit der Umwandlung des Olympischen Dorfs in München in 3200 Eigentums- wohnungen aufkamen, ausgebremst, weil Diskussionen in Fischen deutlich machten, dass sie die Probleme der Eigentümer nicht lösen würden. Anfang der 80er-Jahre begann die Umwandlung von (Altbau-)Mietwohnungen in Eigentum und ihre auf- wendige Sanierung, was zum Verlust preiswerten Wohnraums führte. Die darauf von der Stadt München zum Mieterschutz erteilten Abgeschlossenheitsbe- scheinigungen riefen die Gerichte auf den Plan. Ihre Entscheidungen wurden durch lebhafte Diskussionen in Fischen und durch die wissenschaftliche Aufbereitung, vor allem durch Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Bub, wesentlich beeinflusst. Bis Ende der 90er-Jahre gab es keine grundlegenden Änderungen im Wohnungseigentumsrecht – bis zur Jahrhundertentscheidung des BGH im Jahr 2000. Seitdem gilt auch ein unangefochtener Mehrheits- beschluss als nichtig, wenn die Angelegenheit eine Vereinbarung bzw. Einstimmigkeit der Eigentümer er- fordert hätte. Den Anstoß für die rechtswissenschaft- liche Diskussion gaben u.a. die Fischener Vorträge des damaligen Doktoranden Hendrik Buck und des Vorsit- zenden Richters im BGH, V. Senat, Dr. Joachim Wen- zel. Auch zur Jahrtausendentscheidung des BGH, die im Jahr 2005 zur Annahme der Teilrechtsfähigkeit der Eigentümergemeinschaft führte, trug Fischen bei und bereitete mit Diskussionen ebenso die Grundlage der WEG-Novelle 2007. Der Diskurs geht weiter – mit mehr als 500 Teilneh- mern pro Jahr, davon 80 Prozent Verwalter. 12 DDIVaktuell 06|14

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