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DDIV 06_2013

POLITIK & AKTUELLES 6  DDIVaktuell 06 | 13 gieeffizient Sanieren“. Ich lasse derzeit auch durch eine Studie untersuchen, wie die Entscheidungsfindung beschleunigt und die Investitionsbereitschaft bei Woh- nungseigentümergemeinschaften verbes- sert werden können. Derzeit geht nur ein Bruchteil der aus- gereichten Fördermittel aus dem CO2- Gebäudesanierungsprogramm der KfW an Wohnungseigentümergemeinschaften (WEGs).ZwarbieteninzwischensechsBanken der Bundesländer spezielle Lösungen an, die Mehrheit jedoch nicht. Was muss geschehen, damit es eine flächendeckende Lösung für Ei- gentümergemeinschaften gibt, energetische Maßnahmen zu finanzieren und zu fördern? Im Rahmen der Föderalismusreform I ist die Zuständigkeit für die Wohnungsbauför- derung in die alleinige Verantwortung der Länder übergegangen. Unter anderem bie- ten sich Landesbürgschaften als wirksames Instrument an. Dabei gehen die Länder unterschiedliche Wege. Einige vergeben diese Bürgschaften über ihre Landesförder- institute an die WEG selbst; andere bieten über ihre Landesförderbanken eine verein- fachte Darlehensvergabe an die Mitglieder einer Wohnungseigentümergemeinschaft an. Auch die Hausbank München oder die DKB bieten ihren Kunden bundesweit sol- che Finanzierungen an. Es lohnt sich, über eine Verbesserung von WEG-Finanzierun- gen, auch über die Landesförderinstitute, nachzudenken. Wir brauchen aber auch die Mitarbeit der Verbände, um Informationen an die Verwalter und die WEG weiterzuge- ben. Der Bedarf ist da. Der Aufwand für Verwalter bei energeti- schen Modernisierungen in einer WEG ist sehr hoch, weil das Thema komplex ist. Der DDIV fordert deshalb eine KfW-Son- dervergütung für Verwalter bei derartigen Maßnahmen, analog zu der eines Energie- beraters. Welche Anforderungen müssten erfüllt sein, damit die Tätigkeit der Ver- walter über die KfW förderfähig wird? Die Förderung der Tätigkeit des Verwal- ters auch bei energetischen Sanierungen ist im KfW-Programm „Energieeffizient Sanieren“ zwar nicht vorgesehen. Aber es gibt bereits die Vor-Ort-Beratung des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhr- kontrolle und auch die Energieberatung der Verbraucherzentralen, gerade auch für WEG. Wir bieten über die KfW darü- ber hinaus die geförderte Baubegleitung bei der Durchführung von energetischen Sanierungsmaßnahmen an. Nichtsdes- toweniger braucht auch der Verwalter Kenntnisse, unter anderem über die technischen Möglichkeiten energetischer Sanierungsmaßnahmen, die zum Beispiel über Qualifikationsanforderungen nach- gewiesen werden sollten. Der Zensus 2011 hat ergeben, dass es der- zeit in Deutschland mehr als 9,3 Millionen Eigentumswohnungen gibt – weit mehr als bisher angenommen. Damit verwalten Immobilienverwalter fast jede vierte Woh- nung in Deutschland. Der DDIV setzt sich seit langem für Mindestvoraussetzungen für die Tätigkeit des Immobilienverwalters ein. Damit sollen die Wohnungseigentümer vor teilweise hohen finanziellen Schäden ge- schützt werden, die durch unprofessionelle Verwalter immer wieder entstehen. Nicht selten wird dadurch die Altersvorsorge der Eigentümer gefährdet. Gleichzeitig steigen die technischen, organisatorischen und rechtlichen Anforderungen an die Kompe- tenz der Verwalter stark. Wie stehen Sie zur Forderung des DDIV nach einer Versi- cherungspflicht und Fach- und Sachkun- denachweisen, insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass CDU/CSU hierzu erst- mals Aussagen im Wahlprogramm gemacht haben und ein vom DDIV in Auftrag gege- benes Gutachten seit 2011 hierzu wichtige Erkenntnisse bereit hält? Die Sachverhalte, mit denen Verwalter von Wohnungseigentum heute konfrontiert wer- den, sind hochkomplex. Und dies nicht nur im Bereich der energetischen Sanierung. Ins- gesamt stellt die Verwaltung von Wohnanla- gen hohe Anforderungen an die Fachkunde und das Geschick des Verwalters. Hierbei ist in erster Linie die Branche selbst gefordert, durch Fortbildungsangebote und Informa- tionsveranstaltungen hohe Standards zu gewährleisten. Gesetzliche Regelungen mit subjektiven Zulassungsvoraussetzungen für Immobilienverwalter sind daran zu messen, ob sie einen zulässigen Eingriff in die ver- fassungsrechtlich geschützte Berufsfreiheit bedeuten würden. Gegen eine gesetzliche Regelung sprechen – so auch das von Ihrem Verband in Auftrag gegebene Gutachten – nicht vorhandene statistische Belege für signifikante Mängel durch fehlende Fach- kunde von Verwaltern. Die Prüfung, ob für die Einführung einer Pflichtversicherung aus Gründen des Verbraucherschutzes im Ergebnis die gleichen rechtlichen Bedenken durchgreifen, haben wir uns für die nächste Legislaturperiode vorgenommen. Ein zu restriktives Mietrecht würde die ­dringend benötigten Investitionen bremsen, statt sie zu beschleunigen – zum Nachteil aller wohnungssuchenden Haushalte Die Prüfung einer Pflichtversicherung haben wir uns für die nächste Legislatur- periode vorgenommen

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